Federal Reserve
Corona-Krise: US-Notenbank berät über weiteren Kurs

Die Pandemie hat die USA weiter fest im Griff. Die Wirtschaft kann sich nicht vollständig erholen, die Arbeitslosenquote ist hoch. Die Notenbank hat schon viele Notprogramme beschlossen. Jetzt dürfte sie vor allem Kongress und Regierung zu weiterem Handeln ermuntern.

Mittwoch, 16.09.2020, 04:42 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 04:44 Uhr
Der Haupsitz der Federal Reserve in Washington: Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.
Der Haupsitz der Federal Reserve in Washington: Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. Foto: Ting Shen

Washington (dpa) - Die Entscheider der Federal Reserve (Fed) beraten inmitten der Corona-Krise über den weiteren Kurs der US-Notenbank. Mit Spannung werden dabei vor allem die Einschätzungen von Zentralbankchef Jerome Powell zur wirtschaftlichen Lage erwartet.

Er hatte zuletzt gewarnt, dass die wirtschaftliche Erholung direkt vom weiteren Verlauf der Pandemie abhänge. Analysten rechneten damit, dass Powell sich zur Stabilisierung der Wirtschaft erneut allgemein für ein weiteres Konjunkturpaket und einen Ausbau der Arbeitslosenhilfe aussprechen dürfte. Die Verhandlungen um ein solches Hilfspaket zwischen Kongress und Regierung stecken seit Wochen in einer Sackgasse.

Präsident Donald Trumps Republikaner wollen aber nur ein begrenztes Konjunkturpaket in Höhe von einigen hundert Milliarden US-Dollar, den Demokraten schwebte zuletzt ein Bündel von Maßnahmen in Höhe von rund zwei Billionen Dollar vor. Kongress und Regierung haben seit Beginn der Corona-Krise bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht.

Die Pandemie bremst die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft weiterhin aus. Die Arbeitslosigkeit war zwar im August wieder auf 8,4 Prozent gefallen. Aber rund 30 Millionen Menschen beziehen derzeit eine Form von Arbeitslosenhilfe und vor der Zuspitzung der Pandemie im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, rechnet mit einer sehr raschen wirtschaftlichen Erholung bis zum Jahresende. Die Prognosen der meisten Analysten sind allerdings zurückhaltender.

Die Fed hat ihren Leitzins bereits auf nahe Null gesenkt und will den Zinssatz auch auf absehbare Zeit so niedrig halten. Analysten erwarteten von dem planmäßigen Treffen des Geldmarktausschusses der Notenbank daher keine weitreichenden neuen Entscheidungen.

Wegen der Pandemie hat die Fed seit Februar bereits ihren Leitzins gesenkt, Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu stabilisieren. Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

Derzeit werden in den USA täglich rund 40.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge inzwischen knapp 6,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 195.000 damit verbundene Todesfälle.

© dpa-infocom, dpa:200916-99-579751/2

Kommentare

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7586474?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Flughafen Paderborn-Lippstadt steht vor der Insolvenz
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden im Kreis Paderborn. Foto: Jörn Hannemann
Nachrichten-Ticker