Wirtschaft
Der Wirtschaftsfachwirt – Voraussetzungen, Aufgabengebiete und mögliches Gehalt

Einmal im Berufsleben angekommen, erschließen sich viele Möglichkeiten, die eigene Karriere voranzutreiben. Eine davon ist die Aufstiegsfortbildung zum Wirtschaftsfachwirt. Das darin erworbene kaufmännische Know-how kann in vielen Berufszweigen eingesetzt werden. Alles, was es über die Fortbildung zu wissen gibt, etwa wo man als Wirtschaftsfachwirt Karriere machen kann, welche Voraussetzungen man braucht und wie das spätere Gehalt aussieht, zeigen wir hier.

Mittwoch, 16.09.2020, 11:35 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 11:44 Uhr

Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Während sich einige mit einer Anpassungsfortbildung auf veränderte Bedingungen am Arbeitsplatz vorbereiten , setzen andere auf eine Aufstiegsfortbildung. Vor allem die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt erregt dabei großes Interesse. Das verwundert nicht, hat man als Allrounder für das mittlere Management doch nicht nur einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Die dem Meisterabschluss gleichgestellte Aufstiegsfortbildung ermöglicht es, in verschiedenen Branchen tätig zu werden. Auch das überdurchschnittliche Gehalt überzeugt viele.

Welche Perspektiven hat man als Wirtschaftsfachwirt?

Als Geprüfter Wirtschaftsfachwirt ist man ein echtes Allroundtalent. Dementsprechend gut sind die beruflichen Perspektiven. Wirtschaftsfachwirte werden in nahezu jedem Unternehmen gebraucht. Dort sind sie im Einkauf, in der Bilanzbuchhaltung, im Marketing, im Controlling, in der Absatzwirtschaft, in der Logistik oder in der Personalführung tätig.

Zu den Aufgaben des Geprüften Wirtschaftsfachwirtes gehören etwa

  • die Erstellung von Kosten- und Leistungsrechnungen
  • die Beschaffung von Material und Ressourcen
  • die Betreuung der Personalplanung
  • Planung und Steuerung geschäftlicher Prozesse
  • die Durchführung von Gewinn- und Verlustrechnungen

Diese Voraussetzungen braucht man

Um Wirtschaftsfachwirt zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die Teilnahme an einer entsprechenden Weiterbildung unterliegt zwar keinen Aufnahmevoraussetzungen, die im Anschluss stattfindende Prüfung jedoch schon. Zur Prüfungsanmeldung bei der IHK müssen Nachweise über folgende fachlichen Vorbildungen erbracht werden:

Für den 1. Prüfungsteil

  • eine abgeschlossene anerkannte 3-jährige Ausbildung in einem kaufmännischen oder verwaltenden Bereich

oder

  • eine sonstige anerkannte 3-jährige Ausbildung sowie eine mindestens einjährige einschlägige Berufspraxis

oder

  • eine andere anerkannte Ausbildung sowie eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis

oder

  • 3 Jahre Berufspraxis

Für den 2. Prüfungsteil

  • darf die abgelegte Teilprüfung nicht länger als 5 Jahre zurückliegen
  • müssen zusätzlich je nach Ausbildung 1 bis 3 Jahre Berufspraxis im kaufmännischen oder verwaltenden Bereich nachgewiesen werden

Bestanden ist die Prüfung zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt (IHK) dann, wenn in beiden Teilprüfungen mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde.

Vollzeit- oder Teilzeit-Fortbildung?

Für Autodidakten bietet sich eine Online-Weiterbildung an. Kann man unter fachlicher Anleitung besser lernen und wünscht sich den direkten Kontakt zum Lehrenden, ist die klassische Fortbildung mit Präsenzunterricht die bessere Wahl.

Unabhängig von der Fortbildungsform stellt sich die Frage, ob man sich in Vollzeit oder Teilzeit fortbilden lassen möchte. Denn: Wer sich für die Fortbildung zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt interessiert, hat mehrere Möglichkeiten, diesen Abschluss zu erwerben. Für welche Form der Fortbildung man sich entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal spielen die Finanzen eine Rolle. Bei einer finanziellen Förderung kann die Fortbildung schneller absolviert werden, während bei der Eigenfinanzierung oft noch parallel Zeit für einen Job aufgewendet werden muss. Auch die Frage nach der Vereinbarkeit mit der eigenen Berufstätigkeit stellt sich.

Alles Wichtige zu Weiterbildungsinhalten und Abschlussprüfung

Die Weiterbildung zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt ist bundeseinheitlich geregelt. Daher sind auch die Prüfungsinhalte gleich. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss nicht zwangsläufig ein Vorbereitungskurs besucht werden. Dieser kann jedoch eine große Stütze sein, werden in einem solchen Kurs doch alle für die Prüfung relevanten Lerninhalte vermittelt.

Bei der Auswahl des Vorbereitungslehrgangs am besten darauf achten, dass dieser folgende Lerninhalte enthält:

  • Volks- und Betriebswirtschaft
  • Recht und Steuern
  • Rechnungswesen
  • Investition und Finanzierung
  • Unternehmensführung
  • Betriebliches Management
  • Marketing und Vertrieb
  • Logistik
  • Führung und Zusammenarbeit

Jeder einzelne Bereich setzt sich aus spezifischen Unterthemen zusammen:

Volks- und Betriebswirtschaft:

  • Grundlagen der Volkswirtschaft
  • Betriebliche Funktionen
  • Existenzgründung und mögliche Rechtsformen für Unternehmen
  • Zusammenschlüsse von Unternehmen

Recht und Steuern:

  • Rechtliche Rahmenbedingungen und rechtliche Bereiche, welche Unternehmen betreffen
  • Steuerrechtliche Vorschriften und Grundlagen zur Unternehmensbesteuerung

Rechnungswesen:

  • Grundlagen des Rechnungswesens
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Finanzbuchhaltung
  • Planungsrechnung
  • Betriebswirtschaftliche Zahlen/Kennzahlen und ihre Bewertung

Unternehmensführung:

  • Organisation von Unternehmen und Führungsgrundsätze
  • Personalführung und -entwicklung

Diese Themen werden in einer schriftlichen Prüfung abgefragt. In Einzelfällen kann sich an diese auch eine mündliche Ergänzungsprüfung anschließen. In der Regel liegt die Prüfungsdauer bei mindestens 60 bis 90 Minuten. Für jeden der genannten Hauptbereiche steht eine Klausur an.

Beim 2. Teil der schriftlichen Prüfung wird den Prüflingen eine betriebliche Situation beschrieben. Hierbei wird Wissen aus zwei gleichgewichteten Teilen der folgenden Handlungsbereiche abgefragt:

  • Betriebliches Management
  • Marketing und Vertrieb
  • Finanzierung, Investitionen, betriebliches Rechnungswesen und Controlling
  • Logistik
  • Führung und Zusammenarbeit

Wurden beide Prüfungsteile erfolgreich gemeistert, gibt es eine mündliche Prüfung in Form eines situationsbezogenen Fachgesprächs. Nach einer Vorbereitungsphase von 30 Minuten muss eine Präsentation zum gestellten Thema gehalten und danach dem Prüfungsgremium vorgestellt werden. Für dieses Gespräch wird eine Zeit von etwa 10 bis 15 Minuten anberaumt.

Was kostet die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt?

Bei den Fortbildungskosten muss grundsätzlich in Prüfungskosten und Kosten für die Vorbereitung unterschieden werden. Die reinen Prüfungskosten bei der IHK liegen bei 650 bis 800 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Vorbereitungskurse, die schnell einige Tausend Euro betragen können. Je nach Ausgangssituation muss man sich während der Fortbildung außerdem auf einen Verdienstausfall oder ein niedrigeres Gehalt einstellen.

In vielen Fällen sind Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderfähig. Dabei können die Lehrgangs- und Prüfungskosten bis zu einer Höhe von 15.000 Euro gefördert werden. Die Hälfte der Kosten wird als Zuschuss gewährt, die restlichen 50 % können als KfW-Darlehen gefördert werden. Daneben sind noch weitere Zuschüsse möglich, so etwa ein Unterhaltsbeitrag.

Antragsformulare für das Aufstiegs-BAföG gibt es direkt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Damit der Antrag bewilligt wird, müssen die jeweils gültigen Fördervoraussetzungen erfüllt werden. Diese befassen sich zum Beispiel mit der Anzahl an Unterrichtsstunden pro Woche. Prinzipiell sind sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitfortbildungen förderfähig.

Mit welchem Gehalt können Wirtschaftsfachwirte rechnen?

Mit einem Abschluss als Wirtschaftsfachwirt kann man ein überdurchschnittliches Einkommen erwarten. Dieses liegt monatlich je nach Branche und Betrieb zwischen 2.500 und 2.800 Euro für Einsteiger. Mit wachsender Berufserfahrung kann der Verdienst in den kommenden Jahren auf bis zu 5.000 Euro pro Monat steigen.

Besonders hoch sind die Chancen auf ein attraktives Gehalt in der freien Wirtschaft. Im Gesundheitswesen oder Handwerk ist der Verdienst für Wirtschaftsfachwirte hingegen am geringsten. Generell gilt: Je größer der Verantwortungsbereich, umso höher ist auch das Gehalt.

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