Auch Maschinenbau in Ostwestfalen bis Ende Juli mit deutlichem Umsatzverlust
Krisenstimmung in der Autobranche

Bielefeld (WB). Während die Hersteller von Lebensmitteln in Ostwestfalen in den ersten sieben Monaten ihren Umsatz sogar um 1,1 Prozent steigern konnten, musste die Automobilbranche in der Region einen Rückgang um 22,3 Prozent hinnehmen. Mit 0,1 Prozentpunkten höher war das Minus nach Angaben der neuen Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen, Petra Pigerl-Radtke, nur noch im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung.

Donnerstag, 01.10.2020, 02:30 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 17:56 Uhr
Erstmals stellte die neue IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke die Ergebnisse einer Unternehmerumfrage in Ostwestfalen vor. Von links: Harald Grefe, Präsident Wolf Meier-Scheuven, Petra Pigerl-Radtke und Dr. Christoph von der Heiden. Foto: Bernhard Pierel
Erstmals stellte die neue IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke die Ergebnisse einer Unternehmerumfrage in Ostwestfalen vor. Von links: Harald Grefe, Präsident Wolf Meier-Scheuven, Petra Pigerl-Radtke und Dr. Christoph von der Heiden. Foto: Bernhard Pierel

Der Maschinenbau, mit knapp 30.000 Mitarbeitern die beschäftigungsstärkste Industriebranche in Ostwestfalen, büßte zehn Prozent vom Vorjahresumsatz ein. Die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln liegen mit 4,9 Milliarden Euro beim Umsatz nun noch klarer vor dem Maschinenbau mit 3,95 auf Platz 1.

Die Möbelindustrie, nach Umsatz die Nummer 3, verlor bis Ende Juli Pigerl-Radtke zufolge 2,2 Prozent ihres Umsatzes, hat sich aber seitdem spürbar erholt. Die Hersteller elektrischer Ausrüstungen, zu denen sowohl die Produzenten elektronischer Verbindungstechnik als auch von elektrischen Hausgeräten zählen, erlebte bis Ende Juli einen Umsatzrückgang um knapp 2,7 Prozent. Positiv aus der Reihe fallen noch die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen. Allerdings erreicht ihr Umsatz in Ostwestfalen insgesamt nur knapp zwölf Prozent dessen in der Ernährungsindustrie.

Viele Betriebe bauen Personal ab

Trotz verbesserter Aussichten bleibt die Lage für die Beschäftigten in der gesamten Industrie in der Region problematisch. Nach Angaben von IHK-Präsident Wolf Meier-Scheuven geben 37 Prozent der Betriebe an, dass sie Personal abbauen müssen. Der Weg bleibe steinig. Meier-Scheuven: „In der Industrie ist definitiv ein Beschäftigungsabbau zu erwarten.”

Trotz der Umsatzrückgänge, die im Monat April am größten waren, entwickelt sich die Industrie Pigerl-Radtke zufolge mit minus 5,7 Prozent bis Ende Juli in Ostwestfalen besser als in Nordrhein-Westfalen (minus 12,5 Prozent) oder gar Deutschland (minus 13,4). Besonders deutlich werde der Unterschied im Exportgeschäft. Während Ostwestfalen einen Rückgang um 4,6 Prozent hinnehmen musste, wurde NRW mit minus 15,1 und Deutschland mit minus 16 Prozent getroffen.

Innerhalb der Region trifft der Umsatzverlust die Industriebetriebe im Kreis Paderborn mit 12,3 Prozent mit Abstand am stärksten. Der Kreis Minden-Lübbecke folgt mit 7,0, Höxter mit 6,6, die Stadt Bielefeld mit 6,5 und der Kreis Herford mit minus 5,2 Prozent. Am besten schnitt wieder einmal der Kreis Gütersloh mit Einbußen von nur 3,3 Prozent ab.

Der Kreis Paderborn fällt zudem auch beim Export mit minus 17,3 Prozent negativ aus der Reihe. Auch die Zahl der Beschäftigten ist mit 3,6 Prozent am stärksten zurückgegangen. In Bielefeld rutsche die Zahl der Arbeitnehmer in der Industrie nach minus 3,3 Prozent unter die Marke von 20.000.

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