Bahnunternehmen schreibt rote Zahlen – drei Zugverbindungen in OWL
Abellio: „Wir stehen zum Vertrag“

Hagen/Paderborn (WB/in/dpa). Das niederländische Bahnunternehmen Abellio will sich trotz roter Zahlen nicht aus Deutschland zurückziehen. Eine Sprecherin des Unternehmens relativierte am Mittwoch die Aussage das Finanzvorstands Bert Groenewegen vor etwa einer Woche in der Zeitung „NRC Handelsblad“, wonach es Überlegungen gebe, sich wegen roter Zahlen aus dem Markt zu verabschieden.

Mittwoch, 14.10.2020, 13:14 Uhr aktualisiert: 14.10.2020, 13:54 Uhr
Zu Abellio gehört seit zwei Jahren auch die Westfalen-Bahn, die in OWL unter anderem die Strecke Bielefeld nach Minden und weiter bis Braunschweig betreibt. Foto:
Zu Abellio gehört seit zwei Jahren auch die Westfalen-Bahn, die in OWL unter anderem die Strecke Bielefeld nach Minden und weiter bis Braunschweig betreibt.

Abellio betreibt in Deutschland etwa 50 Linien. Darunter ist auch der RRX 11 von Düsseldorf nach Kassel. Unter dem Namen „Rhein-Hellweg-Express“ stoppt der Regionalexpress auch in OWL in den Bahnhöfen Paderborn, Altenbeken, Willebadessen und Warburg.

Seit 2017 gehört außerdem die 2005 in Bielefeld gegründete Westfalen-Bahn vollständig zu Abellio. Als Weser-Leine-Express (RE 70) verkehrt sie regelmäßig zwischen Bielefeld und Braunschweigs mit Stopps unter anderem in Brake, Herford, Bad Oeynhausen, Löhne Porta Westfalica und Minden. Außerdem betreibt die Westfalen-Bahn den Ems-Leine Express (RE60) von Rhein nach Braunschweig mit Haltestellen unter anderem in Osnabrück, Bünde, Kirchlengern, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden.

Groenewegen zufolge hat Abellio 2019 in Deutschland bei einer halben Milliarde Euro Umsatz 32,7 Millionen Euro Verlust gemacht. Wenn es keine Lösung geben, werde der Einsatz vorzeitig beendet werden müssen: „Unsere Auftraggeber verstehen, dass wir nicht zwölf Jahre lang Verluste hinnehmen wollen, das ist kein tragfähiges Modell.“ Abellio wolle seine Position in Deutschland „nicht um jeden Preis halten“.

Nun erklärte aber die Sprecherin in Hagen, Abellio werde seine langfristig eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen „nach bestem Wissen und Gewissen nachkommen“. Zugleich verwies sie aber auf die Kostenlage: Durch Bauarbeiten seien Schienenersatzverkehr, erhöhte Zahlungen wegen geringerer Pünktlichkeit und mehr Personal in der Planung nötig. Die Situation sei für alle Eisenbahnunternehmen im Nahverkehr „aktuell sehr herausfordernd“.

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Abellio sowie den Bundesländern und Verkehrsverbünden. Abellio fordert von den Aufgabenträger Entgegenkommen.

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