Erster Handelstag in Frankfurt voraussichtlich am kommenden Montag
Gerry Weber zurück an der Börse

Halle/Frankfurt (WB). Die Gerry Weber International AG kehrt überraschend vermutlich schon am kommenden Montag, 19. Oktober, an die Börse zurück. Nach Angaben des Haller Modeunternehmens, das Ende 2019 seine Insolvenz abgeschlossen hat, liegt die Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) seit Donnerstag vor.

Donnerstag, 15.10.2020, 15:03 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 19:42 Uhr
Grund zu Optimismus: Gerry Weber kehrt an die Börse zurück. Foto: Oliver Schwabe
Grund zu Optimismus: Gerry Weber kehrt an die Börse zurück. Foto: Oliver Schwabe

Platziert werden alle 1,251 Millionen neue Aktien von Gerry Weber. Der Löwenanteil ist im Besitz der aktuellen Eigentümer. Das sind die Investmentgesellschaften Whitebox Advisers (London) und Robus Capital Management (Frankfurt), die jeweils 42 Prozent des Aktienkapitals halten. 16 Prozent sind im Besitz von J.P. Morgan Securities. Hinzu kommen 40.000 neue Aktien, die ehemalige Gläubiger , die Wandelschuldverschreibungen erworben haben, nun umwandeln können.

Aktienkurs bildet sich am Montag

Wie viele Aktien tatsächlich am kommenden Montag an den Börsen in Frankfurt und vermutlich Düsseldorf gehandelt werden und zu welchem Kurs, ist eine Sache der Nachfrage. Die Eigentümer haben jedenfalls signalisiert, dass sie „bei entsprechender Marktlage“ Aktien aus ihrem Bestand veräußern werden. Angaben zum angestrebten Aktienkurs wurden am Donnerstag noch nicht gemacht. Die Aufrechterhaltung der Liquidität ist Sache der damit von den Eigentümern beauftragten Baader Bank.

Umsatzerwartung unverändert

„Wir hoffen auf diese Weise, nach Beendigung der Insolvenz trotz der Covid-19-Pandemie zu einer Normalisierung unseres Kapitalmarktauftritts zurückkehren zu können“, erklärte Finanzvorstand Florian Frank in einer schriftlichen Stellungnahme. Genaue Angaben zu aktuellen Geschäftsentwicklung werden erst am 30. November publiziert werden. Immerhin so viel wurde bekannt: Gerry Weber erwartet in den ersten neun Monaten einen Umsatz zwischen 222 und 231 Millionen Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde nicht verändert. Danach erwartet die AG einen Umsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro und ein negatives Ergebnis (Ebitda) in einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres liegen die Zahlen bereits vor. Demnach lag das operative Ergebnis (Ebit) mit 27,3 Millionen Euro im negativen Bereich. Allerdings hatte Gerry Weber vor einem Jahr sogar einen Verlust von 122,9 Millionen Euro verbuchen müssen. Der Umsatz war von 247,7 Millionen im ersten Halbjahr 2019 auf 140,5 Millionen Euro abgerutscht, wobei vor einem Jahr noch Hallhuber zum Konzern gehörte und die Zahl der eigenen Verkaufsfilialen noch deutlich größer war. Aktuell verfügt Gerry Weber über 74 Millionen Euro liquide Mittel – nach 91 Millionen im Vorjahr.

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