Kommentar zur OVG-Entscheidung über verkaufsoffene Sonntage
So geht das nicht weiter!

Als ob es der Einzelhandel nicht schon schwer genug hätte: Ganze fünf Tage vor dem geplanten ersten Einkaufssonntag im Advent packt das Oberverwaltungsgericht die Rute aus. Händler und Beschäftigte, die schon alles organisiert hatten, müssen einpacken.

Dienstag, 24.11.2020, 20:50 Uhr
Hier wird kein Umsatz gemacht (Symbolbild).
Hier wird kein Umsatz gemacht (Symbolbild). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat in ihrem Feldzug gegen Einkaufssonntage eine weitere Schlacht gewonnen. Mögliche Opfer unter Händlern und Beschäftigten nimmt sie dabei offenbar billigend in Kauf.

Das Gericht muss man dafür schelten, dass es sich mit der Entscheidung so viel Zeit gelassen hat. Die Begründung der Entscheidung ist jedoch nachvollziehbar: Einkaufssonntage seien weniger zum gezielten Kaufen da als vielmehr zum Bummeln und Schauen. Unterm Strich könnten also mehr Kontakte und damit ein höheres Infektionsrisiko entstehen.

Größter Verlierer dieser Entscheidung neben dem Einzelhandel ist die NRW-Landesregierung, die nach diversen verlorenen Verfahren den Sonntagseinkauf über den Umweg des Infektionsschutzes durchboxen wollte. Es ist ihr aber erneut nicht gelungen, eine gerichtsfeste Verordnung auf die Beine zu stellen.

Ein runder Tisch zum Sonntagseinkauf mit Handel und Gewerkschaften ist überfällig. Niemand braucht noch mehr Prozesse. Was her muss, ist eine Lösung – bald!  

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