Produktion bei Baxter
Impfstoff aus Halle ab 2021

Halle (WB) -

Der Pharmakonzern Baxter wird an seinem Standort in Halle (Kreis Gütersloh) erst Anfang 2021 mit der kommerziellen Produktion von Corona-Impfstoffen im Auftrag des Konsortiums Biontech/Pfizer beginnen. Entsprechende Informationen des WESTFALEN-BLATTES wollte ein Baxter-Sprecher am Montag nicht kommentieren. Zuvor hatten Ärzte und Apotheker aus Bielefeld und Umgebung erklärt, der Impfstoff werde in Halle schon produziert. Sie fordern für Deutschland eine Notzulassung des Vakzins, um unmittelbar mit dem Impfen zu beginnen.

Montag, 14.12.2020, 23:55 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 02:01 Uhr
Blick in die Produktion bei Baxter in Halle-Künsebeck.
Blick in die Produktion bei Baxter in Halle-Künsebeck. Foto: WB

Dem Vernehmen nach hat Baxter in Halle aber bislang nur eine kleine Menge des Impfstoffs hergestellt – für das in Europa noch immer laufende Zulassungsverfahren. Derzeit wird sehnsüchtig auf die Freigabe des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens in Europa gewartet. Der Prozess bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA ist in vollem Gange. Einigen geht die Prüfung nicht schnell genug. Neben Medizinern und Apothekern fordert auch die FDP Aktivitäten, um sofort mit dem Impfen starten zu können. Die in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt in Deutschland eingerichteten Impfzentren sollten für eine Aufnahme des Betriebs am 15. Dezember vorbereitet werden. Sie werden ihre Arbeit zunächst nicht aufnehmen können – weil noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Als besondere Herausforderung beim Vakzin von Biontech und Pfizer gilt, dass der Impfstoff nach der Herstellung auf minus 70 Grad heruntergekühlt und bei dieser Temperatur auch transportiert und gelagert werden muss. Beide Partner haben nach eigenen Angaben spezielle Kühlbehälter entwickelt. Sie sollen durch das Befüllen mit Trockeneis auch für 15 Tage als Übergangsbehälter dienen können.

Neben der Zusammenarbeit mit Biontech/Pfizer ver­handelt Baxter nach Informationen dieser Zeitung auch mit dem US-Impfstoffentwickler Moderna über eine Auftragsproduktion. Die Impfstoff-Herstellung wäre nicht nur im Haller Werk möglich, sondern könnte auch an einem US-Standort von Baxter erfolgen. Der US-Konzern produziert für verschiedenste medizinische Bereiche Medikamente – von Narkosemitteln bis Krebstherapien. Das Werk in Halle mit 800 Mitarbeitern und einer Nebenstelle in Bielefeld ist auf Krebsmedikamente spezialisiert.

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