Konzernchef Ralf Göttel spricht über einen Strategiewechsel, die Refinanzierung als Vertrauensbeweis, neue Perspektiven und die Zukunft des Automobils
„Alle glauben an Benteler“

Paderborn/Salzburg -

Mit der Krise der Autoindustrie und der Corona-Pandemie ist auch der Benteler-Konzern ins Schlingern geraten. Das Unternehmen mit Hauptstandort Paderborn hat Arbeitsplätze abgebaut, eine Sparte verkauft, die Strategie angepasst und seine Finanzen neu geordnet. Warum Konzernchef Ralf Göttel einen absoluten Vertrauensbeweis sieht, er optimistisch nach vorne blickt und den Verbrennermotor nicht für tot hält, erklärt der Manager im Interview.

Donnerstag, 31.12.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 31.12.2020, 08:54 Uhr
Ralf Göttel (54) steht seit April 2017 an der Spitze des Benteler-Konzerns in Salzburg. Zuvor führte er in Paderborn mehr als sieben Jahre lang die Automobilsparte.
Ralf Göttel (54) steht seit April 2017 an der Spitze des Benteler-Konzerns in Salzburg. Zuvor führte er in Paderborn mehr als sieben Jahre lang die Automobilsparte.

Herr Göttel, wie ist das Jahr 2020 für Benteler gelaufen?

Ralf Göttel: Ich will dafür ein wenig ausholen. 2017 hatte die Autoindustrie weltweit historisch hohe Produktionszahlen erreicht. Seitdem sind die Produktionszahlen stetig bergab gegangen. Wir haben schnell reagiert, unsere Strategie angepasst, uns als Metall-Prozess-Spezialist auf unser Kerngeschäft konzentriert. Und wir setzen ein umfassendes Transformationsprogramm um mit dem Ziel, Kostenstrukturen zu verbessern, profitabel zu wachsen und die finanzielle Zukunft der Gruppe langfristig zu sichern. Das hat Mitte 2019 die erwarteten positiven Effekte gebracht. Wir waren zuversichtlich und haben gesagt, 2020 wird unser Jahr. Das haben unsere Ergebnisse der ersten beiden Monate im Jahr 2020 auch untermauert.

Und dann kam Corona?

Göttel: Ja – und damit nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch eine große Verunsicherung – auch in der Bankenwelt. Zu dem Zeitpunkt wurde die Autoindustrie quasi auf unbestimmte Zeit abgeschrieben. Hinzu kam die Phase der Antriebsunsicherheit, der Strukturwandel, Handelskonflikte. Und in dem Zusammenhang standen bei uns turnusmäßig große Refinanzierungsthemen an. So sind wir dann durch die äußeren Umstände in einer Situation gewesen, die in der Dimension für unser Unternehmen hätte gefährlich werden können. Aus der haben wir uns herausgekämpft. Mit der erfolgreichen Refinanzierung bis Ende 2024 ist das – gerade auch wegen der in der Branche ungewöhnlich langen Laufzeit – ein absoluter Vertrauensbeweis unserer Finanzierungspartner. Wie wir die Krise gemeistert und wie unsere Mitarbeiter in bemerkenswerter Weise dabei mitgeholfen haben, das hat uns als Unternehmen noch stärker zusammenwachsen lassen. Darauf bin ich sehr stolz und dankbar.

Wir werden wohl einen Jahresverlust und durch die Covid-Einflüsse eine Milliarde Euro weniger Umsatz haben.

Wie haben sich Umsatz und Ergebnis entwickelt? Haben Sie einen Jahresverlust vermeiden können?

Göttel: Einen Jahresverlust werden wir wohl haben. Es gibt aber auch Sonderabschreibungen und Restrukturierungskosten. Mit dem operativen Ergebnis sind wir angesichts der Umstände sehr zufrieden, werden jedoch durch die Covid-Einflüsse eine Milliarde Euro weniger Umsatz haben. Marktanteile haben wir aber nicht verloren. Die letzten drei Monate waren, wie bei anderen Autozulieferern auch, relativ gut, eine gewisse Sonderkonjunktur. Wir sehen auch im Geschäftsbereich Stahl/Rohr, dass sich die Nachfrage der Industrie allmählich wieder verbessert und sich mit dem Anstieg des Ölpreises und dem Wiederaufnehmen der Energieförderung langsam, aber stetig die Auftragslage verbessert. Insofern ist das vergangene Quartal sehr gut gelaufen. Wir sind wegen der aktuellen Lage jedoch weiter vorsichtig; insbesondere in Bezug auf das erste Halbjahr 2021, vor allem in Europa.

Sie haben gerade das Refinanzierungskonzept abgeschlossen. Haben alle Partner mitgezogen, um welches Volumen ging es?

Göttel: Es ging um 1,8 Milliarden Euro. Wir haben mit allen Finanzierern und den Gesellschaftern, insgesamt mehr als 100 Beteiligten, ein einheitliches Konzept verabschiedet. Alle haben mitgezogen. Das zeigt, dass alle an Benteler glauben, an unsere Strategie und unsere Umsetzungsfähigkeit. Daran, dass wir liefern, was wir versprechen. Daran, dass wir zukunftsfähig sind. Wir setzen die geplanten Maßnahmen konsequent um. Das zeigen auch die Ergebnisse.

Wie bedrohlich war die Lage für das Unternehmen gerade auch mit der Unsicherheit durch Corona?

Göttel: Durch unsere Maßnahmen haben wir das Geschäft regulär betreiben können, wir hätten aber nicht die anstehenden Tilgungen bedienen können.

Wie stellt sich die Finanzierungssituation und Ihre Perspektive jetzt dar?

Göttel: Gerade die ungewöhnlich lange Laufzeit bis 2024 ist ein ganz wichtiges, positives Signal an unsere Kunden, unsere Zulieferer und unsere Mitarbeiter. Wir haben zudem die Möglichkeit, zusätzliche Betriebsmittelkreditlinien in Höhe von 225 Millionen Euro zu ziehen. Damit sind wir gut gerüstet. Und uns bestärkt, dass unsere Strategie auch von branchenfremden Finanzierern und externen Gutachtern positiv beurteilt wurde. Dies umfasst unsere Ausrichtung als Prozess-Spezialist für Aluminium und Stahl. Unseren Fokus auf Zukunftsthemen wie Sicherheit, Leichtbau und Elektromobilität. Und unsere globale Präsenz. Das macht uns zukunftsfähig und adressiert die Themen, die unsere Branche aktuell beschäftigt. Dazu gehört auch das Thema Nachhaltigkeit, das durch die CO2-Reduktion ganz stark im Fokus steht. Dafür braucht man Zulieferkonzerne, die nah am Hersteller produzieren. Das können wir mit unseren mehr als 100 Standorten und Werken weltweit. Und wir haben in den Produktionsprozessen Akzente gesetzt, etwa mit der Stahlherstellung durch Recycling in Lingen oder durch die Aluminiumproduktion mit Wasserkraft in Norwegen.

Ertragsqualität geht jetzt vor Wachstum.

Bislang ist Ihr Geschäft durch hohen Kapitaleinsatz bei minimalen Margen gekennzeichnet. Ändern Sie Ihre Strategie? Einst lautete das Ziel, 2022 mehr als 11 Milliarden Euro umsetzen zu wollen. Ist das noch realistisch und gewollt?

Göttel: Nein, das ist inzwischen weder realistisch noch gewollt. Wir haben Mitte 2019 ganz bewusst den Fokus auf Ertragskraft und nicht mehr auf Wachstum gelegt. Wir sind inzwischen weltweit so aufgestellt, dass wir keine neuen Standorte mehr bauen müssen. Wir liefern globale Plattformen für unsere Kunden. Darauf kommt es in der Automobilindustrie ja an. Ertragsqualität geht jetzt vor Wachstum. Und die Liquiditätssicherung hat eine höhere Priorität als die weitere regionale Expansion. Viele große Autohersteller schätzen uns als starken, systemrelevanten Partner, auf den sie nicht verzichten wollen.

Auf welche Bereiche und Schwerpunkte wollen Sie sich nun fokussieren?

Göttel: Das sind die Themen Metallumformung in den Produktfeldern Fahrwerk, Karosserie- und Motorenkomponenten. Auch die Produkte, die wir zur Emissionsreduzierung herstellen, wie Abgaskrümmer und Katalysatoren, passen perfekt in unsere Kernkompetenzen. Und auch bei der Elektromobilität setzen wir auf unsere hohe Materialkompetenz, gepaart mit unserer langjährigen Erfahrung und Expertise in der Fertigung. Hier entwickeln wir unsere Fahrwerkkomponenten in Elektroachsen weiter. Und wenden unsere Sicherheitsexpertise für Karosserien an, wie etwa bei Batteriewannen oder auch bei ganzen Plattformen. Für uns ist das eine logische Weiterentwicklung, die eine Chance darstellt.

Ich glaube, Europa wird am längsten brauchen, um sich zu erholen – vor allem wegen des Brexits und der Covid-19-Situation.

Wie beurteilen Sie die Branchenlage in Ihren Kernfeldern Autoindustrie und Energieförderung, die zuletzt Achterbahn gefahren sind? Was erwarten Sie kurz-, mittel- und langfristig?

Göttel: Kurzfristig haben wir in der Autoindustrie eine Sonderkonjunktur mit Aufholeffekten. In China entwickelt sich der Markt sehr positiv, dieser Trend dürfte nachhaltig andauern. In Europa erwarten wir im ersten Halbjahr eine Normalisierung, bei der sich die Produktionszahlen wieder dem Endkunden-Absatz angleichen und sich damit wieder auf niedrigerem Niveau bewegen werden als im vierten Quartal 2020. Ende 2022/Anfang 2023 sollten wieder die Produktionsvolumina aus der Phase vor Covid-19 erreicht werden. Mit dem Wiederaufleben der Industrie wächst auch der Energiehunger, was für uns positiv ist. Mit der steigenden Tendenz beim Ölpreis steigen die Bohrtätigkeiten in den USA wieder und bewegen sich aus ihrem Allzeittief. Unsere Auftragsbücher füllen sich allmählich. Das macht uns auch für unser US-Werk verhalten optimistisch. Ich glaube, Europa wird am längsten brauchen, um sich zu erholen – vor allem wegen des Brexits und der Covid-19-Situation.

Die seit 2018 laufende Restrukturierung wollen Sie weiter fortsetzen. Welche Maßnahmen planen Sie konkret? Welche Auswirkungen hat das auf die Beschäftigte und Standorte – vor allem auch in OWL?

Göttel: Das Transformationsprogramm war auf vier Jahre angelegt, ist jetzt also in der Halbzeit angekommen. Die Themen sind vielschichtig, umfassen Anpassungen beim Produktportfolio, Standortoptimierungen und Strukturkosten. Die großen Entscheidungen sind gefallen. Wir haben rund 1000 Arbeitsplätze in Verwaltungs- und Vertriebsbereichen weltweit abgebaut und an die neue Auftragslage angepasst. Wir haben bekanntgegeben, dass das Stahlrohrwerk in Bottrop 2022 geschlossen wird und haben den Rohrhandel verkauft. Wir planen kein weiteres, großes Abbauprogramm. Vielmehr werden wir die beschlossenen Pläne umsetzen und noch notwendige Personalanpassungen in Abhängigkeit von der Marktentwicklung sozialverträglich umsetzen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.

In welche Aktivitäten wollen Sie investieren?

Göttel: Wir werden im kommenden Jahr mehr investieren als 2020. Das ist eine wichtige Botschaft. Wir investieren in Anlagen für Neuaufträge, aber auch in Modernisierung, Instandhaltung und Sicherheit. Die Erneuerung von Großpressen haben wir im vergangenen Jahr angestoßen, die ersten werden 2021 kommen. In Paderborn-Schloß Neuhaus werden wir eine neue Anlage für einen wichtigen Kunden aufbauen. In unserem Werk im bayrischen Schwandorf werden wir für einen zweiten Großkunden Batteriewannen produzieren.

Wir werden die Ausbildung wieder etwas stärken.

Wie sieht es mit den Ausbildungsaktivitäten aus, die in Paderborn massiv zurückgefahren wurden?

Göttel: Wir stehen zur Ausbildung, auch in Deutschland. Wir werden weiter ausbilden, vor allem für unseren eigenen Bedarf. In unserer Verbundausbildung bieten wir schon heute anderen Unternehmen an, unsere Ausbildungskapazitäten mitzunutzen. Zum Ausbildungsumfang führen wir gerade Gespräche mit unseren Betriebsräten und der IG Metall. Wir werden die Ausbildung wieder etwas stärken. Konkrete Zahlen nennen wir Ende Januar.

Wie stellt sich die Situation im Bereich Elektromobilität dar? Welches Potential sehen Sie dort?

Göttel: Wir erwarten ein Wachstum analog zur Marktdurchdringung der E-Mobilität. Wir sehen uns in zweierlei Hinsicht sehr gut positioniert. Wir haben mit der E-Plattform in der Partnerschaft mit Bosch und Pininfarina einen sofort einsetzbaren Technologieträger. Die Zielgruppe hier sind nicht die etablierten Autokonzerne, sondern Neueinsteiger. In der Zusammenarbeit mit unseren traditionellen Kunden bieten wir einzelne Baugruppen und Module aus der Plattform an. So werden wir beispielsweise einem großen deutschen Hersteller ein Fahrwerk mit Elektromotor liefern. Bei vielen Produkten ist es für uns aber gar nicht entscheidend, ob es in einem E-Auto verbaut wird. Denn 85 Prozent unserer Teile sind unabhängig von der Antriebsart – ob Verbrenner, E-Auto, Hybrid oder Wasserstoff.

Es gibt nicht nur die Großstadt-Mobilität. Gerade auf dem Land wird der Verbrenner weiterhin benötigt und eine Rolle spielen.

Sehen Sie die Zukunft des Autos rein elektrisch oder wird zunächst Hybrid bestimmend sein? Welche Chancen hat Wasserstoff?

Göttel: Es wird einen Mix geben, es wird sich nicht eine Technologie durchsetzen. Zurzeit wird die E-Mobilität extrem gepusht. Sie ist aber auch Voraussetzung für den Wasserstoffantrieb. Schon vor 20 Jahren wurde der Brennstoffzelle der Durchbruch vorausgesagt… Ich glaube aber auch, dass synthetische Kraftstoffe als bislang unterschätzte Technologie gefördert werden, weil der infrastrukturelle Wandel gar nicht in der notwendigen Geschwindigkeit zu vollziehen ist.

Also ist der Verbrenner nicht wirklich tot?

Göttel: Ich würde den Verbrenner nicht abschreiben. Er wird seine Daseinsberechtigung gerade in der Hybridisierung noch lange haben. Es gibt nicht nur die Großstadt-Mobilität. Gerade auf dem Land wird der Verbrenner weiterhin benötigt und eine Rolle spielen. Aber die geplante Abgasverschärfung durch die EU wäre mit reinen Verbrennermotoren faktisch nicht mehr wirtschaftlich darstellbar.

Schauen wir auf Ihr zweites Standbein Stahl/Rohr. Hier haben Sie weitere Maßnahmen angekündigt, um die Sparte auf Kurs zu bringen. Welche konkret?

Göttel: Unser Zukunftssicherungsprogramm zeigt Fortschritte. Was den Arbeitsplatzabbau betrifft, sind die geplanten Maßnahmen weitgehend umgesetzt. Weitere Maßnahmen sind nicht geplant, wenn sich die Marktlage wie von uns prognostiziert weiter entwickelt. In der Sparte geht es jetzt vor allem darum, die Auftragslage zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.

Wie sieht die Situation beim 2015 eröffneten US-Warmrohrwerk aus, das die Erwartungen bislang nicht erfüllen konnte?

Göttel: Alle geplanten Maßnahmen sind dort bereits umgesetzt. Wir haben aufgrund der Auftragslage ein Einschichtmodell eingeführt. Das bedeutet, dass uns zwei Drittel der Mitarbeiter verlassen mussten. Wir fahren den Betrieb jetzt mit einer Mannschaft von 150 Beschäftigten. Der operative Betrieb des Werks mit Blick auf Qualität und Effizienz läuft inzwischen sehr gut. Mit dem Hochlauf der Industrie wollen wir die Situation jetzt sukzessive verbessern. Die Auftragslage für das erste Halbjahr 2021 in den USA ist etwas besser, als wir es geplant hatten.

Wie sehr hat die Digitalisierung in Ihrer Produktion – Stichwort Industrie 4.0 – inzwischen Einzug gehalten? Welche weiteren Schritte planen Sie?

Göttel: Dieses Thema haben wir trotz Covoid-19 und trotz herausfordernder Marktsituation weiter konsequent vorangetrieben. Wir sind von erfolgreichen Pilotprojekten in Deutschland mit künstlicher Intelligenz und höherem Vernetzungsgrad jetzt in eine neue Projektphase eingetreten und haben die ersten zwei Werke komplett digitalisiert – eines in Spanien, eines in Brasilien. Die anderen Werke werden wir jetzt sukzessive aufrüsten, sodass vom Bestellvorgang bis zur Auslieferung alles durchgängig digital erfolgt. Damit wollen wir die Optimierungsmöglichkeiten stetig nutzen.

Wir sehen das größte Geschäftsrisiko inzwischen in einem digitalen Angriff und nicht mehr in einem Brand oder Erdbeben.

Welche Vorteile sehen Sie?

Göttel: Gerade bei der Qualitätssicherung haben wir mit neuen Technologien wie optischen Erkennungen und Live-Vermessungen sehr gute Erfahrungen im Prozess gemacht. Wir haben in den vergangenen Monaten auch massiv in die Sicherheit der IT-Systeme investiert. Wir sehen in der Tat das größte Geschäftsrisiko inzwischen in einem digitalen Angriff und nicht mehr wie früher in einem Brand oder Erdbeben. Da ist der Standort Paderborn in einer Region mit langer IT-Tradition hilfreich.

Die Refinanzierung läuft bis Ende 2024 – wo steht Benteler 2025?

Göttel: Da werden Sie viele Elektroautos mit Benteler-Komponenten über die Straßen rollen sehen. Wir werden unsere Position als internationaler Automobilzulieferkonzern weiter gefestigt haben. Wir streben ein kontrolliertes Wachstum an mit jährlichen Raten von drei bis fünf Prozent. Dieses Wachstum können wir organisch finanzieren. Und wir wollen uns ertragsmäßig dann mindestens im Branchendurchschnitt bewegen. Und unserem Ziel, Mobilität leichter, sicherer und nachhaltiger zu machen, noch ein gutes Stück nähergekommen sein.

Daten und Fakten zu Benteler

Die Benteler International AG geht zurück auf einen 1876 von Carl Benteler in Bielefeld gegründeten Eisenwarenhandel. Später entwickelte sich Paderborn zum Hauptstandort und das Unternehmen zum Stahlrohrhersteller und Autozulieferer. Seit 2010 hat der Konzern seinen Sitz im österreichischen Salzburg. Die Firmenanteile befinden sich zu jeweils 50 Prozent in den Händen der beiden Familienstämme Hubertus und Helmut Benteler. Hubertus Benteler (74) führte das Unternehmen als Vertreter der vierten Generation bis April 2017. Seither steht Ralf Göttel (54) an der Spitze.

Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete der Benteler-Konzern mit fast 30.000 Mitarbeitern einen Außenumsatz von 7,7 Milliarden Euro, rund 80 Prozent davon entfielen auf die Automobilsparte. Ende 2019 verkaufte der Konzern seine Stahlhandelssparte (761 Millionen Euro Umsatz/1600 Mitarbeiter).

Insgesamt verfügt die Gruppe über rund 100 Standorte in 28 Ländern. In der Division Automotive beschäftigt Benteler weltweit 26.000 Mitarbeiter, in der Division Steel/Tube 4400 Menschen. In OWL zählt der Konzern rund 7000 Mitarbeiter an neun Standorten in fünf Städten: Paderborn (5), Bielefeld, Kleinenberg (Lichtenau), Warburg sowie Steinhagen.

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