Sonderveröffentlichung

Wirtschaft
Hat Printwerbung noch einen Platz im Marketingmix?

Der Alltag verlagert sich immer mehr ins Internet. Der Kontakt mit Freunden findet in den sozialen Medien statt, die Nachrichten kommen direkt auf das Smartphone und geshoppt wird online. Hat die Printwerbung als bislang unverzichtbarer Bestandteil im Marketing-Mix ausgedient? Oder gibt es weiterhin gute Gründe, die für Printwerbung sprechen?

Dienstag, 05.01.2021, 05:52 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 14:29 Uhr
Wirtschaft: Hat Printwerbung noch einen Platz im Marketingmix?
Foto: Colourbox

Gehört die Zukunft nur der Onlinewerbung?

Im Marketing fokussiert sich in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit vorrangig auf Kampagnen und Aktionen im Netz. Das liegt vor allem am Verhalten der verschiedenen Kundengruppen. Gerade die jüngere Generation ist ins Internet abgewandert und bekommt oft genug eine Zeitschrift nur noch beim Arzt im Wartezimmer in die Hand. Google liefert rund um die Uhr und dank mobiler Flatrates Informationen zu Sport, Kultur, Lifestyle und Politik direkt auf das Handy. Verständlich, dass der Blick immer seltener auf die Litfaßsäule oder eine Plakatwand geht. Zeitungen und Zeitschriften beklagen eine immer geringere Auflagenzahl, was gleichzeitig bedeutet, dass Anzeigen und Printbeilagen zurückgehen. Einige Druckerzeugnisse sind in den letzten Jahren sogar vom Markt verschwunden. Viele Werbefachleute freuen sich über die digitale Wende. Denn Online-Anzeigen sind leicht zu kontrollieren, anzupassen und die Erfolge direkt skalierbar. Dank Musik, Grafiken und Videos bieten sich schier unendliche Gestaltungsspielräume.

Print - alles andere als aus der Mode gekommen

Trotzdem wäre es verfrüht, zu behaupten, dass Newsletter, Onlinebanner und Anzeigen in den sozialen Medien der Printwerbung den Rang abgelaufen haben. Offensichtlich ist der Rückgang von Print nicht so dramatisch wie angenommen. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat in seiner Jahrespressekonferenz 2020 ganz andere Zahlen vorgelegt:

  • 93 % der Bundesbürger ab 60 Jahren konsumieren regelmäßig Printmedien.
  • 86 % der Altersgruppe von 40 bis 60 Jahren liest Zeitungen und Zeitschriften
  • 81 % der 20-bis 40-Jährigen greifen regelmäßig zu gedruckten Medien
  • 75 % der Jugendlichen bis 19 Jahre lesen Zeitungen und Magazine

Hochgerechnet erreicht Print durchschnittlich 88 % der Menschen in Deutschland am Tag. Das betrifft nicht nur die Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. Printwerbung beinhaltet deutlich mehr als eine Anzeige oder beigelegte Broschüre. Besonders nachhaltig und effektiv wirken Plakate und Poster. In verschiedenen Größen informieren sie täglich über Veranstaltungen, Aktionen und Sonderangebote. Ein hochwertiger Plakatdruck mit einer passenden Botschaft , den jedes Unternehmen selbst online erstellen lassen kann fällt direkt ins Auge und transportiert der Zielgruppe ohne Umwege die Botschaft.

"So ist gute Printwerbung aufgebaut

Ob Handzettel oder Plakat- erfolgreiche Printwerbung folgt einem festen Aufbau. Ein Bild oder eine Grafik weckt Emotionen und somit die Aufmerksamkeit. Mit einer knappen Überschrift wird der Leser zusätzlich gefesselt. Ein treffsicher formulierter Text vermittelt die Botschaft. Wichtig: Früher standen Kosten und Nutzen bei Printwerbung im Vordergrund. Heute geht es zunächst darum, Gefühle zu transportieren und bei der Zielgruppe zu wecken. Nicht vergessen werden darf auch die Marke. Das Logo verbindet die Plakataussage mit dem Unternehmen."

Es kommt auf neue Strategien in der Printwerbung an

Die Frage lautet daher nicht Internet oder Print? Sondern es geht um ein gleichberechtigtes "sowohl als auch". Hier kommt es auf die clevere Kombination von Print und Onlinewerbung an. Sieht der potenzielle Kunde auf einem Flyer oder einem Plakat eine Werbebotschaft, die in Resonanz geht, sollte eine unmittelbare Verknüpfung zu einer Onlinepräsenz oder einem Kanal in den sozialen Medien erfolgen. Auf diese Weise präsentiert sich ein Unternehmen ganzheitlich, seriös und glaubwürdig. Besonders smart ist die Verknüpfung von Print und Internet durch einen QR-Code. Wird der auf einem Plakat aufgebracht, kann der Kunde den Code mit seinem Smartphone scannen und sich auf diese Weise einen Mehrwert in der digitalen Welt verschaffen. Das vertieft automatisch das Interesse. Da es mittlerweile sehr schwierig geworden ist, mit einem passgenauen Marketing die Aufmerksamkeit der digitalen Masse auf sich zu ziehen, kann Print hier ebenfalls Starthilfe leisten. Virales Marketing verbinden die meisten immer noch mit Videos und anderem Content, der Millionen von Usern in den sozialen Netzwerken anzieht wie die Motten das Licht. Dabei ist viral gehende Werbung nicht zwangsläufig digitaler Natur. Schon manch ein User hat ein besonders gelungenes Plakat abfotografiert, was eine ungeahnte Welle im Internet ausgelöst hat. Einige Agenturen nutzen Print mittlerweile gezielt für das sogenannte Guerilla-Marketing. Dabei wird ein Plakat angebracht, das auf eine spezifische Besonderheit an diesem Ort oder ein bevorstehendes Ereignis hinweist. Manchmal wird sogar die Werbung der Konkurrenz aufgegriffen. Genau hier kann Printwerbung für ungeahnte Aufmerksamkeit sorgen. Die Begeisterung der Passanten sorgt dann automatisch für eine Verteilung der Botschaft im Internet.

Printwerbung erhöht nach wie vor die Reichweite

Aktuelle Statistiken belegen, dass zwar 94 % der Deutschen online sind. Doch 66,4 % davon nutzen das Internet nur selten. Senioren tun sich nach wie vor schwer mit der digitalen Welt. Wer beruflich oder familiär stark eingespannt ist, empfindet es nicht unbedingt als Erholung, im Netz zu surfen oder durch die sozialen Netzwerke zu browsen. Berufspendler, Geschäftsreisende aber auch Familienmanagerinnen können zwischen zwei Terminen oder beim Warten an Flughäfen und Haltestellen hervorragend mit Print erreicht werden. Denn Plakate ziehen nach wie vor ebenso die Aufmerksamkeit auf sich wie Beilagen in Magazinen, die in Lounges oder Wartezimmern ausliegen. Nicht unterschätzt werden darf im Marketingmix auch die Zustellung von Printwerbung in Haushalte. Zum Beispiel durch Beilagen in Wochenblättern. Daran sollten vor allem regional agierende Unternehmen denken. Denn gedruckte Werbung hilft nach wie vor entscheidend dabei, die Reichweite zu erhöhen und somit mehr Menschen aus der anvisierten Zielgruppe direkt anzusprechen.

Fazit: Print gehört weiterhin zum Marketingmix

Im Marketingmix hat Print nach wie vor seinen Platz verdient. Bei aller Aufmerksamkeit, die dem Internet gebühren muss, sollte nicht auf die Vorteile verzichtet werden, die Printwerbung bietet. Schließlich gibt es immer noch Zielgruppen, die sich online nicht oder nur schwer erreichen lassen. Ein Druckerzeugnis anzuschauen oder in den Händen zu halten hinterlässt bei einer ansprechenden Gestaltung einen nachhaltigen Effekt, den eine Werbeanzeige im Internet so nicht leisten kann. Das gilt auch für hochwertige Texte, mit denen Printprodukte versehen werden. Wie die Kantar-Studie herausgefunden hat vertrauen die Deutschen Printprodukten mehr als Informationen aus dem Netz . Nicht zu unterschätzen ist auch der Hauch von Exklusivität, den hochwertige Printprodukte nach wie vor verbreiten. Im Marketingmix muss Print daher auch in Zukunft vertreten sein. Gefragt sind hier vor allem Ideen, die Print nachhaltig mit der digitalen Welt verknüpfen.

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