Di., 06.05.2014

Pharma Bayer kauft Rezeptfreie-Medikamente-Sparte von Merck & Co

Der Bayer-Konzern will die Sparte rezeptfreie Medikamente des US-Pharmariesen Merck & Co für 14,2 Milliarden US-Dollar übernehmen. Foto: Oliver Berg/Archiv

Der Bayer-Konzern will die Sparte rezeptfreie Medikamente des US-Pharmariesen Merck & Co für 14,2 Milliarden US-Dollar übernehmen. Foto: Oliver Berg/Archiv Foto: dpa

Von dpa

Megacoup für Bayer in den USA : Der Chemie- und Pharmakonzern baut mit einer milliardenschweren Übernahme sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten massiv aus. Für 14,2 Milliarden Dollar (10,4 Mrd. Euro) werde Bayer die Sparte dieser Arzneien vom US-Pharmaunternehmen Merck & Co erwerben, kündigte der Leverkusener Konzern am Dienstag an. Beide Seiten unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Bayer-Chef Marijn Dekkers sprach von einem «Meilenstein auf unserem Weg zur angestrebten globalen Marktführerschaft» auf diesem Gebiet.

Die Akquisition ist die zweitgrößte in der Geschichte des Unternehmens nach der Übernahme des Pharmaherstellers Schering für 17 Milliarden Euro vor acht Jahren. Weltweit rücke Bayer auf dem Gebiet rezeptfreier Medikamente, die auch als OTC-Produkte (Over-The-Counter) bezeichnet werden, auf Rang zwei vor. Der gemeinsame Umsatz belaufe sich 2013 zusammengerechnet auf ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro, hieß es weiter. Das Produkte von Merck & Co nannte Dekkers ein «attraktives» Portfolio.

Das US-Unternehmen kommt in dem Bereich mit rund 2200 Beschäftigten auf einen Umsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar. Bei den Kosteneinsparungen gehe es nicht um den Abbau von Arbeitsplätzen, sondern um Synergien, die sich aus der Kombination der Sparten beider Unternehmen ergäben, betonte Dekkers.

Bayer will den Erwerb mit einem Brückenkredit zwischenfinanzieren. Dieser werde von der Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas und Mizuho bereitgestellt. Die Transaktion muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden und soll dann im zweiten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden, erklärte Bayer.

Bereits nach dem ersten Jahr des Vollzugs soll der Zukauf einen positiven Beitrag von 2 Prozent zum bereinigten Konzernergebnis je Aktie leisten. Aus der Integration erwarte Bayer zudem Kosteneinsparungen von 200 Millionen US-Dollar pro Jahr und durch die Ausschöpfung des Marktpotenzials außerhalb der USA Umsatzsynergien von 400 Millionen Euro ab 2017.

Über das Kaufinteresse von Bayer an den OTC-Produkten von Merck & Co war in den vergangenen Wochen mehrfach spekuliert worden. Die Transaktion passt zugleich ins Bild einer Branche, in der derzeit eine Übernahmewelle bisher nicht gekannten Ausmaßes grassiert.

Über die Avancen von Bayer in den USA äußerte sich das Unternehmen lange Zeit nicht. Neben den Leverkusenern war vor allem der britische Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser an den rezeptfreien Medikamenten von Merck & Co interessiert. Mitte vergangener Woche kündigte das Unternehmen seinen Ausstieg aus den Verhandlungen an. Damit war der Weg offenbar frei für den Bayer-Konzern.

Bayer stärke durch den Zukauf seine Ertragskraft im Geschäftsbereich mit rezeptfreien Medikamenten ganz erheblich, betonte Dekkers. Neben der Übernahme vereinbarte Bayer mit dem US-Pharmariesen eine Kooperation auf dem Gebiet von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier bündelten zwei der führenden Unternehmen auf diesem Gebiet ihre Kompetenzen, hieß es. Merck & Co. werde Zahlungen in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro an Bayer leisten, unter anderem für die gemeinsame Vermarktung von Produkten.

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