Wissenschaft
Robert-Koch-Institut: HIV-Neuinfektionen gehen nicht zurück

Berlin (dpa) - Trotz Aufklärungskampagnen und Medikamenten geht die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland nicht zurück. Das Robert-Koch-Institut in Berlin schätzt, dass sich 2014 wie im Vorjahr 3200 Menschen infiziert haben.

Montag, 09.11.2015, 12:52 Uhr aktualisiert: 09.11.2015, 12:58 Uhr
Der Schriftzug «Gib Aids keine Chance» ist in Berlin auf einer Schaufensterscheibe zu sehen.
Der Schriftzug «Gib Aids keine Chance» ist in Berlin auf einer Schaufensterscheibe zu sehen. Foto: Daniel Karmann

Dabei sei der Anteil der Infizierten, die Medikamente einnehmen und dadurch in der Regel kaum noch infektiös sind, in den vergangenen Jahren gestiegen. «Dieser positive Effekt und die bisherigen Präventionsanstrengungen haben aber bislang nicht ausgereicht» sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag.

Die RKI-Schätzung beruht auf Modellrechnungen, denn HIV  wird oft erst Jahre nach der Infektion festgestellt. Demnach steigt die Zahl der Neuinfektionen bei heterosexuellen Frauen und Männern leicht an. Die meisten Betroffenen sind trotz leicht sinkender Neuinfektionszahlen Männer, die Sex mit Männern haben.

Neu diagnostiziert wurde HIV im vergangenen Jahr bei 3525 Menschen, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl hatte das Institut im Juli veröffentlicht. Es geht davon aus, dass im vergangenen Jahr 480 Infizierte gestorben sind. Das Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die Immunschwächekrankheit Aids.

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