Do., 17.01.2019

Patrick Bernstein verlässt Möbelunternehmen – Umsatz im Jahr der Übernahme stabil Schramm führt Interlübke allein

Philipp Schramm – hier auf der IMM Cologne – will bei Interlübke vor allem das Exportgeschäft ausbauen.

Philipp Schramm – hier auf der IMM Cologne – will bei Interlübke vor allem das Exportgeschäft ausbauen. Foto: Oliver Schwabe

Köln/Rheda-Wiedenbrück (WB/in). Philipp Schramm (27) wird bei Interlübke alleiniger Geschäftsführer. Er ist der älteste Sohn der Unternehmerfamilie Schramm, die im Februar 2018 den Markenmöbel-Hersteller in Rheda-Wiedenbrück übernommen hat. Der bisherige zweite Geschäftsführer Patrick Bernstein wird Anfang Februar ausscheiden.

Die Familie Schramm betreibt im pfälzischen Winnweiler ein renommiertes Schlafzimmer-Werk. Philipp Schramms Vater Axel ist Präsident des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM), Mutter Angela Schramm Marketingchefin in der Unternehmensgruppe. Auch die jüngeren Geschwister Marisa (25), Paula (24) und Michel (22) bereiten sich nach Angaben der Mutter auf eine Zukunft im Unternehmen vor.

Das Stammwerk, 1923 gegründet, beschäftigt heute 200, Interlübke 160 Mitarbeiter. Trotz der für die Branche schwierigen Randbedingungen ist es in Rheda-Wiedenbrück gelungen, den Umsatz 2018 wie geplant bei 20 Millionen Euro zu stabilisieren. In Zukunft soll vor allem die Exportquote von derzeit 33 Prozent ausgebaut werden. Zu diesem Zweck wurden die Vertriebsstrukturen von Schramm und Interlübke im Ausland unter eine gemeinsame Führung gestellt. Schramm ist bislang insbesondere auf dem chinesischen Markt schon sehr erfolgreich. Am Standort selbst wurden Produktion und Verwaltung nach Angaben von Angela Schramm gestrafft und Wege verkürzt.

Interlübke, 1937 gegründet, hat sich insbesondere unter Helmut Lübke – wie Schramm viele Jahre Präsident des VDM – zu einem der großen Markenhersteller in der Möbelbranche entwickelt. Aber in den 1990er Jahren wurden die Zeiten für die hochwertigen Regale, Kommoden und Schränke schwieriger. Im Oktober 2012 musste Interlübke Insolvenz anmelden. Das Unternehmen wurde von Investoren übernommen, die aber keine nachhaltige Wende schafften. So kam es, dass Interlübke am 27. Februar 2018 erneut in neue Hände ging. Neben Schramm hält die MB Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Osnabrück einen Minderheitsanteil.

Als äußeres Zeichen, dass ein neuer Geist in Rheda-Wiedenbrück eingezogen ist, wertet Angela Schramm, dass die gesamte Crew einschließlich Geschäftsleitung – in der Spitze immerhin fast 40 Mitarbeiter – zur Möbelmesse in Köln alle im gleichen Hotel unterkommen: »Und zwar nicht in einem Fünf-Sterne-Haus.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6327447?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198344%2F