So., 03.02.2019

Fachärzte in Bereitschaft sollen Krankenhäuser unterstützen – Vorreiter ist das Land NRW Organspende: Hilfe bei der Diagnose

Das Herz eines Organspenders.

Das Herz eines Organspenders. Foto: dpa

Düsseldorf (WB/jmg). So soll die Organspende künftig schneller über die Bühne gehen können: Seit Jahresbeginn können Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) NRW Fachärzte anfordern, wenn sie Unterstützung in der Diagnose des Hirnfunktionsausfalls benötigen.

Eine Initiative aus NRW-Gesundheitsministerium, den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Krankenhausgesellschaft NRW sowie der DSO NRW hat dazu einen Pool von Fachärzten ins Leben gerufen. Diese sollen mit mobilen Diagnostikgeräten ausgestattet sein, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von Freitag.

Hilfe für Kliniken ohne eine neurologische oder neurochirurgische Abteilung

Insbesondere Kliniken ohne eine neurologische oder neurochirurgische Abteilung soll damit geholfen werden. Neben der Zustimmung, als Organspender zu fungieren, sei die Feststellung des Hirntods die Voraussetzung für eine Organspende, teilt das Ministerium mit.

»Wenn sich jemand für die Organspende entscheidet, darf die Entnahme nicht an personellen oder technischen Voraussetzungen scheitern«, wird NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Mitteilung zitiert. Sein Ministerium stellt für das Projekt eigenen Angaben zufolge 175.000 Euro für die Beschaffung von fünf mobilen Diagnostikgeräten zur Verfügung.

Geräte in Münster, Essen und Schwerte

Die Geräte werden an den Standorten Münster, Essen und Schwerte stationiert. Zudem soll ein Diagnostikgerät nach Angaben der DSO NRW beim Arbeitersamariterbund in Bielefeld untergebracht werden. »Wir sind das erste Bundesland, das einen Fachärztepool eingerichtet hat, durch den flächendeckend die Hirntoddiagnostik in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern sichergestellt werden kann«, heißt es dazu von Gesundheitsminister Laumann. »Damit sind wir Vorbild für die Einrichtung eines vergleichbaren bundesweiten Rufbereitschaftsdienstes, der derzeit im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Transplantationsgesetz im Bund diskutiert wird.«

Die Spenderzahl ist in NRW laut einer Statistik der DSO seit Jahren rückläufig. 2018 waren es 163 Spenden (ohne Lebendspender). 2012 waren es noch 231. Deutschlandweit war die Niere im abgelaufenen Jahr das meist gespendete Organ (1607), vor Leber (779) und Lunge (338).

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