Mi., 09.10.2019

Japanischer Forscher im Gespräch über E-Mobilität und Batterien Nobelpreisträger Yoshino: »Deutschland hinkt nicht weit hinterher«

Der japanische Wissenschaftler Akira Yoshino hält eine Rede während des Global Energy Prize 2013 auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an ihn, den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough und Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien.

Der japanische Wissenschaftler Akira Yoshino hält eine Rede während des Global Energy Prize 2013 auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an ihn, den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough und Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Foto: dpa

Stockholm/Düsseldorf (WB/dpa). Der Japaner Dr. Akira Yoshino ist einer von drei Forschern, die mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet werden. Die Preisträger werden für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien geehrt. In einem Gespräch mit unserem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider hatte Yoshino im September 2018 über E-Mobilität gesprochen.

Für die EU wie für die Bundes- und Landesregierung gehört es zu den strategischen Zielen, eine eigene Batterieproduktion aufzubauen. Wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

Yoshino: Dafür müssen in den kommenden zwei bis drei Jahren die Voraussetzungen geschaffen werden. So lange müssen die Batterien aus Asien importiert werden. Danach muss die Produktion aber anlaufen.

Hier in Deutschland haben die Autokonzerne erst spät serienreife E-Autos entwickelt. Wie sehen Sie die Automobilbranche im Autoland Deutschland aufgestellt?

Yoshino: Ich kann nicht erkennen, dass Europa oder Deutschland da weit hinterher hinken. Ein Rückstand besteht allerdings eben bei der Batterieproduktion.

In Nordrhein-Westfalen hat die Post in Eigenregie einen elektrischen Transporter, den E-Scooter, entwickelt und produziert ihn selbst, weil alle Hersteller abgelehnt haben. Hatten es Pioniere in Japan oder China ähnlich schwer?

Yoshino: Bei der Einführung der ersten E-Autos in Japan hat Nissan mit seinem Modell Leaf oder Mitsubishi mit dem i-Miev drei bis vier Jahre kaum einen Abnehmer für die Autos gefunden. Sie mussten den richtigen Zeitpunkt abwarten. Ab 2015 ist dann ein Markt für die Fahrzeuge entstanden. Solche Anlaufschwierigkeiten gibt es aber auch bei anderen Produkten.

Halten Sie eine feste Quote für Elektrofahrzeuge für sinnvoll?

Yoshino: Ich finde das sinnvoll. In der Vergangenheit haben solche Vorgaben schon wichtige Entwicklungen eingeleitet – etwa für Katalysatoren oder sparsamere Motoren. Regierungen haben den Anstoß gegeben, das finde ich auch für E-Autos sinnvoll.

Das komplette Interview finden Sie hier.

 

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