Rund 170.000 Menschen genesen
RKI meldet 301 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen bleibt in den meisten Bundesländern weiter niedrig. Die Zeit sei günstig, der Pandemie mit mehr Mut zu begegnen, glaubt der Bonner Virologe Hendrik Streeck.

Sonntag, 07.06.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 16:52 Uhr
Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.
Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn. Foto: Federico Gambarini

Berlin (dpa) – Rund 170.000 Menschen in Deutschland haben nach den erfassten Daten inzwischen eine Corona-Infektion durchgemacht und sind wieder genesen.

Gut 8600 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 wurden vom zuständigen Robert Koch-Institut (RKI) seit Januar registriert. Experten gehen allerdings auch für Deutschland von einer merklichen Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen aus - unter anderem, weil diese oft mild bis symptomlos verlaufen und daher nicht bemerkt werden.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sieht in der derzeitigen Situation eine Chance für die Sommermonate. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben.» Womöglich lasse sich in den kommenden Monaten die Anzahl der Personen mit Immunität oder Teilimmunität erhöhen. Das sei umso wichtiger, da sich die Hoffnung auf einen rasch zur Verfügung stehenden Impfstoff als trügerisch erweisen könne.

Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt 301 Corona-Infektionen. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.979 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Sonntag meldete (Datenstand 07.06. 0 Uhr). Am Sonntag zuvor (31.5.) waren 286 Neuinfektionen gemeldet worden.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden in den vergangenen Tagen rund 350 Menschen in häusliche Isolation geschickt. Sie hätten am Pfingstwochenende an katholischen Gottesdiensten in Stralsund oder Grimmen teilgenommen, begründete Landrat Stefan Kerth (SPD) die sogenannte Allgemeinverfügung im Landkreis Vorpommern-Rügen. Unter Beobachtung steht demnach unter anderem die Entwicklung nach einem Fest-Gottesdienst in der Marienkirche in Stralsund mit möglicherweise etwa 250 Teilnehmern. Bis zum Samstagnachmittag wurden im Umfeld der Gottesdienste acht Corona-Neuinfektionen bekannt. Verbreitet wurde der Erreger von einem infizierten Priester, der nach den Gottesdiensten Symptome bekommen hatte.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach aktuellsten RKI-Angaben bei 1,05 (Datenstand 7.6. 0 Uhr) und damit leicht über der kritischen Marke von 1,0. Ein Infizierter steckt im Mittel etwa eine weitere Person an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,87 gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 7.6. 0 Uhr) bei 0,92 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8668 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 22. Etwa 169.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

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