Gesundheit
Die häufigsten Ursachen für juckende Haut

Allergien, Insektenstiche und Neurodermitis gelten als die Hauptgründe – doch welche Auslöser für juckende Haut gibt es noch?

Montag, 13.07.2020, 10:04 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 10:10 Uhr
Gesundheit: Die häufigsten Ursachen für juckende Haut
Foto: Colourbox

Allergie, Insektenstich und Hautpilz – zu den häufigsten Ursachen für juckende Haut

Die Haut schützt uns, ist aber auch ein sensibles Organ, das von äußeren wie inneren Faktoren beeinflusst werden kann. Nicht selten reagiert sie mit Trockenheit, Rötungen und Juckreiz – das Bedürfnis, sich zu kratzen, kommt auf. Doch welche Auslöser sind die häufigsten? Warum juckt die Haut überhaupt? Und was können Betroffene unternehmen?

Äußere Juckreiz-Auslöser

Trockene, schuppende und juckende Haut mit nässenden Bläschen – das sind erste Anzeichen für einen Hautpilz (Mykose). Wenn auch ungefährlich, ist diese Hauterkrankung sehr unangenehm, ansteckend und leider auch hartnäckig. Fadenpilze, Schimmelpilze und Hefepilze lösen auf der Haut Entzündungen aus, die wiederum den Juckreiz hervorrufen. Betroffene sollten aber unbedingt vom Kratzen absehen, da dies nur die Haut für weitere Keime und Erreger anfälliger macht und außerdem die Ansteckungsgefahr erhöht: Kleinste Pilzsporen können über die Finger dann übertragen werden – hier mehr über Hautpilz erfahren .

Hautparasiten, wie zum Beispiel Mücken, Flöhe, Bettwanzen und Läuse, sind wie kleine Vampire, denen es nach unserem Blut dürstet: Sie beißen zu, saugen Blut und die entstehenden Wunden beginnen zu jucken. Denn die meisten Parasiten sondern eine Substanz dabei ab, auf die das Immunsystem mit einer allergischen Reaktion antwortet und den Stoff Histamin ausschüttet. Die rötliche Erhebung an der Einstichstelle kann bis zu mehreren Tagen bestehen bleiben. Kühlung verschafft hier häufig Linderung und kann den Juckreiz stillen. Auch hier gilt: Bitte nicht kratzen, das zerstört die wichtige Hautbarriere und verschlimmert die Symptome nur zusätzlich.

Sonnenlicht ist für den menschlichen Körper wichtig: über die Haut nimmt er so Vitamin D auf. Doch wenn nach dem ausgiebigen Sonnenbad plötzlich Bläschen, Rötungen und Juckreiz auftreten, scheint vielleicht eine Polymorphe Lichtdermatose, umgangssprachlich Sonnenallergie oder Mallorca-Akne genannt, vorzuliegen. Eine Überempfindlichkeit gegenüber den UV-Strahlen führt zu den Beschwerden und ist eine mögliche Ursachen für juckende Haut.  Betroffene sollten besonders auf Sonnenschutz achten. Das bedeutet:

  • starke Mittagslicht meiden,
  • Sonnencremes auftragen ,
  • mit Kleidung Haut abdecken und
  • bei starker Sonnenallergie Hilfe bei einem Mediziner zu suchen.

Dieser kann mit Medikamenten die Symptome reduzieren.

Inhaltsstoffe in kosmetischen Pflegeprodukten, günstiger Nickel-Modeschmuck, Chemikalien in neuer Kleidung – die Auslöser für eine Kontaktallergie sind vielfältig. Die eigene Körperwärme, Schweiß und mechanische Reibung können die Unverträglichkeitsreaktionen sogar noch verstärken. Wenn gerötete, trockene Haut und Juckreiz auffallen, sollten die Auslöser möglichst früh ausgemacht und vermieden werden: Kosmetik kann zunächst in kleinen Mengen an vereinzelnden Stellen getestet, Nickel-Kontakt reduziert und neu gekaufte Kleidung vor dem ersten Tragen gewaschen werden.

Lässt sich die Frage „Warum juckt die Haut?“ nicht über das Ausmachen von äußeren Faktoren lösen, sollte bitte ein Arzt um Rat gefragt werden. Dieser kann überprüfen, ob doch eher innere Auslöser für die juckende Haut sorgen.

Innere Juckreiz-Auslöser

Nicht nur äußere Faktoren wirken sich auf unsere Haut aus. Auch innere Auslöser beziehungsweise einzunehmende Stoffe sind mitunter dafür verantwortlich, dass es auf unserer Hautoberfläche zu jucken beginnt. 

Weit verbreitet sind Allergien und Unverträglichkeiten, also Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen verschiedene Lebensmittel. Nach dem Genuss bestimmter Speisen, zum Beispiel Nüsse oder Zitrusfrüchte, können bei einigen Menschen neben Symptomen, wie Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit genauso Hautveränderungen auftreten. Schwellungen, Rötungen, Quaddeln und Juckreiz machen sich bemerkbar. Die juckende Haut sollte sich nach dem Ausbleiben der unverträglichen Speisen wieder beruhigen.

Manche Menschen reagieren bei der Einnahme bestimmter Medikamente mit Hautsymptomen. Zu den Arzneien, die als allergische Folge juckende Haut auslösen können, gehören Antibiotika, Antidepressiva, Hormonpräparate (Pille) und Entzündungshemmer (zum Beispiel Ibuprofen).

Neurodermitis ist eine der häufigsten Hautkrankheit, allein in Deutschland leiden in etwa 4 Millionen unter dem juckenden Ekzem. [1] Wichtig ist zu sagen, dass Neurodermitis nicht ansteckend ist, wenn auch die Erkrankung chronisch verläuft und sich schubweise verschlechtern kann. Eine negative Verstärkung ist durch Ernährung, Umweltfaktoren wie trockene Luft und Stress möglich.

In eher seltenen Fällen sind die Auslöser von juckender Haut in schwereren Hautkrankheiten zu finden. Bei farblichen, fleckigen Hautveränderungen liegt der Verdacht auf Hautkrebs nahe. Organstörungen, wie bei einer Leberzirrhose, oder Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Windpocken oder Masern, sind hier ebenfalls zu nennen. Diese Erkrankungen sind aber von einem Mediziner zu diagnostizieren. Betroffene sollten sich daher zeitnah ärztlichen Rat einholen. Das Gleiche gilt, wenn die Beschwerden juckender Haut bereits über einen längeren Zeitraum bestehen oder besonders stark ausgeprägt sind.

[1] Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB): Antworten auf die 111 häufigsten Fragen zu Allergie und Asthma: Praxis-Wissen aus 25 Jahren Beratungs-Kompetenz des DAAB. Stuttgart: TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage 2004. S. 6.

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