Sa., 09.02.2019

«Gibt solche Spiele» Gladbach nach erster Heimpleite ernüchtert

Gladbachs Tobias Strobl hält sich die Hände vor das Gesicht, während die Berliner im Hintergrund jubeln.

Gladbachs Tobias Strobl hält sich die Hände vor das Gesicht, während die Berliner im Hintergrund jubeln. Foto: Federico Gambarini

Von dpa

Nichts war es mit dem Super-Rekord. Gladbach verliert erstmals in dieser Saison im eigenen Stadion. In der Meisterschaft ändert das für die Fohlen jedoch kaum etwas. Berlin feiert einen unerwarteten Coup.

Mönchengladbach (dpa) - Trainer Dieter Hecking hatte eine Antwort parat, weshalb für Borussia Mönchengladbach in diesem Heimspiel alles anders war als bislang in dieser Bundesliga-Saison.

Grund für das 0:3 (0:1) zu Hause gegen Hertha BSC sei auch die neue Rolle als Dortmund-Jäger im Kampf um die Meisterschaft, erklärte der Fußball-Coach. «Das muss man lernen, damit umzugehen», sagte der Trainer und betonte: «Die Serie hat bei uns keine große Rolle gespielt.» Damit meinte er, dass die erste Heimpleite der Borussia in dieser Spielzeit auch die verpasste Chance war, den Clubrekord von saisonübergreifend 13 Liga-Heimsiegen in Serie zu schaffen.

Geändert hat sich für das Team aber wenig: 13 Spieltage vor Saisonschluss steht Gladbach nun acht statt vorher sieben Punkte hinter Spitzenreiter Dortmund - der BVB spielte daheim nur 3:3 gegen Hoffenheim. Auf den ersten Nicht-Champions-League-Platz hat Gladbach nun noch neun Zähler Vorsprung. «Es gibt solche Spiele, glaube ich. Wir spielen bis jetzt eine sehr gute Saison», sagte Gladbach-Keeper Yann Sommer. «Wir lassen uns jetzt nicht von unserem Weg abbringen wegen einer Niederlage.»

Gegen den Hauptstadt-Club, der zuletzt 2008 in Gladbach gewonnen hatte, klappte bei der Borussia vieles nicht, was das Team bisher und vor allem seit der Winterpause so stark gemacht hatte. Drei Liga-Spiele hatte die Elf vom Niederrhein 2019 zuvor bestritten, dreimal ohne Gegentor gewonnen. Plötzlich war Gladbach mitten im Titelrennen.

Am Samstag starteten die Gastgeber dann zwar auch gut, doch nach dem ersten Berliner Führungstreffer durch Salomon Kalou (30. Minute) lief kaum noch etwas nach vorne und in der Defensive war die Borussia ungewohnt durchlässig. So sorgten nach der Pause Ondrej Duda (56.) und Davie Selke (76.) für den überraschenden Coup der Gäste vor 48.289 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park.

«Hier zu null zu spielen gegen so eine starke Offensive aus Gladbach: Das ist einfach ein unfassbar schöner Nachmittag für uns», sagte Selke, dessen Treffer das sechste Heim-Gegentor der Borussia in dieser Spielzeit war - und das insgesamt 2500. der Gladbacher in Liga eins. Hertha-Trainer Pal Dardai kommentierte stolz: «Wir haben gut verteidigt, sehr konzentriert in der ersten Halbzeit. Eine Art von Handball, kann man sagen.»

Berlin, das zuvor in seinen vergangenen 14 Ligaspielen nur dreimal gewinnen konnte, führte somit einen bemerkenswerten Trend fort: In dieser Bundesliga-Saison hat der Club als einziger noch nicht gegen die drei Topteams aus Dortmund, München und Gladbach verloren. Im Hinspiel hatte Berlin die Fohlen mit 4:2 geschlagen. Der Hauptstadt-Club bleibt damit im Rennen um die Europapokal-Plätze in guter Position.

Die Gäste gingen drei Tage nach der bitteren Pokal-Heimpleite gegen den FC Bayern München abwartend in die Partie und überließen dem Titelkandidaten die Kontrolle. Die Gladbacher versuchten, dies durch flinke Kombinationen zu nutzen und kamen so am Anfang zu Gelegenheiten. Doch es sprang dabei nichts heraus. Berlin konterte nach der Führung immer wieder sehr gefährlich und war einem höheren Sieg näher als Gladbach einem ersten Tor.

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