Fr., 24.01.2020

Paderborns Baumgart und Freiburgs Streich loben sich gegenseitig Respekt ist groß

Paderborns Steffen Baumgart und Freiburgs Christian Streich (rechts). Fotos: dpa

Paderborns Steffen Baumgart und Freiburgs Christian Streich (rechts). Fotos: dpa

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn sich ein konkurrierender Bundesliga-Trainer als „Fan des SC Paderborn“ outet, dann kann Steffen Baumgart auch mit nur 12 Punkten nach 18 Spieltagen nicht so ganz viel falsch gemacht haben. Am Samstag (15.30 Uhr) ist der SCP beim SC Freiburg zu Gast und Christian Streich ist überzeugt: „Das wird eine ganz enge Kiste und ein ganz heißes Spiel.“

Trainer neigen schon mal dazu, den nächsten Gegner stärker zu reden, als er tatsächlich ist. Das schützt hinterher ein wenig bei Niederlagen, das wertet nach schwachen 90 Minuten umgekehrt auch die Siege auf. Streich zählt sicher nicht zu dieser Kategorie. Der 54-Jährige gilt nicht nur als sehr laut an der Linie, sondern auch als Querdenker im Leben. Das Wort des Dienstältesten in seiner Branche hat daher Gewicht: „Die Paderborner spielen immer noch attraktiv nach vorne. Ich weiß, wie die kicken, und ich bin ein Fan von ihnen, so wie sie kicken, ehrlich.“

„Enges Duell auf Augenhöhe“.

Die Hochachtung ist groß, sie wirkt auch nicht aufgesetzt. Umgekehrt ist es ähnlich. Der gegenseitige Respekt ist fast riesig, Baumgart formuliert es so: „Der SC Freiburg ruft alles ab, was man abrufen kann. Sie spielen sehr effizient, sind gleichzeitig aber nach hinten immer gut abgesichert. Ihr Spiel hat eine klare Struktur, sie sind immer in Lage, einem Gegner weh zu tun.“ Über seinen Kollegen machte Baumgart noch diese Bemerkung: „Herr Streich hat seine Mannschaft komplett im Griff.“

Das könnte man über Baumgart auch sagen, man sollte nur einen Unterschied machen: Freiburg holte schon 29 Punkte, der SCP fast 60 Prozent weniger. Das ist bekanntermaßen auch der Qualität des Kaders geschuldet. Deshalb mochte Baumgart am Donnerstag auch nicht über eine „Enttäuschung“ nach dem 1:4 zum Rückrundenstart gegen Bayer Leverkusen reden. Ganz im Gegenteil: „Wir sollten hier mal alle die Kirche im Dorf lasen. Das war Bayer. Hut ab vor dem, wie sie ihre Tore rausgespielt haben. Diesem Gegner waren wir nicht gewachsen.“ Am Samstag ist die Situation komplett anders. bei allem Lob für die Breisgauer erwartet Baumgart hier schon ein „enges Duell auf Augenhöhe“.

Konkurrenzkampf erhöht

Personell wird er mindestens einen Wechsel vornehmen: Linksverteidiger Jamilu Collins rückt nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf, Laurent Jans wechselt auf die rechte Seite und verdrängt damit erneut Mohamed Dräger. Fraglich bleibt der Einsatz von Dennis Srbeny. Paderborns Neuzugang und bislang einziger Torschütze in 2020 hatte gegen Leverkusen auch einen Schlag auf die Hüfte bekommen und kann sich noch nicht richtig bewegen. Durchaus denkbar, dass der 25-Jährige ebenfalls auf die Bank muss. „Ich habe vier Stürmer und niemand ist gesetzt. Mit Dennis wollten wir und in der Breite besser aufstellen und den Konkurrenzkampf erhöhen, das ist uns gelungen“, sagte Baumgart.

Mit Blick auf die Spielvorbereitung überprüft Baumgart übrigens auch noch einmal das Hinspiel. Nach früher 1:0-Führung (Streli Mamba/3.) lag der SCP nach turbulenten 45 Minuten zur Halbzeit 1:2 hinten, Freiburgs dritter Treffer fiel in der Nachspielzeit. Baumgart: „Grundsätzlich geht es aber immer darum, wie sich die Mannschaften entwickelt haben. Da ziehen wir in der Analyse die Vergleiche. “ Und bei allem Respekt vor Freiburg, Baumgart kann hier sehr deutliche Fortschritte beim SCP benennen: In den vergangenen fünf Spielen sammelten die Ostwestfalen sieben Zähler, in den ersten fünf Partien dieser Serie war’s nur einer.

Kommentare

Freiburg seit Viertel Jahrhundert am besten geführt

Für mich wird in den letzten 25 Jahren kein Verein so gut geführt wie der SC Freiburg. Man wirtschaftet vernünftig, steckt sich realistische Ziele und bekommt keine Panik, wenn sie mal nicht erreicht werden. Personaldebatten gibt es nicht und Trainer können in Ruhe arbeiten, was sie so stark macht, dass kein Spieler aus der Rolle fällt.

Am besten beschreibt diese eine Aussage des Trainers den SCF:
https://www.youtube.com/watch?v=JcLIHkgHDZw

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