Sa., 15.02.2020

Bundesliga Leipzig vorerst wieder Tabellenführer - Werder abstiegsreif

Lukas Klostermann brachte RB Leipzig beim Heimsieg gegen Bremen in Führung.

Lukas Klostermann brachte RB Leipzig beim Heimsieg gegen Bremen in Führung. Foto: Robert Michael

Von dpa

Gegensätze in Leipzig. RB spielt fast schon meisterlich, Werder wie ein Absteiger. In dieser Form wird es für Bremen ganz, ganz schwer. Die Kohfeldt-Elf wartet in der Liga seit Stunden auf ein eigenes Tor.

Leipzig (dpa) - Florian Kohfeldt hat noch Hoffnung. Als der Trainer von Werder Bremen nach der nächsten bitteren Niederlage im Abstiegskampf seine Spieler anschaute, waren diese «natürlich enttäuscht, keine Frage», berichtete der 37-Jährige am Samstagabend.

Aber eben «nicht ratlos. Und schon mal gar nicht aufgebend.» Zumindest im Moment wird der tief in der Krise steckende Fußball-Bundesligist deshalb trotz der überdeutlichen 0:3 (0:2)-Niederlage bei RB Leipzig weitermachen wie bisher - mit Kohfeldt.

«Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen auch schon dazu geäußert und daran hat sich nichts geändert», sagte Geschäftsführer Frank Baumann. Er erwarte, dass sein Trainer «weiter mit der Mannschaft arbeitet, ihr Handlungsoptionen aufzeigt. Das tut er. Das erlebe ich jeden Tag», sagte der Ex-Profi. «Deswegen haben wir nach wie vor die Überzeugung, dass Florian der Richtige ist.»

Bremen belegt nach dem vor allem offensiv erneut enttäuschenden Auftritt vor 41.308 Zuschauern mit nur 17 Punkten den 17. Tabellenplatz. Das Kohfeldt-Team hat acht ihrer vergangenen neun Ligapartien verloren, seit Stunden wartet sie auf ein selbst erzieltes Tor. Das kurze Trainingslager - das Team war bereits am Mittwoch zur Vorbereitung auf das schwere Auswärtsspiel nach Leipzig gereist - hatte zumindest auf das Ergebnis keine Auswirkungen.

«Wenn man sich das Spiel anschaut, denkt man, das hat nichts gebracht», sagte Abwehrspieler Milos Veljkovic. «Aber das hat es. Wir haben uns vorgenommen, stark zu bleiben und Charakter zu zeigen.» Mittelfeldspieler Davy Klaassen stärkte zudem ebenfalls den Trainer: «Ich habe das Gefühl im Verein und der Mannschaft, dass er nicht zur Diskussion steht. Das gibt es nicht oft im Fußball. Aber wir glauben an den Trainer.»

Die nächste Gelegenheit, sich zu beweisen, bietet sich den Bremern am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund. Gegen den BVB war Werder Anfang des Monats immerhin der 3:2-Coup im DFB-Pokal gelungen.

«Wir müssen dafür sorgen, dass wir Ergebnisse liefern, und wir sind davon überzeugt, dass wir das mit Florian erreichen. Dann wird die Stimmung auch nicht komplett kippen», sagte Baumann, der das Gefühl habe, dass die «Mannschaft das verstanden hat». Das Team werde «weiter daran arbeiten, besseren Fußball zu spielen».

Leipzig könnte dabei als Vorbild dienen. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann erledigte ihre Pflichtaufgabe vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) bei Tottenham Hotspur ausgesprochen souverän. Der Lohn nach den Toren von Nationalspieler Lukas Klostermann (18.), Patrik Schick (39.) und Nordi Mukiele (46.) war die Tabellenführung vor dem FC Bayern für mindestens 24 Stunden.

«Ich bin zufrieden mit der Art und Weise», sagte Nagelsmann, der wohl auch in London auf den in den Schlussminuten angeschlagen fehlenden Schick setzen kann. Der Tscheche habe nur einen Krampf gehabt. Mit den Spurs warte nun ein anderer Gegner. Einer, der «auf vielen Positionen Weltklasse» besetzt sei, sagte Nagelsmann. Anders als Bremen.

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