Sa., 15.02.2020

Bundesliga Drei Weghorst-Tore: Wolfsburg siegt in Hoffenheim

Matchwinner beim Wolfsburger Sieg bei Hoffenheim: Wout Weghorst.

Matchwinner beim Wolfsburger Sieg bei Hoffenheim: Wout Weghorst. Foto: Uwe Anspach

Von dpa

Eine Kante wie Wout Weghorst muss man erstmal stoppen: Der TSG 1899 Hoffenheim gelingt dies in der Bundesliga nicht. Der 1,97-Meter-Mann vom VfL Wolfsburg ist der Matchwinner.

Sinsheim (dpa) - Wout Weghorst sorgt bei den Fans des VfL Wolfsburg nicht nur für Jubel, sondern sogar für Freudentränen.

Nach seinen drei Treffern beim 3:2 (1:1)-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim bekam ein Junge auf der Tribüne das Trikot des Matchwinners - und verlor erstmal die Fassung. «Wenn du siehst, dass du jemand so glücklich machen kannst, dann ist es noch schöner», sagte der niederländische Torjäger des Fußball-Bundesligisten.

Weghorst bescherte der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner auch viel Selbstvertrauen vor dem ersten K.o.-Spiel in der Europa Legaue am Donnerstag gegen Malmö FF. «In dieser Phase ist der Sieg extrem wichtig für uns», sagte der 1,97-Meter-Mann.

Nicht nur Weghorst, sondern auch die Videoassistenten hatten für viel Aufregung gesorgt. Der Stürmer erzielte das zwischenzeitliche 2:1 nach einem zweifelhaften Foulelfmeter (52. Minute.). «Für mich ist das ganz klar kein Elfmeter», sagte später Benjamin Hübner. Hoffenheims Kapitän wunderte sich wie die 22.506 Zuschauer in Sinsheim darüber, dass Schiedsrichter Sören Storks das Spiel zunächst weiter laufen ließ, dann aber doch auf Strafstoß entschied. Denn Wolfsburgs Kevin Mbabu war im Strafraum im Rasen hängen geblieben, bevor ihn Hübner traf. Weghorst verwandelte jedenfalls zum 2:1.

Bei den Kraichgauern gab Stammkeeper Oliver Bauman nach überstandener Meniskus-Verletzung sein Debüt 2020 und verdrängte Philipp Pentke wieder auf die Bank. Der 29-Jährige bekam als erste Bewährungsprobe gleich einen Strafstoß präsentiert: Weghorst verwandelte sicher zur Führung (18.). Vorausgegangen war ein klares Handspiel von Sebastian Rudy, als dieser versuchte, den Ball von Xaver Schlager abzublocken.

So begann eine besondere Partie des Nationalspieler äußerst unglücklich: Rudy zog am Samstag mit Rekordspieler Andreas Beck gleich, der 216 Mal für Hoffenheim gespielt hat. Er und Kramaric hatten zuvor die Hoffenheimer nach vorn getrieben. Der kroatische WM-Zweite hatte allen Grund, auf sich aufmerksam zu machen: Auf der Tribüne saß sein Nationaltrainer Zlatko Dalic.

Nach Weghorsts Führungstor drückten die Gäste immer mehr ihr Spiel durch. Und in der 40. Minute jubelten sie erneut: Der Angreifer hatte sich im Kopfball-Duell gegen TSG-Kapitän Benjamin Hübner durchgesetzt, Admir Mehmedi drückte den Ball über die Linie. Doch Referee Storks nahm den Treffer nach Rücksprache mit den Videoassistenten zurecht zurück - Mehmedi stand im Abseits.

Nur fünf Minute später schauten die Wolfsburger wieder entsetzt: Baumgartner köpfte zum 1:1 (45.) ein - auf Flanke des umtriebigen Kramaric. Storks und seine VAR-Helfer Deniz Aytekin und Eduard Beitinger im Kölner Keller hatten auch ihren Einfluss auf den Ausgleich durch Kramaric (60.): Weil Weghorst in der Mauer ein Handspiel begangen hatte, gab es noch einen dritten Strafstoß.

Die Trainer Alfred Schreuder und Glasner wollten jedoch nicht am Referee herummeckern. «Die Schiedsrichter wurden in letzter Zeit oft kritisiert. Heute war es ganz schwierig, aber er hat das sehr, sehr gut gemacht», sagte Glasner.

Keine Diskussionen gab es nach dem Siegtor zum 3:2 durch Weghorst - sein zehntes Saisontor (71.). Hoffenheim erlitt im Kampf um einen der internationalen Plätze einen weiteren Rückschlag und kommt in seinem Entwicklungsprozess unter Schreuder nicht so recht voran. «In der ersten Halbzeit waren wir fußballerisch extrem schwach», räumte der Niederländer ein.

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