26. Spieltag
«Team ist happy»: Neuer Hertha-Glanz mit Bruno Labbadia

Drei Tore, drei Punkte: Der Start mit Trainer Labbadia ist Hertha nach der Corona-Pause gut gelungen. In Sinsheim stimmen Resultat und Ergebnis. Hoffenheim verpasst derweil die nächste große Chance.

Samstag, 16.05.2020, 19:20 Uhr aktualisiert: 16.05.2020, 19:22 Uhr
Der Berliner Jordan Torunarigha (o) gewinnt das Kopfball-Duell mit Ihlas Bebou.
Der Berliner Jordan Torunarigha (o) gewinnt das Kopfball-Duell mit Ihlas Bebou. Foto: Thomas Kienzle

Sinsheim (dpa) - Seinen Co-Trainer umarmte er noch, danach zelebrierte Bruno Labbadia den gelungenen Einstand mit Faustchecks.

Das klare 3:0 (0:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim war für Hertha BSC das gewünschte sportliche Signal in einer in höchstem Maße turbulenten Zeit mit Trainerwechsel, Corona-Pause und pikantem Facebook-Video von Salomon Kalou. «Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns. Aber das war ein super Start und den haben wir auch gebraucht. Die Mannschaft war einfach happy», sagte der Coach, der im April die Arbeit aufnahm und nun erstmals wieder in der Bundesliga auf der Bank sitzen durfte.

Mit dem deutlichen und verdienten Auswärtssieg vergrößerte Hertha das Polster auf die Abstiegszone. Im fast leeren Stadion von Sinsheim brachten ein Eigentor von Kevin Akpoguma (58. Minute) sowie die Treffer von Kapitän Vedad Ibisevic (60.) und Matheus Cunha (74.) den klaren und verdienten Sieg für die Gäste. «Das ganze Team ist happy. Die drei Punkte waren für uns sehr wichtig. Wir sind natürlich froh, dass wir die drei Punkte mit nach Hause nehmen können», befand Marvin Plattenhardt.

Noch verbesserungswürdig ist allerdings der Torjubel der Gäste: Nach dem ersten und dritten Treffer hatte sich jeweils eine große Jubeltraube gebildet, auch nach dem zweiten Tor geizten die Berliner nicht mit Körperkontakt, der laut Empfehlungen der DFL beim Jubel eigentlich unterbleiben soll.

«Ich sehe das meinem Team auf jeden Fall nach. Ich hoffe einfach, dass die Menschen draußen Verständnis haben», sagte Labbadia zu den großen Emotionen. Man absolviere regelmäßig Tests. «Die Emotionen gehören dazu», fügte der Coach an. Laut eines DFL-Sprechers muss der Verein auch nicht mit Sanktionen rechnen. Es habe «lediglich Hinweise zur Orientierung gegeben». Auch Ibisevic führte Gefühle als Grund für den Jubel an. «Emotionen kann man wirklich nicht verstecken», sagte er. «Ich habe unseren Doktor vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn man das macht. Das war für mich das Allerwichtigste.»

Die tor- und ideenlosen Hoffenheimer mussten sich solche Gedanken nicht machen. Sie sind stattdessen seit sechs Liga-Spielen sieglos und verpassen damit Chance um Chance, im Schneckenrennen um Europa-League-Rang sechs aufzuschließen. Traine Alfred Schreuder sagte dazu: «Wenn du 0:3 verlierst in einem Heimspiel, fühlt sich das nicht gut an.» Vor allem im eigenen Sechzehnmeterraum habe man nicht gut agiert, erklärte der Niederländer.

Für Labbadia war es als Nachfolger von Alexander Nouri ein kurioses Debüt. Die Fragen vor seinem ersten TV-Interview stellte ihm der TV-Sender Sky mit einer langen Mikrofon-Angel von der Tribüne aus. Von den drei kostspieligen Winter-Transfers von Vor-Vorgänger Jürgen Klinsmann ließ Labbadia Krzysztof Piatek und Santiago Ascacibar zunächst auf der Bank und setzte in der Offensive auf Cunha und Ibisevic.

Während Stimmung und Fansupport auf den Rängen gänzlich fehlten, hielten sich die Beteiligten auf dem Rasen von Anfang an nicht zurück. In der gespenstischen Atmosphäre waren vor allem die Trainer Labbadia und Alfred Schreuder immer wieder lautstark zu hören. «Das ist keine Gelbe Karte», brüllte Labbadia früh in Richtung des vierten Offiziellen.

Nach dem Wechsel münzten die Gäste ihre Überlegenheit auch in Tore um. Während der starke Baumann eine Großchance von Ibisevic (54.) zunächst noch vereiteln konnte, sorgte der folgende Doppelschlag kurze Zeit später für die Entscheidung. Hoffenheims Schreuder wechselte offensiv und versuchte so noch einmal Druck zu erzeugen, doch das brachte nichts. Dem umtriebigen Cunha gelang der Schlusspunkt. «Wir Spieler lassen uns nicht aus der Ruhe bringen», betonte Plattenhardt zum Sieg unter besonderen Bedingungen.

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