Früherer Nationalspieler kritisiert Verbleib des Unternehmers aus Rheda-Wiedenbrücker beim Bundesligisten FC Schalke 04
Effenberg: „Tönnies hat in der Liga nichts zu suchen“

Gelsenkirchen/Rheda-Wiedenbrück (dpa). Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg hat den Umgang mit Rassismus im Fußball und in diesem Zusammenhang den Verbleib von Präsident Clemens Tönnies beim Bundesligisten FC Schalke 04 kritisiert. „Während wir über Rassismus diskutieren, darf Clemens Tönnies weiter Schalke-Chef sein. Ein Unding“, schrieb Effenberg in seiner Kolumne für „t-online.de“: „So jemand hat in der Bundesliga nichts zu suchen.“

Donnerstag, 11.06.2020, 08:40 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 08:44 Uhr
Stefan Effenberg Foto: Guido Kirchner/dpa
Stefan Effenberg Foto: Guido Kirchner/dpa

Tönnies hatte vor knapp einem Jahr als Redner beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Man dürfe nach solchen Aussagen des Chefs „schon noch mal fragen, wie ein Verein sich glaubhaft gegen Rassismus positionieren möchte“, schrieb Effenberg. „Clemens Tönnies darf bis heute den Verein führen. Ich habe dafür null Verständnis. Wer sich rassistisch äußert, hat in keiner Funktion eines Vereins etwas zu suchen.“ Tönnies hatte sein Amt lediglich drei Monate ruhen lassen .

„Aus meiner Sicht sind wir in Deutschland Meister der Inkonsequenz und des Totschweigens. Der Fall Clemens Tönnies ist für mich das beste Beispiel“, erklärte Effenberg: „Und aus heutiger Sicht ist der Umgang mit der Konsequenz, dass er heute wieder auf der Tribüne sitzt, eine Katastrophe.“

Kommentare

Beutelipper  schrieb: 11.06.2020 19:51
Die Aussagen von Tönnies waren eine Katastrophe. Dass sich jemand berufen fühlt, Stellung zu beziehen, der massive Menschenrechtsverletzungen in Katar leugnet, kommt überraschend. Er sollte sich besser auf die literarische Aufarbeitung von Fußballthemen beschränken.
1 Kommentare
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