5. Spieltag
Mainz «brutal enttäuscht» - Gladbach sehnt Real herbei

Nicht einmal eine Führung, der beste Saisonauftritt und zwei Tore von Mateta bringen den Mainzern die ersten Liga-Punkte. Trainer Lichte hat einen echten Fehlstart hingelegt. Gladbach meistert trotz Rotation die Aufgabe zwischen Mailand und Madrid.

Samstag, 24.10.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 24.10.2020, 18:42 Uhr
Gladbachs Mannschaft jubelt nach dem Tor zur 1:0-Führung durch Lars Stindl (3.v.r).
Gladbachs Mannschaft jubelt nach dem Tor zur 1:0-Führung durch Lars Stindl (3.v.r). Foto: Torsten Silz

Mainz (dpa) - Als aus den Stadionboxen «Steht auf, wenn ihr Mainzer seid» erklang, konnte schon kaum einer mehr aufstehen.

Die im Stadion erlaubten 100 Zuschauer hatten sich nach dem in höchstem Maße bitteren 2:3 (2:1) gegen Champions-League-Starter Borussia Mönchengladbach schnell aus der Arena verzogen. Nicht einmal der bisher beste Saisonauftritt und zwei Tore des überragenden Stürmers Jean-Philippe Mateta (23./36. Minute) bescherten den noch immer punktlosen 05ern den ersten Erfolg unter Neu-Trainer Jan-Moritz Lichte.

«Jetzt ist erst einmal eine Wut da. Woran es genau gelegen hat, werden wir jetzt analysieren», sagte der Coach, der seit seinem Amtsantritt eine verheerende Bilanz von null Punkten, drei Niederlagen und 2:8-Toren aufweist. Anders als beim 0:4 bei Union Berlin und dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen machte der Mainzer Auftritt diesmal immerhin Mut für die kommenden Aufgaben.

Dass es trotzdem wieder nicht für Zählbares reichte, lag auch an der hohen Qualität des Rivalen. Nach dem Führungstor von Lars Stindl (19.) verwandelten der eingewechselte Jonas Hofmann per Handelfmeter (76.) und Nationalspieler Matthias Ginter (83.) ein 1:2 innerhalb kürzester Zeit in den 3:2-Endstand. «Wir haben ein Spiel gedreht und spät kein Gegentor bekommen», sagte Trainer Marco Rose, der eine «gelungene Reise» nach Mainz erlebt hatte.

Der Coach konnte somit seine Aufstellung, bei der er fünf Spieler im Vergleich zum 2:2 bei Inter Mailand ausgetauscht hatte, noch rechtzeitig korrigieren. «Bei allem Respekt, wir spielen Fußball-Bundesliga. Wir haben hier sicher nicht irgendwas probiert. Natürlich geht es beim Personal darum, auf Jungs aufzupassen. Das wird uns immer wieder erwarten, dass wir Spielern Pause geben», erklärte Rose, der früher selbst bei den Rheinhessen aktiv war und am Samstag besonders viele Bekannte zu begrüßen hatte.

Neben Hofmann hatte er zwischen den Highlights bei Inter Mailand und gegen Real Madrid auch Marcus Thuram, Alassane Plea und Florian Neuhaus auf der Bank gelassen. Das rächte sich fast, bevor Ginter eine Hofmann-Ecke in der Schlussphase doch noch ins lange Eck einköpfte und damit Gladbachs zweiten Liga-Saisonsieg sicherstellte.

Schon am Dienstag (21.00 Uhr) wartet nun das heiß ersehnte Duell mit den Königlichen um Trainer Zinedine Zidane. «Es wird auf jeden Fall ein Highlight. Wir wollen da schon auch zeigen, was wir können. Das haben wir in Mailand schon gezeigt und das wollen wir bestätigen», sagte Matchwinner Hofmann, mit dessen Hereinnahme sich das Spiel drehte. Zuvor hätte man Abstiegskandidat und Europa-Aspirant über weite Strecken nicht voneinander unterscheiden können.

Der zwischenzeitliche Frust hatte sich auch bei Gladbach an der Seitenlinie gezeigt, von wo aus Coach Rose und Sportdirektor Max Eberl vor allem gegenüber Referee Frank Willenborg ihren Unmut äußerten. Kurz vor der Pause klatschte Eberl kräftig gegen die Auswechselbank und brüllte lautstark: «Leck mich doch am Arsch.»

Das werden sich Mainz und Lichte nach der nächsten Enttäuschung nun insgeheim denken. «Es war eine gute Leistung. Wir haben aber leider verpasst, das 3:1 zu machen», resümierte Sportvorstand Rouven Schröder. Man sei zwar «brutal enttäuscht», habe unter dem Nachfolger von Achim Beierlorzer zuletzt aber einen Fortschritt gesehen. «Wir haben noch 29 Spiele. Wir werden alles dafür tun, bald zu punkten», sagte Schröder.

© dpa-infocom, dpa:201024-99-67285/3

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