Arminia steht beim 0:2 gegen Dortmund defensiv eine Halbzeit gut, findet offensiv gar nicht statt und verliert das vierte Spiel in Folge
Eine „dünne“ Darbietung

Bielefeld -

Mit mehr Mut wollte Arminia Bielefeld endlich zurück in die Erfolgsspur. Obendrauf kam ein komplett neues System, mit dem man Borussia Dortmund Herr werden wollte. Am Ende stand der Aufsteiger nach dem 0:2 (0:0) gegen den BVB abermals und verdient mit leeren Händen da.

Sonntag, 01.11.2020, 19:04 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 19:06 Uhr
Dortmund jubelt und Arminias Manuel Prietl (rechts) dreht enttäuscht ab.
Dortmund jubelt und Arminias Manuel Prietl (rechts) dreht enttäuscht ab. Foto: Thomas F. Starke

Mit mehr Mut wollte Arminia Bielefeld endlich zurück in die Erfolgsspur. Obendrauf kam ein komplett neues System, mit dem man Borussia Dortmund Herr werden wollte. Am Ende stand der Aufsteiger nach dem 0:2 (0:0) gegen den BVB abermals und verdient mit leeren Händen da.

Am sechsten Spieltag kassierte der DSC Niederlage Nummer vier in Serie. Zugegeben: Unter denen, die den Neuling bezwangen, waren die Topteams aus München und Dortmund. So schmerzte am Samstag auch weniger die Niederlage an sich, sondern vielmehr das Wie. Doch dazu später mehr.

Erstmals ließ Trainer Uwe Neuhaus seine Elf mit einer Fünferkette in der Abwehr starten. Und der Name hielt lange, was er verspricht. In den ersten 45 Minuten hielt der DSC hinten dicht. „Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit zumindest defensiv ein gutes Spiel gemacht haben. Wir haben nicht viele Torchancen zugelassen“, stellte Neuhaus fest. Vorne startete der DSC erstmals mit zwei Spitzen. Fabian Klos und Sven Schipplock sollten gemeinsam für Gefahr sorgen.

Doch, das war offensichtlich, litt unter der defensiven Ausrichtung und einem starken Gegner das eigene Offensivspiel immens. „Wir wollten enge Räume haben, gut in die Zweikämpfe kommen, den Ball erobern und dann nach vorne umsetzen. Das ist wie in den letzten Wochen zu kurz gekommen, das haben wir nicht geschafft. Deshalb war es nach vorne relativ dünn“, gestand Arminias Trainer ein.

Während Dortmund in der ersten Halbzeit (81 Prozent Ballbesitz) den Ball kreisen ließ, war der DSC bemüht, jedes Abwehrloch zu stopfen. Offensivszenen gab es deshalb kaum, so dass die Partie etwas von einem Beruhigungsmittel hatte – es passierte so gut wie nichts.

Immerhin ging es mit einem 0:0 in die Pause. Doch statt das als Antrieb zu nehmen, machte der BVB im zweiten Durchgang kurzen Prozess mit den chancenlosen Arminen. Zwei Treffer von Mats Hummels (53./71.) besiegelten die nächste Bielefelder Niederlage. Vor allem am ersten Gegentor hatte Uwe Neuhaus danach zu knabbern: „Mich ärgert schon, dass wir das 1:0 nach einer Standardsituation kassieren. Wir haben Dortmund mit nominell drei guten Kopfballspielen und wir hatten sechs an der Zahl. Und wir lassen Hummels da fast frei stehen.“

Mit der Führung der Gäste war ein Punktgewinn für den DSC nahezu ausgeschlossen. Auch deshalb, weil der Aufsteiger abermals Mut und Herz vermissen ließ. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass den Arminen selbst zu schnell die Überzeugung fehlte, das Ruder noch herumreißen zu können.

„Wir wussten, dass sie viel den Ball haben werden. Aber wenn wir ihn dann haben, müssen wir selbstbewusster sein. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, die dann zu Ballverlusten führten“, bemängelte Joakim Nilsson. Der schwedische Innenverteidiger feierte gegen den BVB ein eher unerfreuliches Bundesligadebüt.

So brachte der Underdog den Favoriten nicht annähernd in Verlegenheit. Offensiv fand der Aufsteiger nicht statt. Das belegt auch eine Statistik: Insgesamt kam Arminia nur fünfmal zum Abschluss. Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1992 hat der DSC in keinem Bundesliga-Heimspiel weniger Torschüsse abgegeben.

Doch ist Besserung in Sicht? Die Arminen hoffen darauf. Schon am Samstag (15.30 Uhr) bei Union Berlin. Nilsson: „Natürlich versuchen wir, positiv zu bleiben. Wir sind eigentlich besser mit dem Ball, als wir es gezeigt haben.“

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