11. Spieltag
BVB-Frust nach krachender Niederlage gegen Stuttgart

Drittes Heimspiel, dritte Niederlage - die jüngste Horrorbilanz wirft den BVB im Titelkampf weit zurück. Beim 1:5 gegen Stuttgart präsentierte sich das Favre-Team in erschreckender Form. Das dürfte die Suche nach den Gründen für den Abwärtstrend intensivieren.

Samstag, 12.12.2020, 20:14 Uhr aktualisiert: 12.12.2020, 20:16 Uhr
Stuttgarts Silas Wamangituka (3.v.r.) traf per Elfmeter zur Führung.
Stuttgarts Silas Wamangituka (3.v.r.) traf per Elfmeter zur Führung. Foto: Focke Strangmann/Pool

Dortmund (dpa) - Borussia Dortmund hat sich mit einer krachenden Niederlage vorerst aus dem Titelrennen der Fußball-Bundesliga verabschiedet. Das blamable 1:5 (1:1) gegen den VfB Stuttgart dürfte dem Revierclub unruhige Zeiten bescheren.

Die erste Reaktion von Lucien Favre klang wie eine Kapitulationserklärung. «Das war eine Katastrophe. Wir waren sehr, sehr schlecht. Das geht nicht. Wir waren heute nicht da», sagte der Dortmunder Trainer bei Sky.

Nicht der BVB, sondern der Aufsteiger aus Stuttgart bot ein Spektakel und schlug den hohen Favoriten mit seinen eigenen Waffen. Ohne großen Widerstand ergab sich der vermeintliche Titelaspirant vor allem in der zweiten Halbzeit dem Tempospiel der Gäste. «Die Stuttgarter haben es uns vorgemacht, wie wir eigentlich spielen wollten», klagte Kapitän Marco Reus und fand ähnlich deutliche Worte wie Favre: «Das war beschämend. Wir haben alles vermissen lassen, was wir brauchen. Stuttgart war uns in allen Belangen überlegen. So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren.»

Die Torschützen Silas Wamangituka (26./Foulelfmeter/53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas Gonzalez (90.+1) besiegelten die auch in dieser Höhe verdiente Dortmunder Niederlage. Damit besserte der VfB seine beachtliche Auswärtsbilanz mit inzwischen sechs Partien ohne Niederlage weiter auf.

Der wohl größte Coup seit dem Wiederaufstieg bereitete Pellegrino Matarazzo große Freude: «Wir haben brutal als Einheit funktioniert und mit Dominanz und Überzeugung unseren Fußball gespielt. Ich bin stolz auf die Jungs», schwärmte der VfB-Coach. Als Erklärung für den steten Aufwärtstrend in seinem Team machte er den Trainingsfleiß seiner Profis aus: «Wir machen sehr gute Schritte in guter Geschwindigkeit. Es ist ein enormes Trainingsniveau und Engagement. Das ist der Grund, warum wie so schnell vorankommen.»

Dagegen bot der BVB wie schon bei der Niederlage vor zwei Wochen an gleicher Stätte gegen den 1. FC Köln (1:2) trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Giovanni Reyna (38. Minute) eine indiskutable Vorstellung. «Heute haben wir uns im Minutentakt ins eigene Fleisch geschnitten», kommentierte Abwehrchef Mats Hummels die hohe Zahl an Gegentreffern in der zweiten Halbzeit, die durch eigene Fehlpässe im Spielaufbau eingeleitet wurden. Damit verlor der BVB auch sein drittes Bundesliga-Heimspiel in Serie - das gab es für den BVB letztmals in der Saison 2013/14 unter Jürgen Klopp.

Die Miene von Favre verfinsterte sich von Minute zu Minute mehr. Denn seine Chance auf die Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrages dürften mit dieser Vorstellung weiter gesunken sein. Nicht auszuschließen, dass die eigentlich für Ende Januar angedachten Vertragsgespräche im Fall weiterer Rückschläge in den Spielen bis Weihnachten bei Werder Bremen, Union Berlin und im Pokal bei Eintracht Braunschweig vorverlegt werden - zu ungunsten von Favre. Der Schweizer forderte schnelle Wiedergutmachung: «Wir müssen schon im nächsten Spiel ein Zeichen setzen.»

© dpa-infocom, dpa:201212-99-668645/5

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