24. Spieltag
Hector rettet bei Comeback Köln einen Punkt gegen Werder

Immer wieder wurde Jonas Hector von Verletzungen zurückgeworfen. Wie wichtig der Ex-Nationalspieler für das Kölner Spiel ist, zeigt er bei seinem Comeback gegen Bremen. Kurz nach seiner Einwechslung rettet er dem FC einen Punkt.

Sonntag, 07.03.2021, 18:14 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 18:16 Uhr
Bremens Stürmer Niclas Füllkrug und Kölns Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri kämpfen an der Seitenauslinie, vor den Augen von Werder-Coach Kohfeldt, um den Ball.
Bremens Stürmer Niclas Füllkrug und Kölns Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri kämpfen an der Seitenauslinie, vor den Augen von Werder-Coach Kohfeldt, um den Ball. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa) - Jonas Hector kniete abseits der Kollegen auf dem Feld und schaute nachdenklich in den Kölner Himmel.

Zwar hatte der Kapitän des 1. FC Köln seinen Verein beim Comeback nach sechs Wochen als Joker vor einer weiteren bitteren Niederlage im Abstiegskampf bewahrt, doch zum Jubeln war ihm nach dem Schlusspfiff nicht zumute. Der eine Punkt beim 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen war nach zumindest beherztem Kölner Spiel am Ende zu wenig.

«Wir haben uns für ein richtig gutes Spiel nicht wirklich belohnt», sagte der in dieser Saison von zahlreichen Verletzungen geplagte Ex-Nationalspieler beim TV-Sender Sky durchaus missmutig: «Aber wir müssen mit dem Punkt leben.» Hector traf sieben Minute vor Ende, nachdem er erst zwölf Minuten zuvor eingewechselt worden war. Es war nach einem Jahr und einem Tag sein erstes Tor, und damit sein erstes in einem Geisterspiel. Allerdings war der Treffer wegen eines möglichen Foulspiels an Werder-Keeper Jiri Pavlenka ein wenig umstritten. «Für mich war es kein Foul», sagte Hector.

Sein Trainer Markus Gisdol sah es genauso. «Ich glaube, niemand kann sich großartig beschweren, dass dieses Tor gegeben wird», sagte er. Kollege Florian Kohfeldt tat aber genau das und bewertete das Luft-Duell zwischen Emmanuel Dennis und Pavlenka anders: «Das ist ein klares Foul, weil Jiri der Arm weggedrückt wird. Da hätte der VAR eingreifen müssen.» Insgesamt war es für Kohfeldt «ein Punkt, den wir gerne nehmen, weil der Abstand auf Köln gleich bleibt. Aber es war nicht der große Schritt, den wir gehen wollten.»

Obwohl der FC seine überwiegend ängstliche Spielweise der vergangenen Heimspiele abgelegt hatte, war er gegen extrem defensive Bremer durch Joshua Sargent zunächst in Rückstand geraten (66.). Mit 22 Punkten haben die Kölner, die in zwölf Heimspielen in dieser Saison ganze sieben Punkte holten, vier Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsrang. «Wir müssen versuchen, das auszubauen», betonte Hector. Die Bremer haben nun 27 Zähler auf dem Konto und könnten sich mit einem Sieg im Nachholspiel am Mittwoch bei Arminia Bielefeld fast schon aller Abstiegssorgen entledigen.

Die Kölner, bei denen Ex-Nationalspieler Max Meyer sein Startelf-Debüt gab, wären beinahe schnell in Führung gegangen, allerdings durch einen Standard. Nach einem Eckball von Elvis Rexhbecaj schoss Jan Thielmann volley seinem drei Meter vor dem Tor im Weg stehenden Mitspieler Ellyes Skhiri in die Hacken (2.). Auch die zweite gute Chance folgte nach einem Eckball: Skhiri köpfte aus fünf Metern, doch Pavlenka hielt mit einer Hand (20.).

Werder spielte wie zuletzt meist aus einer kompakten Defensive, schaffte es aber zunächst nicht, seine eigentlich starken Offensivkräfte in Szene zu setzen. Das 0:0 trotz nur 34 Prozent Ballbesitz, 3:11 Torschüssen und 0:6 Ecken zur Pause war deshalb glücklich. Eine echte Torchance der Bremer war in der ersten Halbzeit nicht zu notieren. Die erste folgte nach 81 Sekunden der zweiten Halbzeit durch Ludwig Augustinsson, dessen Schuss aus etwa zehn Metern Kölns Torhüter Timo Horn mit dem Fuß parierte.

Köln hatte immer noch mehr den Ball, doch offenbar schlich sich nun auch eine leise Angst vor dem entscheidenden Konter ein. Das spürten die Bremer und schlugen durch Sargents Kopfball nach Flanke von Romano Schmid eiskalt zu. FC-Trainer Markus Gisdol brachte nun Dennis und Kapitän Hector. Und dem Ex-Nationalspieler gelang noch der Ausgleich, als er aus kurzer Entfernung abstaubte.

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