Di., 05.09.2017

Wie der TBV Lemgo mit der ungewohnten Anfangszeit umgeht Pasta zum Frühstück

Biorhythmus überlistet: Andrej Kogut (im Wurf) vom TBV Lemgo.

Biorhythmus überlistet: Andrej Kogut (im Wurf) vom TBV Lemgo. Foto: Hans Peter Tipp

Lemgo (WB/tip). Nach dem 33:29-Sieg gegen den SC DHfK Leipzig verriet Rechtsaußen Tim Hornke ein Erfolgsrezept des Handball-Bundesligisten TBV Lemgo: »Ich habe zum Frühstück einen großen Teller Nudeln gegessen«, sagte der Nationalspieler. Hornkes Morgenmahlzeit war aber nicht das einzige Opfer, das die Lipper in Vorbereitung auf den ungewohnten Spieltermin am Sonntag um 12.30 Uhr brachten.

So hatte Trainer Florian Kehrmann seine Mannschaft tags zuvor exakt zur Anwurfzeit zum Abschlusstraining in die Lipperlandhalle versammelt, um den Ablauf des Spieltages zu üben und die innere Uhr der Spieler auf die merkwürdige Belastungszeit einzustellen. Kapitän Andrej Kogut achtete selbst auf Details, um seinen Biorhythmus zu trimmen: »Ich bin schon am Samstag 7.30 Uhr aufgestanden und habe um 8 Uhr gefrühstückt – so wie am Sonntag.«

Zum ersten Mal seit der Vergabe der Fernsehrechte an den Bezahlsender Sky musste der TBV Lemgo sonntags um 12.30 Uhr zu einem Bundesligaspiel auflaufen. »Mit einer Scheibe Brot zum Frühstück wäre ich nicht über den Tag gekommen«, sagte Hornke, der nach Nudeln am Morgen und Sieg am Mittag aber lecker zufrieden war und sich über den frühen Feierabend freute: »Das ist der Vorteil dieser Anwurfzeit.«

Magerer Zuschauerzuspruch

Doch die gute sportliche Lemgoer Bilanz wurde von einer schwachen Zuschauerresonanz arg eingetrübt. Nur 2711 Zuschauer fanden sich zur Mittagsmatinee in der Lipperlandhalle ein. »Die Anzahl ist schon sehr enttäuschend«, gab TBV-Manager Jörg Zereike zu und machte neben der Anwurfzeit (»Sie ist uns auch nicht recht. Ändern können wir sie aber nicht, also müssen wir sie hinnehmen.«) weitere Gründe aus: »Im September ist es in Lemgo traditionell schwer, die Halle zu füllen. Dann haben viele Leute den vielleicht letzten schönen Sommersonntag einfach anders genutzt. Außerdem ist Leipzig ein guter Gegner, aber kein Publikumsmagnet.« Zereike hofft nun, dass sich »die Zuschauer an die neuen Zeiten gewöhnen«. Gelegenheit dazu haben die Lemgo-Fans reichlich: Allein bis zum 1. Oktober muss der TBV noch drei Mal um 12.30 Uhr ran, zwei Mal vor eigenem Publikum – wenn es denn kommt.

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