Deutschlands prominentester Ultraläufer Florian Neuschwander startet beim Hermannslauf
Florian Neuschwander: »Ich baller mit«

Bielefeld (WB). Rekordchampion Elias Sansar gilt beim 48. Hermannslauf am 28. April als großer Favorit. Jetzt aber hat sich jemand gemeldet, der dem elffachen Sieger aus Detmold Beine machen will – und das auch kann.

Freitag, 19.04.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 19.04.2019, 08:08 Uhr
Seine Beine tragen den Ultraläufer Florian Neuschwander durch die ganze Welt. Jetzt will er den Teuto erobern.Foto: imago
Seine Beine tragen den Ultraläufer Florian Neuschwander durch die ganze Welt. Jetzt will er den Teuto erobern. Foto: imago

Mit dem Offenbacher Florian Neuschwander hat Deutschlands prominentester Ultraläufer via Instagram seinen Start beim 31,1-km-Lauf vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg bekanntgegeben. »Für alle, die von Detmold nach Bielefeld ballern. Ich baller mit«, verkündet dort der 37-Jährige, der gerne läuft und noch lieber viel läuft.

Schnäuzer als Markenzeichen

Drahtige Figur, Brille, Schnäuzer, meistens mit Mütze – ein lässiger Lauffreak, ein cooler Typ. Das ist Neuschwander. So kennt ihn die Laufszene, und so kennen ihn zehntausende im Netz. Der Läufer aus Leidenschaft, der in einem Frankfurter Laufladen arbeitet, inzwischen aber auch Vorträge über das Laufen hält, ist zugleich ein Inszenierungs- und Vermarktungsprofi. Mit mehr als 48.000 Followern bei Facebook und 56.900 bei Instagram hat er in diesen Netzwerken mehr Fans als die Glamour Girls der deutschen Leichtathletik, Gina Lückenkemper und Gesa Krause.

Schon vor vier Jahren sagte Neuschwander zu einer entsprechenden WESTFALEN-BLATT-Anfrage, dass er den Teutoklassiker auf seiner To-Do-Liste habe. Das bestätigte er jetzt in seiner neuesten Videobotschaft. Er habe sich kurzfristig zum Start am Hermannsdenkmal entschlossen, sagte er dort: »Weil ich den Lauf schon lange machen wollte.«

Eigentlich trainiert Neuschwander zurzeit für den Wings for Life World Run in München (8. Mai). Diesem weltumspannend ausgetragenen Charitylauf verdankt er einen Teil seiner immensen Popularität. Neuschwandner gewann diesen Lauf 2015 in Darmstadt und 2016 in München, 2018 war er Zweiter, 2017 Dritter. Drei Mal stand er in der globalen Wertung unter den Top Sechs.

Rennt aus Spaß

Neuschwander rennt aus Spaß, hat aber auch nichts dagegen zu gewinnen. Zu seinen großen Erfolgen zählen der Sieg beim Trans Rockies Run (2015), einem Sechs-Tages-Rennen über 190 Kilometer, und der beim Supermarathon am Rennsteig über 73,5 Kilometer (2018). Vor drei Wochen lief er bei den Deutschen Ultrameisterschaften über 50 Kilometer als Dritter auf das Treppchen.

Aber kann er, der den Hermannslauf als Trainingslauf ansieht, Elias Sansar wirklich den Thron an der Sparrenburg streitig machen? Neuschwander (Bestzeit über zehn Kilometer: 30:12 Minuten, allerdings aus dem Jahr 2011) hat eigentlich alles, was es dazu braucht: das Tempo, natürlich die Ausdauer, aber auch die mentale Stärke. Doch die Strecke von Detmold nach Bielefeld und vor allem jene Stellen, an denen der Lauf entschieden wird, die kennt keiner so gut wie Sansar.

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