Do., 13.06.2019

Der Warsteiner hat bislang in Halle noch kein Match im Einzel gewonnen Struff – als junger Vater erfolgreich wie nie

Jan-Lennard Struff zählt erstmals zu den besten 40 Tennisprofis der Welt.

Jan-Lennard Struff zählt erstmals zu den besten 40 Tennisprofis der Welt. Foto: dpa

Von Hans Peter Tipp

Halle (WB). Jan-Lennard Struff erlebt die beste Zeit seines Lebens. Seit gut zwei Monaten ist er Vater, und sportlich agiert er so erfolgreich wie noch nie. Beim ATP-Turnier in Stuttgart hat er jetzt das Viertelfinale erreicht .

Großes Lob kam jüngst aus berufenem Munde. »Er hat eine neue Stufe in seiner Karriere erklommen«, befand der frühere Wimbledonsieger Boris Becker in Paris. Kurz zuvor war der 28 Jahre alte Struff auf höchst spektakuläre Art und Weise erstmals in das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen.

Jan-Lennard Struff

Nationalität: Deutscher

Alter: 29 Jahre

Geburtsort: Warstein

Größe: 1,96 Meter

Profi seit: 2009

Höchste ATP-Platzierung: 38 (10. Juni 2019)

Weltrangliste aktuell: 38

ATP-Turniersiege: 0

Bisheriges Preisgeld: 4.513.764 US-Dollar

Halle-Bilanz: 1. Runde 2018, 2017, 2016, 2015, 2014

In fast viereinhalb Stunden rang der gebürtige Warsteiner den amtierenden Halle-Champion Borna Coric in fünf Sätzen nieder und verdiente sich damit ein Duell mit Novak Djokovic – der zwei Tage später aber mindestens eine Nummer zu groß war. Es sei ein »unfassbares Match« gewesen, urteilte Struff, der in Paris mit ungewohnten Emotionsausbrüchen ebenso verblüffte wie mit dem Erfolg an sich. Als alles auf des Messers Schneide stand, forderte der Deutsche – sonst eher introvertiert – mit den Armen rudernd die Zuschauer zu mehr Unterstützung auf.

Nach dem Sieg sank er im Sand auf die Knie. Später sagte er: »Das war Weltklasse, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin überglücklich, dass ich gewonnen habe. Es war ein ständiges Auf und Ab, ein Wahnsinn.« Das spektakuläre Match bildete den vorläufigen Höhepunkt eines Halbjahres, in dem Struff mit Stefanos Tsitsipas, Alexander Zverev und Marin Cilic drei Top-Ten-Spieler besiegt hat. Zur Belohnung zählt er nun erstmals zu den besten 40 Profis der Welt.

Aber nicht nur sportlich läuft es rund. In seinem Leben sei ein »sehr großer Glücksmoment dazu gekommen«, berichtete der frühere BW-Halle-Profi in Paris. Er meinte seinen Erstgeborenen Henri, der seit zwei Monaten privat die erste Geige spielt. »Das Leben ändert sich komplett«, erzählte Struff. Er sei froh, dass seine Freundin Madeleine zu Hause viel abfange und ihm den Rücken stärke.

Nach Halle will er seine Familie mitnehmen. Und vielleicht klappt es mit dieser Rückendeckung dann in Ostwestfalen ja auch besser als in der Vergangenheit. Denn ein Match gewonnen bei seinem Heimturnier hat Struff im Einzel bislang noch nicht.

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