Di., 25.06.2019

Tauglichkeitsuntersuchung für Bundesligaprofis erweitert Fußballer zum Hirn-Check

Kopfbälle sind immer auch ein Risiko.

Kopfbälle sind immer auch ein Risiko. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Bielefeld/Paderborn (dpa/WB). Die Bundesliga-Profis müssen sich von der neuen Saison an auf mögliche Hirnverletzungen untersuchen lassen. Dies geht aus einem Brief der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an die Klubs hervor, den die »Bild am Sonntag« veröffentlicht hat. Hintergrund sind die häufig diskutierten Kopfverletzungen im Sport.

Künftig muss demnach für jeden Erst- und Zweitliga-Profi ein so genanntes »Baseline-Screening« im Rahmen der jährlichen Tauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden. Empfohlen wird der Test auch für die Nachwuchsleistungszentren. Unterschrieben ist der Brief von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, der die Kommission leitet, und von DFL-Direktor Andreas Nagel.

»Akute Kopfverletzungen sind eine Gefahr für die Sportler, dafür werden Klubs und Ärzte regelmäßig sensibilisiert«, sagte Nagel der Zeitung. »Mit der verbindlichen Einführung des Baseline-Screening professionalisieren wir den Umgang mit Kopfverletzungen im Fußball weiter und schaffen einen einheitlichen Standard für Bundesliga und 2. Liga.«

So läuft das beim SCP und DSC:

Erstliga-Aufsteiger SC Paderborn lässt die Untersuchungen laut Teammanager Ole Siegel von Donnerstag an vornehmen. Der SCP profitiert bei diesem sensiblen Thema von der engen Zusammenarbeit mit dem sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn und insbesondere dessen Leiter Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, der als erster Neurologe deutschlandweit einen solchen Lehrstuhl leitet.

Bei Zweitligist Arminia Bielefeld hat die Tauglichkeitsuntersuchung bereits stattgefunden. Pressesprecher Daniel Mucha bestätigte auf Anfrage, dass bei den DSC-Profis auch das »Baseline-Screening« erstellt wurde.

Grundlage für die neue Untersuchung ist der »Scat-5-Test«, bei dem potenzielle Schädigungen des Gehirns erkannt werden können. Hintergrund der neuen DFB/DFL-Vorgaben ist die Tatsache, dass das Thema Gehirnverletzungen auch im Fußball immer ernster genommen wird. 6,4 Prozent aller Verletzungen im Fußball betreffen den Kopf. In der Saison 2018/19 gab es in der Bundesliga 12.902 Kopfballduelle.

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