Fr., 02.08.2019

Clemens Tönnies nach Äußerungen über Afrikaner in der Kritik Vorstand verteidigt Tönnies: Vertritt die Werte von Schalke 04

Trainingslager FC Schalke 04: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (Mitte) spricht in der Medienrunde

Trainingslager FC Schalke 04: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (Mitte) spricht in der Medienrunde Foto: dpa

Mittersill (dpa). Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider hat Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Äußerungen über Afrikaner in Schutz genommen. »Ich kenne Clemens Tönnies seit zehn Jahren. Er ist ein Mensch, der zu hundert Prozent die Werte von Schalke 04 vertritt«, sagte Schneider am Freitag am Rande des Trainingslagers des Fußball-Bundesligisten im österreichischen Mittersill.

Laut Schneider habe Tönnies eine »unbedachte Äußerung getätigt und sich heute Morgen prompt entschuldigt. Unsere Gesellschaft funktioniert so, dass sich ein Mensch entschuldigen kann und es danach weiter geht.«

Der Verein reagierte am Freitag mit einer vom Vorstand gezeichneten Erklärung, in der es hieß: »Wir haben Clemens Tönnies in den langen Jahren der Zusammenarbeit nie anders erlebt als jemanden, der mit vollem Einsatz für den FC Schalke 04 und unsere Werte einsteht. Seine Aussage steht natürlich in deutlichem Widerspruch zu unserem Leitbild, daher war seine Entschuldigung richtig und wichtig.«

Ehrenrat schaltet sich ein

Tönnies soll sich aber vor dem Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 erklären. »Der Ehrenrat wird sich in diesem Fall zeitnah des Themas annehmen und in seiner nächsten, in der kommenden Woche anstehenden, Sitzung damit befassen«, teilte der Verein am Freitag mit.

Demnach habe der Ehrenrat bereits mit Tönnies Kontakt aufgenommen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates habe unverzüglich seine Bereitschaft erklärt, sich auch in der Sitzung zu dem Vorgang zu äußern.

Das sagte Tönnies:

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Wörtlich sagte er: »Wir investieren zwischen 20 und 27 Milliarden Euro, um 0,0016 Prozent Kohlendioxid bezogen auf den Globus zu verändern. Warum geben wir das Geld nicht unserem Gerd Müller, unserem Entwicklungsminister, und der spendiert jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika? Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, hören auf, wenn es dunkel ist – die sind ja dann elektrifiziert – Kinder zu produzieren. Ich bin in Sambia gewesen, da gibt es 14,6 Kinder pro Pärchen. Was machen die, wenn es dunkel ist?«

Am Freitag hatte sich der 63-Jährige entschuldigt. »Als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1000-prozentig hinter unseren Vereinswerten. Dazu gehört der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung«, stellte Tönnies im Internetportal des Clubs fest. Seine Aussage sei »falsch, unüberlegt und gedankenlos« gewesen.

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