Fr., 16.08.2019

Clemens Tönnies gibt am Tefon Auskunft Fall Tönnies: DFB-Ethikkommission befragte auch Asamoah

Clemens Tönnies (rechts) Fußballspieler Gerald Asamoah umarmen sich am 2013 nach einer Pressekonferenz.

Clemens Tönnies (rechts) Fußballspieler Gerald Asamoah umarmen sich am 2013 nach einer Pressekonferenz. Foto: dpa

Frankfurt Main (dpa). Die DFB-Ethikkommission hat im Fall der Afrika-Äußerungen des Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies auch den früheren Profi Gerald Asamoah befragt.

Das bestätigte der Kommissionsvorsitzende Nikolaus Schneider am Freitag in einem Interview des Bayerischen Rundfunks (Bayern 2, radioWelt am Morgen). »Sehr bewusst mit einem Menschen, der ja betroffen war von dieser Äußerung von Herrn Tönnies«, sagte Schneider über das Telefonat mit Asamoah während der Sitzung am Donnerstag.

Tönnies erklärt sich am Telefon

Die Kommission habe Tönnies in einem Telefonat »mit dem Rassismusvorwurf konfrontiert und auch seine völlig verfehlte Wortwahl sehr deutlich angesprochen«, sagte Schneider. Tönnies habe »noch einige Informationen gegeben, die wir vorher so nicht kannten, die bisher auch so in der Presse nicht rumgegangen sind. Und wir müssen jetzt an dieser Stelle noch einiges nacharbeiten «, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Ex-Schalke-Profi Asamoah, langjähriger königsblauer Weggefährte von Tönnies, hatte zuletzt öffentlich Kritik geäußert. Er sei »sehr überrascht, geschockt und auch verletzt« , hatte der gebürtige Ghanaer und Manager des Schalker U23-Teams gesagt. »Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Das können wir nicht dulden.«

Das hat Tönnies in Paderborn gesagt

Wörtlich hatte Tönnies als Festredner beim »Tag des Handwerks« in Paderborn gesagt: »Wir investieren zwischen 20 und 27 Milliarden Euro, um 0,0016 Prozent Kohlendioxid bezogen auf den Globus zu verändern. Warum geben wir das Geld nicht unserem Gerd Müller, unserem Entwicklungsminister, und der spendiert jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika? Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, hören auf, wenn es dunkel ist – die sind ja dann elektrifiziert – Kinder zu produzieren. Ich bin in Sambia gewesen, da gibt es 14,6 Kinder pro Pärchen. Was machen die, wenn es dunkel ist?«

Für seine Aussagen hatte er sich später entschuldigt und sie selbst als »töricht« bezeichnet. Sein Amt als Aufsichtsratschef lässt er für drei Monate ruhen.

Vor der Tagung der Ethik-Kommission forderten Vereine und Privatpersonen den DFB auf, die Tönnies-Aussage als »rassistisch« einzustufen.

 

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