9:8 nach Elfmeterschießen – Torhüter Brüseke wird zum Helden – Eigengewächs Schöppner (20) verwandelt entscheidend – Mit Fotostrecke
Die nächste Sensation: Verl haut Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal

Verl (WB/dpa). Die nächste Pokalsensation ist perfekt : Fußball-Regionalligist SC Verl hat als zweiter Viertligaklub überrascht und nach einem Elfmeter-Krimi das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Das Team von Trainer Guerino Capretti bezwang Zweitligist Holstein Kiel nach Elfmeterschießen mit 9:8 (1:1, 1:1, 1:1).

Mittwoch, 30.10.2019, 21:26 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 22:01 Uhr
Die Fußballer des SC Verl haben die nächste Sensation im DFB-Pokal geschafft und Holstein Kiel am Mittwochabend im Elfmeterschießen mit 9:8 bezwungen. Foto: Thomas F. Starke
Die Fußballer des SC Verl haben die nächste Sensation im DFB-Pokal geschafft und Holstein Kiel am Mittwochabend im Elfmeterschießen mit 9:8 bezwungen. Foto: Thomas F. Starke

DFB-Pokal, 2. Runde: SC Verl vs. Holstein Kiel (9:8 n. E.)

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Der Tabellenführer der Regionalliga West sorgte am Mittwochabend gegen den zwei Klassen höheren Tabellenzehnten der 2. Liga für den großen Coup und steht als einziger ostwestfälischer Klub im Achtelfinale. Das ist der bislang größte Erfolg in der Verler Vereinsgeschichte: Mit dem Sieg über das Team aus dem hohen Norden zogen die Verler erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die Runde der letzten 16 ein.

Torhüter Robin Brüseke wird zum Helden

Vor 5153 Zuschauern erzielten Kiels Janni Serra (13.) und Verls Nico Hecker (45.+1) die Treffer in der regulären Spielzeit. Im Elfmeterschießen verwandeltedas 20-jährige Eigengewächs Jan Schöppner den entscheidenden Strafstoß. Zuvor wurde SCV-Torwart Robin Brüseke zum Helden, indem er gegen Phil Neumann parierte. Verls Keeper hatte vorher bereits das Aus abgewendet, als er im Elfmeterschießen beim Stand von 3:4 gegen Emmanuel Iyoha hielt.

1980 schon einmal in Runde drei

1980 hatte Verl schon einmal die 3. Runde erreicht, diese wurde damals aber mit 32 Mannschaften ausgespielt. Die enttäuschenden Kieler verpassten den sechsten Einzug ins Achtelfinale den zweiten in Folge. »Wir werden sicher nicht ins offene Messer laufen. Wir werden aber auch keinen Bus vor unserem Tor parken«, hatte SCV-Trainer Guerino Capretti vor der Partie versprochen. Und so legte der Viertligist munter los. Verl war von Beginn an auf Augenhöhe – nur nicht beim ersten Treffer der Partie.

Nico Hecker trifft zum 1:1 (45.+1)

Da verlor Schöppner den U21-Nationalspieler Janni Serra aus den Augen, der die Gäste in Führung brachte (13.). Aber die Gastgeber schüttelten sich kurz, steckten diesen Rückschlag weg und waren lange die bessere Elf. Kiel wurde vor dem Seitenwechsel nur noch ein Mal gefährlich. In der 26. Minute profitierten die Gäste von einem Ausrutscher des Verler Innenverteidigers Julian Stöckner. Serra machte sich auf, konnte aber von Frederik Lach noch am Schuss gehindert werden. Drei Minuten später stand der 22-jährige Abwehrspieler der Verler unfreiwillig im Mittelpunkt, als er im Strafraum der Gäste den Ellbogen von Kiels Salih Özcan ins Gesicht bekam. Schiedsrichter Christof Günsch hatte das nicht mitbekommen. Ansonsten hätte er wohl auf Elfmeter entscheiden müssen. Einen Videoreferee gibt es in der zweiten Pokalrunde nicht.

Erst nach minutenlanger Unterzahl – der blutende Lach musste behandelt werden und ein neues Trikot überstreifen – konnte der Verteidiger zunächst mit einem Kopfverband weiterspielen. Dann belohnten sich die Verler doch noch. Nachdem Yildirim in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs aus spitzem Winkel von links abgezogen hatte und Holstein-Torwart Ioannis Gelios den Ball abprallen ließ, war Nico Hecker zur Stelle und nickte zum 1:1 (45.+1) ein.

Lattentreffer für Kiel, Riesenchance für Verls Haeder

Die Verler, die zuvor den Erstligisten FC Augsburg mit 2:1 ausgeschaltet hatten, waren somit direkt vor der Pause wieder im Geschäft. Nach dem Seitenwechsel nahm Verls Überlegenheit zu. Doch weder Stöckners Kopfball (52.), noch die Doppelchance durch Hecker und Mehmet Kurt (62.) brachten Zählbares. Erst ab der 75. Minute wurde Kiel stärker – auch weil dem Regionalligisten langsam die Kräften schwanden. So ging es in die Verlängerung. Kiel hatte nun mehr Ballbesitz, Verl blieb trotz eines Lattentreffers von Kiels Alexander Mühling (105.) gefährlich. Der eingewechselte Matthias Haeder hätte das Elfmeterschießen verhindern können. Doch sein Schuss aus der Nahdistanz (111.) strich über das Tor.

Trainer unterrichtete morgens noch in der Realschule

Die Gastgeber, die für das Spiel in der mit 5.153 Zuschauern ausverkauften Sportclub Arena mobile Flutlichtmasten aufstellen mussten und deren Trainer Rino Capretti am Morgen noch an einer Realschule in Gütersloh unterrichtet hatte, sind neben dem am Dienstag gegen Bundesligist Köln erfolgreichen 1. FC Saarbrücken einziger Viertligist in der zweiten Runde.

Verl: Brüseke - Choroba, Stöckner, Lach, Ritzka - Schallenberg (106. Schröder), Kurt (96. Mikic), Schöppner - Hecker (73. Andzouana), Janjic, Yildirim (101. Haeder)

Kiel: Gelios - Neumann, Schmidt, Wahl, van den Bergh - Sander (46. Porath) - Mühling, Lee - Özcan (112. Eberwein) - Baku (57. Iyoha), Serra (80. Khelifi)

Schiedsrichter: Günsch (Marburg)

Zuschauer: 5153 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Serra (13.), 1:1 Hecker (45.+1)

Elfmeterschießen: 0:1 Wahl, 1:1 Janjic, 1:2 Khelifi, 2:2 Lach, 2:3 Mühling, 3:3 Ritzka, 3:4 Porath, Choroba verschießt, Brüseke hält von Iyoha, 4:4 Schröder, 4:5 Lee, 5:5 Haeder, 5:6 Schmidt, 6:6 Stöckner, 6:7 Eberwein, 7:7 Andzouana, Brüseke hält von Neumann, 8:7 Schöppner

Gelbe Karten: Kurt, Mikic / Schmidt, Sander

 

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