So., 10.11.2019

Überzeugender 27:19-Sieg im Kellerduell gegen verschlafene Eulen Ludwigshafen TBV Lemgo stoppt die Sieglosserie

Andreas Cederholm (hier im Spiel gegen Hannover) steuerte einen Treffer zum klaren Sieg des TBV Lemgo gegen die Eulen aus Ludwigshafen bei.

Andreas Cederholm (hier im Spiel gegen Hannover) steuerte einen Treffer zum klaren Sieg des TBV Lemgo gegen die Eulen aus Ludwigshafen bei. Foto: imago

Von Hans Peter Tipp

Lemgo (WB). Handball-Bundesligist TBV Lemgo hat in überzeugender Manier seine Sieglosserie gestoppt und sich Luft im Tabellenkeller verschafft. Nach zuvor zehn Bundesligaspielen in Folge ohne doppelten Punktgewinn bezwangen die auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutschten Lipper am Sonntag den Vorletzten Eulen Ludwigshafen deutlich mit 27:19 (15:6).

Für den früheren Europapokalsieger war es der erste Sieg seit dem ersten Spieltag und der erste in dieser Saison vor heimischem Publikum. »Das haben wir heute super gemacht. Wir haben überragend verteidigt – mit einer guten Torwartleistung«, befand TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike. Trainer Florian Kehrmann lobte seine Mannschaft »für die Arbeit in der vergangenen Woche«, die sich ausgezahlt habe: »Entscheidend war die Bereitschaft in der Abwehr, den zusätzlichen Meter zu gehen. Das hat man gerade in unseren Unterzahlsituationen gesehen.« Denn auch mit einem Mann weniger hatte sein Team am Sonntag die harmlosen Gäste jederzeit gut im Griff.

Anfangsphase gehörte Kreisläufer Christian Klimek

Mit dem Anpfiff waren die Lemgoer da und – noch wichtiger – von Anfang an das dominierende Team. So fanden die Gastgeber vor 3687 Zuschauern prächtig in die Partie. Kehrmann konnte wie zuletzt schon im Auswärtsspiel in Göppingen wieder auf die zuvor lange verletzten Andrej Kogut und Christoph Theuerkauf zurückgreifen. Doch die Anfangsphase gehörte Kreisläufer Christian Klimek. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 sorgte der robuste 29-Jährige mit einem Doppelpack zum 3:1 für die erste Lemgoer Zweitoreführung. Und es war ebenfalls Klimek, der in der 12. Minute auf 5:2 erhöhte.

Mit drei Treffern führte Lemgo auch zehn Minuten später noch, ehe Bjarki Mar Elisson in der Abwehr aufpasste, einen Pass der Gäste stibitzte und mit dem 9:5 die TBV-Fans richtig abgehen ließ. Erstmals lag Lemgo mit vier Toren vorn. Und die Eulen? Die nahmen erst mal eine Auszeit. Doch das Momentum lag weiterhin auf Seiten der Gastgeber – auch weil Ludwigshafens Rechtsaußen Alexander Falk am Pfosten scheiterte und Elisson es im Gegenzug besser machte: 10:5.

Höchste Führung in dieser Saison

Dann trat Peter Johannesson auf den Plan. Erst hielt der TBV-Keeper einen Siebenmeter und wenig später einen Hundertprozentigen von Jerome Müller. Bobby Schagen, Theuerkauf und noch einmal Elisson erhöhten auf 13:5, ehe Ludwigshafen nach langer Torflaute wieder ein Treffer gelang. Die Reaktion in der Halle: Lemgos Zuschauer erhoben sich, klatschten rhythmisch und verbrachten die Zeit bis zur Pausensirene stehend.

Doch die TBV-Profis hatten noch lange nicht genug: Elisson baute mit seinen Treffern fünf und sechs den Vorsprung vor dem Seitenwechsel auf 15:6 aus. Nach diesem 8:1-Lauf ging es in die Kabine. War es die beste Halbzeit des TBV in dieser Saison? Auf jeden Fall war es die bislang effektivste der Lemgoer und die mit der höchsten Führung in dieser Saison. »Der 8:1-Lauf zum Ende der ersten Halbzeit hat das Spiel schon entschieden«, befand Kehrmann. »Wir verlieren das Spiel genau in dieser Phase«, stimmt ihm sein Kollege Benjamin Matschke (Ludwigshafen) zu.

Schaulaufen

Trotz der hohen Führung hielt sich der TBV auch im zweiten Durchgang nicht zurück. Isaias Guardiola stellte gleich mal auf zweistellig – 16:6. Nur wenig später traf der überragende Elisson auf 19:8. Der Isländer kam schließlich auf 13 Tore.

Lemgo - Ludwigshafen 27:19 (15:6)

TBV-Tore: Elisson 13, Klimek 4, Guardiola 3, Theuerkauf 3, Schagen 2, Carlsbogard 1, Cederholm 1

DEL-Tore: Remmlinger 2, Durak 2, Hofmann 2, Neuhaus 2, Scholz 2, Stüber 2, Bührer 1, Dietrich 1, Dippe 1, Falk 1, Müller 1, Walullin 1, Tomovski 1

Zuschauer: 3687

Lemgo im Rausch, und von Ludwigshafen kam immer noch nichts. Oder die Gäste scheiterten an Johannesson, der mehr als einmal im TBV-Kasten über sich hinauswuchs. Das Schaulaufen hatte längst begonnen. Die Lemgoer blieben konzentriert, genossen aber jede Minute eines Tages, an dem endlich mal wieder alles lief. Die Zuschauer hielt es knapp fünf Minuten vor Spielende nicht mehr auf den Sitzen. Sie feierten begeistert ihre Mannschaft, die sich diese Ovationen redlich verdient hatte.

»Wir haben schon viele gute Bundesligaspiele gemacht, uns aber – abgesehen vom ersten Spieltag – nie mit einem Sieg belohnt. Deshalb war es sehr wichtig für die Mannschaft, ein bisschen Selbstvertrauen zu bekommen«, sagte TBV-Rechtsaußen Booby Schagen: »Wenn die Abwehr so gut steht und wir uns gegenseitig so gut helfen, dann können wir zuhause jeden Gegner schlagen.«

Mit diesem Rückenwind wollen die Lemgoer es nun in ihrem nächsten Heimspiel am 14. November auch mit dem deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt (19 Uhr/Sky) aufnehmen. Für die Eulen geht die Serie der Schicksalspiele weiter: Am kommenden Sonntag erwartet der Tabellenvorletzte das aktuelle Ligaschlusslicht HSG Nordhorn-Lingen.

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