Frank Carstens und Florian Kehrmann sehen viel Potenzial beim deutschen Team
Zu schwarz gemalt

Minden/Lemgo (WB/o.k.). Der eine war Welt- und Europameister, der andere Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Gemeinsam ist Florian Kehrmann und Frank Carstens: Sowohl der Lemgoer wie auch der Mindener Trainer finden, dass bisher nicht alles schlecht lief beim DHB-Team – und dass das Erreichen des EM-Halbfinales nicht völlig unrealistisch ist.

Mittwoch, 15.01.2020, 11:19 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 11:22 Uhr
Florian Kehrmann (TBV Lemgo) und Frank Carstens (GWD Minden). Foto: Thomas F. Starke
Florian Kehrmann (TBV Lemgo) und Frank Carstens (GWD Minden). Foto: Thomas F. Starke

Carstens: „Man darf nicht alles verteufeln. Das ist der größte Fehler. Bei den Trainern und im Team ist genügend Qualität da. Es gibt genügend Potenzial, sich zu steigern.“ Aus seiner Sicht ist „Selbstkritik richtig und wichtig, aber man muss sich auch daran erinnern, was man kann“. Wichtig sei auch, dass das „Team noch besser zusammenfindet.“ Positiv aufgefallen sind dem 48-Jährigen in den Spielen bisher Kreisläufer Jannik Kohlbacher, Rechtsaußen Tim Kastening und Julius Kühn. Der Rückraumspieler war gegen Lettland der mit Abstand beste Mann auf dem Feld. Carstens: „Da hat Christian Prokop gelernt. Er bringt Julius eher von der Bank. Und während der Partie kam Julius dann in Situationen, die er gut lösen konnte.“

Stimmung im Team

Wie die Stimmung derzeit im deutschen Team ist, kann sich Carstens vorstellen. Wissen tut er es nicht. Mit seinem Spieler Marian Michalczik hatte er während des Turniers keinen Kontakt. „Das mache ich immer so. Das eine ist der Verein, das andere die Nationalmannschaft,“

Kein Freund der Schwarzmalerei ist auch Florian Kehrmann: „Die Mannschaft hat ihre Pflicht erfüllt. Und in der Hauptrunde kann alles passieren.“ Auch wegen der „sehr einfachen Auslosung“. Nur Kroatien, so der 42-Jährige, sei in der Hauptrunde auf einem Niveau mit Spanien. „Aber wenn die Torhüter einen guten Tag erwischen, sind auch sie nicht unschlagbar.“ Deshalb sieht er auch keine Notwendigkeit, die Erwartungen zurückzuschrauben. Zudem: „Vielleicht unterschätzen jetzt einige das DHB-Team.“

„Aura von Bitter“

Auch Kehrmann haben die Auftritte seines Nachfolgers Kaste­ning auf der Außenbahn gefallen. Dazu die „Aura von Jogi Bitter“ und die „Abschlusskonsequenz von Hendrik Pekeler. Das war ja manchmal ein Problem.“ Sicher ist Kehrmann auch, dass Uwe Gensheimer wieder zu der Form findet, die man von ihm erwartet. Kehrmann: „Die Treffer gegen Lettland haben ihm sicher gut getan.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7194737?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509832%2F2198364%2F
Chaotische erste TV-Debatte von Trump und Biden
US-Präsident Donald Trump (l) und Herausforderer Joe Biden liefern sich einen Schlagabtausch.
Nachrichten-Ticker