Regionalliga West: Verfolger nehmen die 3. Liga ins Visier
Essen, Oberhausen und Verl peilen Aufstieg an

Verl (dpa/WB). Durch den Verzicht des souveränen Spitzenreiters SV Rödinghausen ist in der Regionalliga West Bewegung in den Aufstiegskampf gekommen. Die Verfolger Essen, Oberhausen und Verl nehmen die 3. Liga ins Visier.

Donnerstag, 20.02.2020, 10:37 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 10:40 Uhr
Frederik Lach (links) möchte mit dem SC Verl in die 3. Liga aufsteigen. Foto: Thomas F. Starke
Frederik Lach (links) möchte mit dem SC Verl in die 3. Liga aufsteigen. Foto: Thomas F. Starke

Essen, Oberhausen, Verl: In der Fußball-Regionalliga West hat der Aufstiegskampf für drei Traditionsclubs an Fahrt aufgenommen. „Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen bleiben“, sagte Mike Terranova, Trainer des Tabellendritten Rot-Weiß Oberhausen zum Fernduell mit dem punktgleichen Kontrahenten Rot-Weiss Essen (beide 44 Zähler) und dem Tabellenzweiten SC Verl (49).

Spitzenreiter SV Rödinghausen ist zwar vor dem 26. Spieltag am nächsten Wochenende enteilt (56), doch die vor einer Woche veröffentliche Ankündigung des Tabellenführers, auf die Beantragung einer Drittliga-Zulassung für die nächste Saison verzichten, hat die Chancen der Verfolger deutlich ansteigen lassen. Die Bewerber aus der Regionalliga für die 3. Liga müssen ihre Unterlagen bis zum 2. März beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht haben.

Erst ab 2021 fester Aufsteiger in der West-Staffel

Insbesondere für die Essener, die mit dem früheren Bundesliga-Trainer Christian Titz in die Saison gestartet waren, schien der Aufstieg nach der 0:1-Pleite gegen Rödinghausen Anfang Februar in weite Ferne gerückt. Die neue Entwicklung gab aber spürbar Rückenwind für den Erfolg am vergangenen Sonntag im Revierderby gegen Oberhausen (1:0). „Dieses Spiel war sehr wichtig“, erklärte Titz und hofft auf weiteren Schwung. „Der Sieg wird der Mannschaft neues Selbstvertrauen geben, wir wollen eine Serie starten, um oben dran zu bleiben“, sagte RWE-Sportdirektor Jörn Nowak dem „Kicker“.

Falls Rödinghausen die Saison nach dem 38. Spieltag am 16. Mai als Meister der West-Staffel abschließt, würde durch den Zulassungsverzicht laut DFB-Spielordnung die nächstplatzierte Mannschaft nachrücken und sich für die Aufstiegsspiele gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost qualifizieren. Erst von der Saison 2020/21 an hat die Regionalliga West einen festen Aufstiegsplatz.

Allerdings könnte kommende Saison auch der Kreis der Aufstiegsanwärter wachsen. In der 3. Liga rangieren vor dem 25. Spieltag Viktoria Köln und Preußen Münster in der Abstiegszone. Beiden Teams droht der Sturz in die Viertklassigkeit. Bereits zur laufenden Saison waren die Sportfreunde Lotte und Fortuna Köln aus der 3. Liga in die West-Staffel abgestiegen.

Sportclub-Arena fasst 5153 Zuschauer

Die früheren Bundesligisten Essen und Oberhausen haben bereits angekündigt, die Zulassung zur 3. Liga fristgerecht beim DFB zu beantragen. Das möchte auch der SC Verl, der seit Jahrzehnten im gehobenen Amateurbereich eine feste Größe ist und diese Saison mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale (0:1 gegen Union Berlin) für Aufsehen sorgte. Sportlich haben die Verler mit fünf Punkten Vorsprung auf das Revier-Duo und einem weniger ausgetragenen Spiel gute Perspektiven. Um die Auflagen des DFB zu erfüllen, muss der Verein aber noch Lösungen finden. Vorgeschrieben ist unter anderem ein Stadion mit einer Zuschauerkapazität von mindestens 10.001 Plätzen. Die Sportclub-Arena in Verl fasst aber nur 5153 Zuschauer.

Mit dem Verweis auf die DFB-Auflagen in Sachen Stadioninfrastruktur begründete Rödinghausen den Verzicht auf den Zulassungsantrag. Das Wiehenstadion in Rödinghausen fasst gar nur 2489 Plätze. Der Club setzt daher andere Prioritäten. „Wir wollen auch in Zukunft zu den Topmannschaften der Regionalliga zählen und uns möglichst für den DFB-Pokal qualifizieren. Allein die Möglichkeit, wie im Jahr 2018 in der Hauptrunde gegen eine Top-Mannschaft wie Bayern München spielen zu können, motiviert uns jedes Jahr erneut bis in die Haarspitzen“, erklärte SVR-Geschäftsführer Alexander Müller.

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