Transfermarkt
Wende im Fall Messi? - Ein einziges «Si» sorgt für Aufregung

Kleines Wort, große Wirkung. Vater Jorge Messi lässt Zweifel am Weggang seines berühmten Sohnes wachsen. Alles übertrieben? Solange sich Lionel Messi selbst nicht äußert, herrscht keine Klarheit. Aber: eine Entscheidung soll ausstehen.

Donnerstag, 03.09.2020, 16:27 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 16:31 Uhr
Die Zukunft von Lionel Messi ist weiter offen.
Die Zukunft von Lionel Messi ist weiter offen. Foto: Eric Alonso

Barcelona (dpa) - Ein Wort mit zwei Buchstaben reichte aus, um die Spekulation um das Scheitern der Wechsel-Pläne von Lionel Messi gehörig anzuheizen und die Fußballwelt erneut aufzuschrecken.

Auf dem Weg in eine Park-Garage wurde der Vater und Manager des sechsmaligen Weltfußballers vom FC Barcelona am Donnerstag im Auto erwischt. Ob sie auch die Möglichkeit prüfen würden, dass Messi noch ein Jahr bleibe, wurde Jorge Messi von einer Reporterin des spanischen Senders «Cuatro» gefragt. «Si», (deutsch: Ja) antwortete er kurz und knapp und merklich genervt, ehe die Scheibe automatisch wieder hochfuhr und er mit seinem Wagen in der Park-Garage verschwand.

«Der Fall Messi könnte eine 180-Grad-Wendung nehmen», schrieb umgehend die spanische Sportzeitung «As» in ihrem Liveticker. «Jorge Messi nährt die Zweifel», meinte «Marca».

Eine Entscheidung könnte weiteren Medienberichten zufolge aber bevorstehen. Laut «Mundo Deportivo» und «Sport» wollte sich Messi mit seinem Vater, der ihn seit seinem Wechsel vor 20 Jahren von Rosario zum FC Barcelona auch managt, am Donnerstag treffen und die nächsten Schritte beraten und eine «endgültige Entscheidung» fällen.

«Im Moment sieht es so aus, als würde er bleiben, aber alle Optionen bleiben noch offen», schrieb «Mundo Deportivo» und informierte in seinem Liveticker anschließend, dass Messis Vater das Anwesen des Spielers im Küstenort Castelldefels nach rund anderthalb Stunden Richtung Barcelona wieder verlassen habe.

Das Problem: Messi will weg und das auch noch gratis, weil er sich auf eine Ausstiegsklausel im Vertrag beruft, derzufolge er einseitig kündigen kann. Diese Frist ist jedoch seit über anderthalb Monaten abgelaufen. Der Verein beruft sich genau darauf und will Messi nicht ziehen lassen. Stattdessen soll er ihm ein Angebot für eine Verlängerung um eine weitere Saison bis Ende Juni 2022 angeboten haben.

Ein Treffen zwischen Jorge Messi und Barcelonas Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu am Mittwoch hatte keine Annäherung gebracht. «Sehr gut», entfuhr es Messis Vater noch auf die Frage, wie das Treffen gewesen sei. Nach einer aufrichtigen Einschätzung des 62-Jährigen klang es allerdings nicht.

Während die möglichen neuen Vereine Messis seit Tagen sondiert werden und Manchester City mit dem ehemaligen Barcelona-Coach Pep Guardiola zum Topkandidaten avancierte, könnte es womöglich doch nichts werden mit dem Messi-Weggang. Sportliche Tiefschläge, darunter vor allem das niederschmetternde 2:8 im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern und interne Missstimmungen wie das Verhältnis zu Clubboss Bartomeu haben Messi dazu bewogen, die Katalanen verlassen zu wollen. Eine lange für unmöglich gehaltene Vorstellung.

Sollte er nun bleiben, weil ihm schlicht diese Möglichkeit verwehrt wird? Es sei denn die gehandelte festgeschriebene Ablösesumme von aberwitzigen 700 Millionen Euro würde bezahlt, dürfte es eine interessante kommende Saison bei den Katalanen werden. Messis Top-Kumpel und Offensivpartner Luis Suárez hat keine Zukunft mehr beim FC Barcelona.

Und wie gut ein Messi, der bislang immer dann am besten und erfolgreichsten war, wenn er sich wohlfühlt und ein Umfeld um sich hat, das er sich selbst zum Teil auch geschaffen hatte, nach den Querelen der vergangenen Tage und Wochen ist, wird sich zeigen. Zumal der neue Coach Ronald Koeman dem Südamerikaner angeblich nicht mehr die sonstigen Zugeständnisse und Privilegien im Kader einräumen will. Messi selbst schweigt zu allem seit der Demontage durch die Bayern am 14. August.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-417040/4

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7565020?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509832%2F2198364%2F
Als Curko den Fehdehandschuh warf
Der 20. Oktober 2000 war der Tag, an dem Goran Curko bei Arminia die Brocken hinwarf. Der damals 32 Jahre alte Serbe hatte sich mit den Fans angelegt. Weil er beim Spiel gegen Mannheim vorzeitig den Platz verließ, durfte Dennis Eilhoff ins Tor. Foto: Hörttrich
Nachrichten-Ticker