Fußball-Bundesliga
Das war der Samstag, das kommt am Sonntag

Das Spitzenspiel endet ohne Sieger. Hinter den Bayern und RB Leipzig schwächelt Borussia Dortmund. Im Kampf gegen den Abstieg jubelt Bielefeld - Mainz nicht. In Köln werden Erinnerungen an einen Prinzen wach.

Sonntag, 06.12.2020, 07:18 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 07:22 Uhr
Bayerns Thomas Müller köpft in einem rasanten Top-Spiel gegen RB Leipzig das Tor zum 3:3-Ausgleich.
Bayerns Thomas Müller köpft in einem rasanten Top-Spiel gegen RB Leipzig das Tor zum 3:3-Ausgleich. Foto: Alexander Hassenstein

Berlin (dpa) - Das war mal ein Spitzenspiel. Mit rasantem Fußball lieferten sich der FC Bayern und RB Leipzig ein großes Kräftemessen. Allerdings ohne Sieger. Das war für Borussia Dortmund eine gute Nachricht.

Der BVB muss sich steigern - ebenso wie Borussia Mönchengladbach für die Entscheidung in der Champions League.

SPITZENSPIEL: Sechs Tore, viele Chancen. Das 3:3 zwischen dem FC Bayern und Herausforderer RB Leipzig blieb bis zum Abpfiff spannend. «Wenn ich eine Schlagzeile schreiben würde, würde ich es 'packendes Spiel' nennen», sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann bei Sky. Sein Stürmer Emil Forsberg meinte: «Es war geil, auf dem Platz stehen zu dürfen. Man lebt für solche Spiele.» Bayern-Profi Thomas Müller bewahrte die Bayern mit zwei Toren vor dem Sturz von der Tabellenspitze. Außerdem überragend: Kingsley Coman, der alle drei Bayern-Treffer vorbereitete.

RÜCKSCHLAG: Borussia Dortmund ist eine Spitzenmannschaft - wird diesem Anspruch derzeit aber nur bedingt gerecht. Das 1:1 bei Eintracht Frankfurt war ein Rückschlag im Titelkampf. Ein Sieg hätte am Abend Platz zwei bedeutet. Trainer Lucien Favre war mit dem einen Punkt aber durchaus zufrieden. «Wir können nicht immer 3:0 oder 4:0 gewinnen. Das müssen wir akzeptieren», sagte er. Das könnte den Fans schwerfallen, in der Vorwoche hatte Dortmund gegen den 1. FC Köln verloren.

GENERALPROBE: Reicht das gegen die Königlichen? Vier Tage vor dem entscheidenden Gruppenspiel in der Champions League bei Real Madrid zeigte sich Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg spielfreudig - aber auch anfällig. Das Spiel endete 2:2. «Hinten raus war es ein unglaublich offenes Spiel mit Torchancen auf beiden Seite», sagte Trainer Marco Rose. Das Unentschieden gehe «in Ordnung». Immerhin: Ein Remis in Madrid würde sicher reichen für den Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse.

JUGEND FORSCHT: Der Kölner Torschütze Jan Thielmann war beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg genau 18 Jahre, sechs Monate und neun Tage alt. Statistiksichere FC-Fans könnte das bekannt vorkommen: Im exakt selben Alter erzielte auch ein gewisser Lukas Podolski sein erstes Bundesligator für Köln im Jahr 2003. Der spätere Weltmeister wurde in der Domstadt zum «Prinzen» und zur Kultfigur. «Die Gefühle sind geteilt», sagte Thielmann, der gegen den VfL zur Führung getroffen hatte. «Ich bin froh, dass ich ein Tor gemacht habe und wir sind auch froh mit dem Punkt gegen gute Wolfsburger. Aber wir hätten gerne drei gehabt.»

GEFÜHLSWELTEN: Die Erleichterung bei den Spielern von Arminia Bielefeld war am Samstagabend riesengroß. «Der Sieg war sehr, sehr wichtig für uns und wird sicher einiges freisetzen», sagte Manuel Prietl, der mit seinem ersten Bundesligator zur Führung den Weg zum 2:1 gegen den FSV Mainz 05 geebnet hatte. Die Ostwestfalen verließen durch den Erfolg den direkten Abstiegsplatz 17 - den jetzt die Mainzer belegen. Ein «bitteres Ergebnis», kommentierte der schlecht gelaunte FSV-Trainer Jan-Moritz Lichte.

CHANCE: Klappt es endlich? Seit saisonübergreifend 25 Spielen wartet der FC Schalke 04 auf einen Sieg. Der Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 (31 Partien) rückt bedrohlich näher. Die Königsblauen empfangen am Abend (18.00 Uhr/Sky) Bayer Leverkusen, das in der Spitzengruppe weiter nach oben springen will. «Ich drücke ganz Schalke die Daumen, wünsche alles fußballerische Können und Glück, dass sie in der Bundesliga bleiben. Aber diesen legendären Titel werden wir behalten», sagte indes der frühere Tasmania-Kapitän Hans-Günter Becker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ebenfalls am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gastiert der VfB Stuttgart bei Werder Bremen.

© dpa-infocom, dpa:201205-99-586257/3

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