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Organisatoren stellen Programm für „SchülerZukunftsGipfel“ am 15. September in Bad Oeynhausen vor

„Es ist fünf vor zwölf“

Bad Oeynhausen

Lösungen für besseren Klimaschutz – darum soll es beim „SchülerZukunftsGipfel“ am Mittwoch, 15. September, im Theater im Park gehen. Bei einer Pressekonferenz haben die Organisatoren das Programm vorgestellt.

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Freuen sich auf den „SchülerZukunftsGipfel“ am 15. September im Theater im Park (von links): Frank Wohlgemuth, Kommunalreferent der Westfalen-Weser, Moderatorin Sofia Gavgalidis, Schülersprecherin des Gymnasiums Leopoldinum in Detmold, Veranstalter Markus Tenkhoff von GetPeople Nachhaltige Kommunikation und Andreas Witt, Klimaschutzmanager von Bad Oeynhausen. Foto: Silas Ekelhoff

Ein ursprünglich im November geplanter „SchülerKlimaGipfel“ konnte coronabedingt nicht in Präsenz stattfinden, sondern musste kurzfristig digital durchgeführt werden. In diesem Jahr ermöglichen die Westfalen-Weser und die Stadt Bad Oeynhausen eine Neuauflage der Veranstaltung als „SchülerZukunftsGipfel“ im Theater im Park.

Damit die Durchführung in Präsenz möglich ist, wurde ein Hygienekonzept ausgearbeitet, um alle geltenden Regeln einzuhalten. „Derzeit planen wir mit 90 Schülern, die vor Ort dabei sein können“, sagt Veranstalter Markus Tenkhoff von GetPeople Nachhaltige Kommunikation. Zusätzlich wird die Veranstaltung gestreamt, um möglichst viele Interessierte zu erreichen. Dabei haben digital zugeschaltete Teilnehmer die Möglichkeit, während des Kongresses über ihr Smartphone Fragen zu stellen und aktiv mitzuwirken. Das Angebot richtet sich an Schüler aller Schulformen ab der Jahrgangsstufe 9.

„Veränderung“ ist das Motto der Veranstaltung. Es soll konkret darum gehen, was einzelne Schritte sein können, um sein persönliches Verhalten zu ändern und damit global einen Unterschied zu machen. Landrätin Anna Katharina Bölling freut sich auf die Veranstaltung im September: „Der Schülergipfel ist ein tolles Projekt“, sagt sie in einer Videobotschaft. Sie erinnert an die fürchterlichen Überschwemmungen in Deutschland und die Feuer in Griechenland und in der Türkei: „Umso wichtiger ist es, sich zu engagieren.“

Schülerinnen moderieren

Schülerin Sofia Gavgalidis (16) vom Gymnasium Leopoldinum in Detmold und Schülerin Iman Amad (17) vom Pelizaeus-Gymnasium in Paderborn moderieren die Präsenzveranstaltung. „Es ist fünf vor zwölf“, sagt Sofia Gavgalidis bei der Pressekonferenz. Die Forschungen seien alarmierend. „Ich möchte nicht mit der Angst leben, dass die Welt irgendwann nicht mehr der Ort ist, wie wir ihn heute kennen“, betont die Schülerin. Das sei auch ihre Motivation, bei der Veranstaltung mitzuwirken.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Zukunftsforscher Matthias Horx. Er wird im September per Videokonferenz zugeschaltet. Mehr als 20 Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen informieren dann mit Vorträgen, Interviews, Talkrunden und Videoeinspielungen vor Ort auf der Bühne oder über digitale Wege. Erstmalig sind mit dem Alfred-Wegener-Institut, dem Geomar, dem Leibnitz-Zentrum für marine Tropenforschung und dem Climate Change Research Centre in Sydney vier Klimaforschungsinstitute vertreten. „Diese Konstellation ist einmalig“, sagt Veranstalter Markus Tenkhoff.

Dialog per Videokonferenz

Während Klimaforscherin Dr. Ridder per Videokonferenz aus Australien über die Extremwetterereignisse informiert, besucht Professor Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut die Veranstaltung vor Ort, um die aktuellen Ergebnisse des neuen Weltklimaberichtes zu erläutern und mögliche Szenarien vorzustellen. Dabei geht er auch auf die Fragen der Schüler ein.

Stellvertretend für die junge Generation in Afrika berichtet High School Absolvent Brian Peter (19) live aus Tansania, um Fragen zum Einfluss der Erderwärmung in seiner Region zu beantworten. „Durch die Tansania-AG von Walter Rausch, einem ehemaligen Lehrer des Friedrichs-Gymnasiums in Herford, kam der Kontakt zustande“, erklärt Tenkhoff. In dem Gespräch soll es etwa darum gehen, wie der Klimawandel in Afrika thematisiert wird.

Klimawandel in Deutschland

Bei der Veranstaltung im September soll es aber auch um den Klimawandel in Deutschland gehen. „In Bad Oeynhausen beschäftigen wir uns mit der Frage, wie man sich als Kommune auf den Klimawandel einstellt“, sagt Andreas Witt. Er ist Klimaschutzmanager der Stadt Bad Oeynhausen.

„Wir hatten hier bereits mehrfach Starkregen, und wir müssen künftig auch schauen, wie wir mit längeren Hitzeperioden umgehen.“ Strategien für den Klimaschutz seien auf kommunaler Ebene von entscheidender Bedeutung. Die Klimaschutzmanager des Kreises Minden-Lübbecke und der Insel Sylt sollen die Teilnehmer zudem über Klima-Anpassungsmaßnahmen in den jeweiligen Regionen informieren.

Die dänische Insel Samsö soll beim „SchülerZukunfsGipfel“ als Paradebeispiel und Insel der Zukunft vorgestellt werden. Die Bewohner haben bereits vor Jahren unter Beweis gestellt, dass die Energiewende gelingen kann. „Zunächst zeigen wir einen Einspieler, anschließend wird es ein Interview mit einer Expertin auf der Insel Samsö geben“, erklärt Markus Tenkhoff. Sascha Göddecke von der Westfalen-Weser wird ergänzend dazu Fragen zum Thema „Energie der Zukunft“ beantworten.

„Food for Future“

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung ist „Food for Future“. Dabei soll es um Nahrung gehen, die dem Klimaschutz dient. „Immer mehr junge Menschen ernähren sich vegetarisch oder vegan“, sagt Sophia Gavgalidis. Gründe dafür seien der Klimaschutz und die Tierquälerei. Innovative Lösungen für Ersatzprodukte sollen beim Kongress vorgestellt werden.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl werden Vertreter verschiedener Parteien in einer Politikrunde den Schülern Rede und Antwort stehen. „Ich denke, es wird spannend herauszufinden, inwiefern junge Politiker über diese Themen denken und dabei in den Austausch mit den Schülern kommen“, sagt Sofia Gavgalidis. Dabei ist es den Veranstaltern wichtig, dass die jungen Schüler die Möglichkeit bekommen, eigene Fragen an die ebenfalls jungen Parteimitglieder zu stellen.

Teilnahme auch per Live-Stream

Die Teilnahme an dem Schülerzukunftsgipfel ist kostenlos. Interessierte können sich über ihre Klassenlehrer anmelden. „Wir möchten Optimismus streuen, Wege aufzeigen und die Teilnehmer hinsichtlich des Klimawandels und seiner Folgen sensibilisieren“, erklärt Markus Tenkhoff.

Weitere Informationen gibt es unter www.klima-und-ich.de. Die Veranstaltung kann am 15. September zwischen 9 und 13.30 Uhr auf Youtube unter dem Account ‚StreamForFuture‘ verfolgt werden.

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