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Nächster Tiefpunkt im indiskutablen Zweitrundenspiel in Stuttgart

0:6 - Arminia Bielefeld lässt sich im DFB-Pokal vorführen

Stuttgart/Bielefeld

Sang- und klanglos ist der DSC Arminia Bielefeld aus dem DFB-Pokalwettbewerb ausgeschieden. Am Mittwochabend kassierte der Zweitliga-Letzte eine 0:6 (0:4) Niederlage beim VfB Stuttgart und präsentierte sich dabei desolat. Die Ostwestfalen haben damit einen weiteren Tiefpunkt erreicht.

Von Dirk Schuster

Das war gar nichts: Die Arminen um Ivan Lepinjica (links) und Manuel Prietl gehen in Stuttgart unter.  Foto: Thomas F. Starke

Denn auch wenn der DSC beim Bundesligisten der Außenseiter war und auf einige Stammspieler verzichten musste: Diese Darbietung ist durch nichts zu rechtfertigen. Der Druck auf Trainer Daniel Scherning, die Mannschaft und insbesondere auch auf Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, der diesen Kader zusammengestellt hat, wird immer größer. Beim kommenden Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr) in der Schüco-Arena gegen den FC St. Pauli droht den Protagonisten ein Spießrutenlauf, sollte auch diese Partie verloren gehen.

Geld zurück?

Für die rund 400 Fans, die eine fast 500 Kilometer lange Anreise nach Stuttgart auf sich nahmen, war die Vorstellung ein Schlag ins Gesicht. Klub und Mannschaft sollten ernsthaft überlegen, die Reisekosten zu erstatten. Das Zweikampf- und Abwehrverhalten bei den Gegentoren hatte mit Profifußball wenig zu tun. Bielefeld machte es dem VfB viel zu leicht, um zu seinen Erfolgserlebnissen zu kommen.

Beim Schlenzer zum 0:1 durch den in Bünde/Kreis Herford geborenen Pascal Stenzel, der in der Jugend unter anderem für die JSG Rödinghausen/Bruchmühlen und Arminia am Ball war, sahen in Janni Serra und Mateo Klimowicz gleich zwei Arminen schlecht aus.

Beim 0:2 (24.) kam der Stuttgarter Wataru Endo nach einer Ecke völlig frei zum Kopfball. Beim 0:3 (29.) störte Christian Gebauer Flankengeber Borna Sosa nur halbherzig, Torschütze Luca Pfeiffer wurde gar nicht angegriffen. Ebensowenig Silas, der nach einer Flanke von Sosa ungehindert zum 4:0 (39.) einschießen konnte.

Torwart Fraisl zu bedauern

DSC-Torwart Martin Fraisl war der bedauernswerteste Mann auf dem Platz. Der Schlussmann war bei sämtlichen Gegentreffern machtlos und wurde von seinen Vorderleuten schmählich im Stich gelassen.

Vizekapitän Manuel Prietl durfte in der Pokalpartie nach langer Zeit mal wieder anspielen. „Es ist sehr wichtig, dass er wieder auf den Platz kommt. Wir wollen das Spiel heute nutzen, dass er wieder auf seine Minuten kommt nach der Verletzung. Ich bin mir sicher, dass er heute ein gutes Spiel machen wird“, hatte Scherning vor dem Anpfiff erklärt. Prietl aber ging mit unter.

So einfach hatten es sich die in dieser Erstligasaison erst ein Mal siegreichen Schwaben gewiss nicht vorgestellt, die 836.988 Euro Prämie einzustreichen, mit denen der Deutsche Fußball-Bund den Einzug ins Achtelfinale belohnt.

Fast wehrlos dem Schicksal ergeben

Die VfB-Fans unter den 24.500 Zuschauern auf der Großbaustelle Mercedes-Benz-Arena, wo sich die Arminen notgedrungen in der Kabine der VfB-Fechterinnen umziehen mussten, hatte ihren Spaß – auch in der zweiten Halbzeit („Einer geht noch, einer geht noch rein“). Pfeiffer erhöhte kurz nach der Pause auf 5:0 (52.), Serhou Guirassy auf 6:0 (67.). Arminias Defensivverhalten war auch in diesen Situationen vogelwild. Die Gäste ergaben sich nahezu wehrlos ihrem Schicksal.

Stuttgart: Müller - Stenzel, Karazor, Ito - Silas (76. Perea), Endo (70. Nartey), Sosa (70. Coulibaly), Millot (62. Egloff), Führich - Tiago Tomas, Pfeiffer (62. Guirassy)

Bielefeld: Fraisl - Gebauer (46. Sidler), Hüsing, Andrade, Bello - Consbruch, Prietl - Hack (59. Ramos), Rzatkowski (46. Lepinjica), Klimowicz (46. Okugawa) - Serra (64. Lasme)

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 24.500

Tore: 1:0 Stenzel (20.), 2:0 Endo (24.), 3:0 Pfeiffer (29.), 4:0 Silas (39.), 5:0 Pfeiffer (52.), 6:0 Guirassy (67.)

Gelbe Karten: Stenzel / Serra, Prietl

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