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Spätes Siegtor für den 1. FC Kaiserslautern - Platzverweis für Lasme

2:3 - Arminia Bielefelds Comeback nicht belohnt

Bielefeld

Für eine starke Aufholjagd ist Zweitligist Arminia Bielefeld nicht belohnt worden. Nach 0:2-Rückstand und zwischenzeitlichem 2:2-Ausgleich in Unterzahl verlor der DSC am Samstagabend mit 2:3 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Von Marc Kracht

Die zwischenzeitliche Belohnung für eine starke Moral in Unterzahl: Arminias Doppeltorschütze Robin Hack verwandelt den Elfmeter zum 2:2.  Foto: Thomas F. Starke

Vor der Partie meldete sich auch Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi mal wieder zu Wort. Am Mikrofon von Sport1 stärkte er Trainer Daniel Scherning den Rücken: "Das Vertrauen äußert sich jeden Tag, wir sind von der Konstellation überzeugt." Außerdem machte Arabi deutlich, dass der aktuelle Kader derzeit mit Blick auf das kommende Winter-Transferfenster auf Bewährung spielt. "Wir müssen zweifelsfrei Veränderungen herbeiführen, werden die Situation nach den drei ausstehenden Spielen bewerten und dann schauen, wen wir abgeben wollen und dazuholen können."

Die DSC-Elf, die Trainer Scherning auf den Platz schickte, schien Arabis Ausführungen wohl gelauscht zu haben. Bielefeld spielte eine der besten ersten Halbzeiten - auch besser als beispielsweise bei den Heimsiegen gegen Kiel oder zuletzt gegen St. Pauli. Die erste Cahnce hatte allerdings der Gast: Der Ex-Paderborner Philipp Klement scheiterte aus kurzer Distanz am herausgeeilten Torhüter Martin Fraisl (4. Minute). Bei Arminia versuchte Masaya Okugawa, dieses Mal zentraler aufgestellt, das Spiel an sich zu reißen. Seine Flanke fand in Minute sieben Janni Serra, dessen Kopfball aber zu harmlos war. Auch ein Schuss von Bryan Lasme (16.) und ein weiterer Serra-Kopfball (19.) stellten FCK-Keeper Andreas Luthe ebenfalls vor keine Probleme.

Gelb-Rot für Lasme

Die "Roten Teufel", die dieses Mal allerdings in blau aufliefen, wurden noch einmal gefährlich. Wieder durch Klement, der aber gerade noch von Bastian Oczipka gestört werden konnte (21.). Danach übernahm Bielefeld mehr und mehr die Kontrolle, hatte - im Vergleich zu vielen vorausgegangenen Partien - mehr Ballbesitz als der Gegner. Bis zum Strafraum war das Spiel auch ganz ansehnlich, dann fehlten aber häufig die Genauigkeit oder das Tempo. Dennoch konnte der DSC zusammen mit seinen wieder lautstarken Fans zufrieden sein. Wäre da nicht die 45. Minute gekommen. Einen langen Ball versuchte Lasme im FCK-Strafraum mit gestrecktem Bein aus der Luft zu nehmen, traf dabei Gegenspieler Boris Tomiak, der ganz leicht getroffen zu Boden sank. Schiedsrichter Patrick Alt zeigte dem bereits verwarnten Franzosen Gelb-Rot. Strittig, aber durchaus vertretbar.

Diese Szene war der Vorgeschmack auf das, was in Hälfte zwei folgen sollte. Arminia kam recht unbeeindruckt aus der Kabine, spielte auch in Unterzahl nach vorne, und hatte die erste Chance. Nach Luthes missglücktem Klärungsversuch zielte Serra auf das verwaiste Tor, wurde aber gerade noch geblockt (52.). Das Tor fiel dann - ein wenig aus dem Nichts - aber auf der andere Seite und Arminia half kräftig mit. Manuel Prietl verlor den Ball 20 Meter vor dem Tor, Kaiserslautern schaltete blitzschnell um und Klement vollendete platziert zum 1:0 (54.). Und es wurde noch bitterer: nächster gefährlicher Angriff der Gäste, nächstes Tor. Torschütze war Aaron Opoku mit einem 16-Meter-Schuss aus der Drehung (57.).

Hack-Doppelpack zum zwischenzeitlichen Ausgleich

Sogar diese Nackenschläge steckte der DSC offensichtlich gut weg. Doch das Glück war zu diesem Zeitpunkt keinesfalls auf Bielefelder Seite. Denn während beim FCK die Schüsse saßen, traf Marc Rzatkowski die Latte (60.). Noch in derselben Minute belohnte sich aber auch endlich Arminia für den betriebenen Aufwand. Vorlage Okugawa, Abschluss Hack, nur noch 1:2 (60.).

Und die Gastgeber machten weiter, von einem Spieler weniger auf dem Feld war überhaupt nichts zu spüren. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, riefen die Fans, die Spieler machten genau das. Der Ausgleich lag in der Luft und ließ auch nicht mehr lange auf sich warten. Lukas Klünter setzte im Strafraum konsequent nach, wurde von Kenny Prince Redondo getroffen - Elfmeter. Hack verwandelte sicher ins linke untere Eck zum 2:2 (74.). Die Alm brodelte wie an besten Pokalabenden.

Doch jubeln durften Team und Fans am Ende nicht einmal über den eigentlich verdienten Punkt. Zwei Minuten vor Schluss verlängerte Andres Andrade per Kopf unglücklich auf den langen Pfosten, wo sich Daniel Hanslik bedankte und zum 3:2-Auswärtssieg der Pfälzer vollendete (88.). Arminia war geschlagen, wieder einmal. Ein Abend, der die derzeit so bittere Bielefelder Fußballwelt bestens widerspiegelte.

Arminia Bielefeld: Fraisl - Klünter (89. Jäkel), Ramos, Andrade, Oczipka - Prietl (61. Lepinjica) - Okugawa, Rzatkowski (89. Gebauer) - Lasme, Hack - Serra (80. Klos)

1. FC Kaiserslautern: Luthe - Schad (84. Lobinger), Bormuth, Tomiak, Durm- Ritter, Niehues (84. Ciftci)- Opoku (66. Wunderlich), Klement (66. Hanslik), Redondo (74. Hercher) - Boyd

Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen)

Zuschauer: 24.651

Tore: 0:1 Klement (54.), 0:2 Opoku (57.), 1:2 Hack (60.), 2:2 Hack (74., FE), 2:3 Hanslik (88.)

Gelbe Karten: Prietl, Lasme, Scherning, Hack / Durm

Gelb-Rote Karte: Lasme (45.) / -

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