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Arminia Bielefelds Pokal-Gastgeber FV Engers und das Spiel des Jahres – DSC-Profis wollen sich Selbstvertrauen holen

Zweifacher Kraftakt für die Amateure

Bielefeld/Koblenz

Für Arminia Bielefeld soll das DFB-Pokalduell nach dem verpatzten Zweitliga-Start zum Wendepunkt mit positiver Nachwirkung werden. Die Ehrenamtlichen beim Oberligisten FV Engers haben den größten Kraftakt dagegen schon hinter sich, wenn am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) im Koblenzer Stadion Oberwerth der Anpfiff zum Spiel des Jahres ertönt.

Von Gunnar Feicht

Klares Ziel für Sonntag: Marc Rzatkowski will mit Arminia dafür sorgen, dass das Pokalspiel für Außenseiter FV Engers ausschließlich finanziell ein Erfolg wird. Foto: Thomas F. Starke

Damit in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde wie erhofft die Kasse klingelt, muss der Fünftligist aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar einen dicken Stapel Auflagen erfüllen: 89 Seiten umfasst laut „Rhein-Zeitung“ das Pflichtenheft, das der Verband dem Vorstand des 450 Mitglieder starken Vereins ans Herz gelegt hat. Konsequenz ist der Umzug vom heimischen „Stadion am Wasserturm“ (3000 Plätze) ins 15 Kilometer entfernte Koblenz. „Die dortige In­frastruktur, die Auflagen des DFB und die wirtschaftlichen Möglichkeiten“ hatte FVE-Vorsitzender Martin Hahn im Juni als Gründe angeführt. Das Stadion, in dem die TuS Koblenz von 2006 bis 2010 Zweitliga-Fußball spielte, fasst 9500 Zuschauer.

Damit der kleine Verein aus dem Ortsteil von Neuwied für einen Nachmittag in die durchgestylte Welt des Profifußballs eintauchen darf, müssen sogar die angestammten Werbebanden weichen. Auf 250 Metern Länge rücken ausschließlich Werbeflächen mit den sechs offiziellen DFB-Pokal-Werbepartnern ins Bild. Damit die TV-Kameras bewegte Bilder in der vom Verband gewohnten Qualität liefern können, muss der Oberliga-Klub zwei Scherenbühnen mieten, auf denen die Führungskameras in der erforderlichen Höhe Platz finden.

Zudem hat der DFB die ersten Pokalrunde zum „Aktionsspieltag Klimaschutz“ erklärt und will zeigen, dass er sich seiner „gesellschaftlichen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst“ ist. Heißt für Sonntag zum Beispiel, dass Eckfahnen und Spielführerbinden mit den sogenannten Warming Stripes versehen sind, die farblich die globale Erwärmung seit 1900, dem Gründungsjahr des DFB, verdeutlichen. Heißt außerdem, dass die Aufstellungsbogen per QR-Code abrufbar sind und nicht mehr in Papierform ausgedruckt werden sollen.

Die Akteure auf dem Spielfeld werden an derlei bizarr anmutende Randerscheinungen kaum Gedanken verschwenden. Engers‘ Trainer Sascha Watzlawik hat nach der erfolgreichsten Saison mit Oberliga-Platz sechs und dem Gewinn des Landesverbandspokals schon kämpferische Töne angeschlagen: „Klar wollen wir das Ding gewinnen. Wir schenken nie ein Spiel her“, sagte der Coach.

Arminias Mittelfeldspieler Marc Rzatkowski verfolgt mit seinen Kollegen ganz andere Pläne: „Da müssen wir mit breiter Brust auftreten, uns Selbstvertrauen holen und eine Runde weiterkommen.“ Am besten noch souveräner, als es den Arminen 2007 an gleicher Stelle beim 2:1-Pokalerfolg nach Verlängerung gegen TuS Koblenz gelungen ist.

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