1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. DSC Arminia Bielefeld
  4. >
  5. Arminias Ex-Trainer Kramer: "Man muss das Scheitern richtig einordnen"

  6. >

In einem Podcast spricht der 50-Jährige erstmals ausführlich über seine Entlassung beim DSC

Arminias Ex-Trainer Kramer: "Man muss das Scheitern richtig einordnen"

Bielefeld

Frank Kramer hat sich zum ersten Mal seit seiner Entlassung beim Fußball-Bundesligaabsteiger Arminia Bielefeld im April dieses Jahres  öffentlich geäußert. „Das tut weh, das muss man erstmal verdauen und muss zu sich kommen“, sagt der 50-Jährige im Sport1-Podcast „Leadertalk – Fußballtrainer im Gespräch“.

Von Dirk Schuster

Arminia Bielefelds Ex-Trainer Frank Kramer (50) Foto: Thomas F. Starke

Nach einer Serie von sieben sieglosen Partien in Folge trennte sich der DSC am 20. April vor Kramer und installierte Torwarttrainer Marco Kostmann bis zum Saisonende als Interimscoach. Den Abstieg konnte aber auch er nicht mehr verhindern. Ein Trainer für die kommende Zweitligasaison wird derzeit noch gesucht.

Nach einer Zeit des Verdauens und auch des Sortierens sei er „sehr schnell pragmatisch geworden“, berichtet Kramer. Es gehe dabei um eine inhaltlich geprägte Analyse und darum sich zu fragen: „Welches sind die Dinge, die dich zwar treffen als Trainer, die aber von dir nicht zu verhindern oder zu beeinflussen waren.“ Auch davon gebe es ganz viele. „Die muss man schnell einsortieren und einen Haken dahinter machen.“ Vor allem aber gehe es darum herauszufinden: „Wo sind Anteile drin, die ich hätte besser machen können. Die sind wichtiger. Denn das ist das, was man für die Zukunft mitnimmt“, betont Kramer in dem Podcast.

Frank Kramer

„Das Geschäft“, sagt er, „hat natürlich auch negative Seiten, die man wegstecken muss. Aber diese Erfahrungen sind auch wichtig, man muss die richtigen Lehren daraus ziehen.“

Seine Entlassung beim DSC ordnet der gebürtige Memminger so ein: „Das ist eine Niederlage, so muss man es auch nehmen. Man muss das Scheitern - und so eine Niederlage, wenn man beurlaubt wird, ist irgendwo ein Scheitern - muss man richtig einordnen. Und dann geht es weiter. Nur so wird man besser.“

Kramer hatte den Trainerjob beim DSC Anfang März 2021 als Nachfolger des zuvor entlassenen Uwe Neuhaus übernommen und das Team überraschend zum Klassenerhalt in der Bundesliga geführt.  In der Folgesaison sah es zwischenzeitlich danach aus, als könnte er diesen Erfolg wiederholen. Doch eine nicht enden wollende Misserfolgsserie im letzten Saisondrittel kostete ihn schließlich den Job. Sein Vertrag bei Arminia ist noch bis zum 30. Juni 2023 gültig.

Frank Kramer (rechts) mit DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi Foto: Thomas F. Starke

Kramer bringt keinerlei Groll gegen seinen Ex-Klub zum Ausdruck. „Ich habe mich in Bielefeld super aufgehoben gefühlt und kann nur Dankbarkeit empfinden für das, was sich in den letzten 14 Monaten mit der Arminia und bei der Arminia erleben durfte“, sagt er. „Mir ist sehr viel Vertrauen entgegengebracht worden.“ Rückblickend stünden die Erfolge für ihn im Vordergrund.

Dass man „immer wieder auch mal scheitern“ werde, „gehört einfach mit dazu.“ Doch sein „Bock auf Fußball ist ungebrochen, den darf man sich nicht nehmen lassen“. Es mache „Bock, mit Menschen im Fußball zusammenzuarbeiten in einer guten Konstellation, die ich in Bielefeld absolut vorgefunden habe.“ Dieses Gefühl „möchte ich mein Leben lang erfahren und leben dürfen. Das ist einfach nur geil.“

Startseite
ANZEIGE