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David und Ethan Ulm verbindet viel mit dem DSC 

Vater und Sohn bei Arminia

Bielefeld

Vater und Sohn im schwarz-weiß-blauen Trikot – das ist eher selten. Bei den Ulms nichts Besonderes. Der frühere Ex-Profi David Ulm ist aktuell begeistertes Mitglied von Arminias Traditionsmannschaft. Sein Sohn Ethan geht im U14-Nachwuchscup gegen Dortmund und Schalke für den DSC auf Torejagd.

Von Peter Burkamp

David Ulm (rechts) spielt mit Freude bei der Traditionsmannschaft und hat sich mit einer Fußballschule selbstständig gemacht. Ethan Ulm (links) geht für die U14 des DSC auf Torejagd. Foto: Wolfgang Rudolf

David Ulm könnte wohl auch heute noch im regulären Spielbetrieb so mancher Mannschaft Auftrieb geben. Der 38-Jährige wird immer mal wieder gefragt, ob er nicht wieder einsteigen will. Die Entscheidung, seine aktive Laufbahn zu beenden, ist jedoch schon vor vier Jahren nach dem Ende seines Vertrags bei den Bielefelder Profis 2018 gefallen. „Ich habe damals schon etwas länger überlegt, was ich machen könnte. Letztlich wollte ich mich nicht irgendwo von Einjahresvertrag zu Einjahresvertrag hangeln und die Familie in Bielefeld lassen“, erzählt Ulm. Dort hatte er gemeinsam mit seiner Frau Natascha und den Kindern seit dem Umzug im Januar 2015 Wurzeln geschlagen. Und er war bereits im Besitz einer Trainer-Lizenz Jugend-Elite.

Eigene Fußballschule

Eine Zeit lang arbeitete Ulm als Co-Trainer von Oliver Kirch bei den A-Junioren des DSC. Der Klub bot ihm eine Festanstellung, doch Ulm hatte parallel schon den Sprung in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Fußballschule gewagt. „Ich hätte sie aufgeben müssen. Das wollte ich nicht. Sie hat sich innerhalb kurzer Zeit gut entwickelt“, sagt er.

Einer seiner ersten Schüler war Arminias aktueller B-Jugendspieler Henrik Koch. Der Stürmer sorgt aktuell in der U17-Bundesliga für Furore und spielte schon für die U16-Nationalmannschaft. Auch Kochs Teamgefährte Adrian Nezir profitierte von der reichen Erfahrung Ulms. „Es reizt mich einfach, das Potenzial, das man in den jungen Spielern sieht, weiterzuentwickeln. Es ist ein bisschen wie ihnen die Tür zu öffnen, durch die sie dann selbst gehen können“, sagt Ulm.

Für ihn sei es wichtig, am Anfang genau zu schauen, wo mögliche Defizite sind. „Die Spieler sind ja noch lange nicht fertig. Du musst erkennen, was sie brauchen. Dann kann ich in die Tiefe gehen. Ich würde es als Detail-Coaching bezeichnen. Es geht darum, den Schlüssel zu finden, um die Spieler auf das nächste Level zu heben.“

Ethan spielt seit der U10 für den DSC

Ulm bietet Einzelbetreuung, Training mit zwei Spielern oder in kleinen Gruppen bis zu sechs Fußballern. Mit seiner Hilfe hätten es einige Spieler aus kleineren Vereinen in die Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Region geschafft. Viele Spieler kämen auch aus NLZ, sagt Ulm. Schwerpunkte seien gerade bei den Jüngeren Techniktraining und Eins-gegen-eins-Situationen. „Auf was muss man achten, wie dribbelt man an, wann spielt man ab – das sind Abläufe, die trainiert werden, um sie zu automatisieren. Das sorgt dann für Sicherheit und Selbstvertrauen“, meint Ulm. Er sieht seine Arbeit als Ergänzung zum Mannschaftstraining. „Für mich ist es einfach reizvoll, meine Erfahrungen und Kenntnisse als Profi an junge Spieler weiterzugeben.“

Gerade auf höherem Niveau würden Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen: „Im Fußball muss man blitzschnell Entscheidungen treffen. Ziel ist es, unter Zeit- und Gegnerdruck die Abläufe intuitiv drauf zu haben. Mir macht es mega Spaß, wenn ich sehe, wie sich die Spieler mit der Zeit weiterentwickeln“, sagt Ulm. Die Entwicklung seines Sohnes Ethan verfolgt Ulm natürlich auch. „Ich habe das gar nicht forciert, aber seit er klein war, wollte er immer nur Fußball spielen“, erzählt Ulm. Seit der U10 spielt sein Sohn für den DSC. Er besucht das Helmholtz-Gymnasium, Arminias Kooperationspartner für den Nachwuchs. Ethan Ulm ist Offensivspieler wie sein Vater und erzielte beim Sieg über Viktoria Köln vor zwei Wochen ein Tor selbst und bereitete ein weiteres vor.

Auch sein Vater hat das Toreschießen nicht verlernt. Beim Hallenturnier in Lingen traf David Ulm zuletzt für Arminias Traditionsmannschaft. „In den ersten zwei Jahren nach der Profizeit habe ich den Fußball nicht vermisst. Aber seitdem die Traditionsmannschaft wieder auflebt, macht es richtig Spaß – einfach bolzen ohne Druck.“

Durch die Traditionsmannschaft habe er viele Ex-Arminen persönlich kennengelernt, von denen er vorher nur gehört hatte. Besonders Fatmir Vata hat Eindruck hinterlassen: „Der macht in fast jedem Spiel einen Fallrückzieher und hat unfassbares Ballgefühl. Es macht einfach Freude mit der Truppe.“ David Ulm freut sich schon auf die nächsten Auftritte in schwarz-weiß-blau.

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