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Der Abstieg droht: Drittligist wartet seit August auf einen Sieg

Krämer und Maul: Wie zwei Ex-Arminen den SV Meppen retten wollen

Meppen/Bielefeld

Der SV Meppen präsentiert sich in der 3. Fußball-Liga wie ein Absteiger. Geschäftsführer Ronald Maul erklärt, wie der Absturz in die Regionalliga verhindert werden soll. Der Club sehnt die Rückkehr eines Leistungsträgers herbei - und hält an Trainer Stefan Krämer fest.

Von Jakob Buddenbohm (dpa)

Trainer Stefan Krämer (55) durchlebt mit dem SV Meppen schwere Zeiten. Foto: dpa

Das 0:3 im Derby gegen den VfL Osnabrück am letzten Spieltag vor der WM-Unterbrechung war der Tiefpunkt eines sportlich verkorksten Jahres für den SV Meppen in der 3. Liga. Die Partie gilt als Schlusspunkt einer fürchterlichen Serie von 13 sieglosen Spielen in der Liga. Die Niedersachsen überwintern als Vorletzter in der Tabelle.

Trotz des schwächsten Punkteschnitts (0,72 pro Spiel) eines Meppener Trainers seit 25 Jahren hält Geschäftsführer Ronald Maul weiter an Coach Stefan Krämer fest: „Seine Art und Weise spricht für ihn“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Trainer Stefan Krämer

Er dürfte damit auf die Trainingsarbeit und Emotionalität des 55-Jährigen anspielen. Krämer sagte dem Magazin „kicker“ kürzlich: „Ich fühle mich maximal verantwortlich für die Situation.“ Der frühere Coach des DSC Arminia Bielefeld  (Juli 2011 bis Februar 2014) schob hinterher: „Ich habe total Bock, mit der Mannschaft zusammen das Ding zu regeln.“

Geschäftsführer Maul nimmt vorrangig das Team in die Pflicht, er verorte das Problem in den Köpfen der Spieler. Die aktuelle Sieglos-Serie hänge mit der fehlenden Konsequenz vor dem gegnerischen Tor zusammen. So stehe der SVM im ligaweiten Ranking der Teams im Entwickeln von Chancen auf Platz fünf, in der prozentualen Verwertung jedoch auf Rang 20. Wie der Ex-Profi, der als Spieler ebenfalls schon für Arminia im Einsatz war, bekräftigte, fehle es der Mannschaft zudem an defensiver Kompaktheit. Nur der VfB Oldenburg (33) kassierte bislang mehr Gegentore als die Krämer-Elf (30).

Kader wird verkleinert

Um die Sinne zu schärfen und Platz für die vom Trainer gewünschten Verstärkungen in der Offensive zu schaffen, soll der Kader, zu dem auch der Ex-Armine Christoph Hemlein zählt, in der Winterpause verkleinert werden. Wie Maul bekannt gab, wurden die betroffenen Spieler bereits informiert. Das Profil für potenzielle Neuzugänge legte die sportliche Leitung fest: Akteure, die ihre Qualitäten in der 3. Liga bereits nachgewiesen haben und deren Transfers nicht den wirtschaftlichen Rahmen sprengen.

Große Hoffnungen setzt der Verein in die Rückkehr von Luka Tankulic. Er war mit 14 Treffern und sechs Vorlagen der Meppener Top-Scorer der vergangenen Saison. Wegen einer Meniskus-OP wurde er in der aktuellen Spielzeit schmerzlich vermisst. „Luka ist einer der besten Zehner der Liga“, schwärmte Maul. Der 31 Jahre alte Kapitän wird im Januar zum Rückrundenauftakt zurückerwartet.

Geschäftsführer Ronald Maul

Auf diesen arbeitet der SV Meppen ab dem 5. Dezember mit der Überzeugung und dem Glauben hin, in der Liga zu bleiben. „Es gab kein Spiel, in dem wir chancenlos waren“, bilanzierte Maul. Für ihn sei nun wichtig, dass die Mannschaft eine gewisse Lockerheit zurückbekomme. Diese Coolness war zuletzt kaum sichtbar. Dabei zeichnete sich der Absturz in der Vorsaison zunächst nicht ab: Rund elf Monate zuvor stand der Club noch auf dem dritten Tabellenrang, der zur Teilnahme an der Relegation für die 2. Bundesliga berechtigt hätte – punktgleich mit der zweitplatzierten Eintracht Braunschweig, die den Aufstieg später perfekt machen sollte.

Diese in der Hinserie überraschend hohe Punkte-Ausbeute blieb in der zweiten Saisonhälfte aus. Der Saison-Endspurt war von einem negativen Lauf von zwölf sieglosen Ligaspielen geprägt. Selbst im NFV-Pokalfinale gab es einen Dämpfer, als die Mannschaft gegen den Regionalligisten BSV SW Rehden mit 0:1 verlor. Das kostete den Club nicht nur die Teilnahme am DFB-Pokal, sondern Trainer Rico Schmitt den Job.

Letzter Dreier Mitte August

Stefan Krämer folgte auf Schmitt und stabilisierte die Mannschaft zunächst: Mit sieben Punkten nach den ersten vier Spielen legte Meppen einen soliden Saisonstart hin. Den Trend konnte der Drittligist nicht bestätigen – im Gegenteil. Die Krämer-Elf feierte den letzten Drittliga-Erfolg mit drei Punkten Mitte August beim 6:2-Sieg gegen Waldhof Mannheim.

Geschäftsführer Ronald Maul (49) Foto: imago

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