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Doppelpack des Stürmers beim 2:0 gegen den FC St. Pauli

Serra führt Arminia Bielefeld zum Sieg

Bielefeld

Arminia Bielefeld hat ein Lebenszeichen gesendet. 2:0 gewann das bisherige Zweitliga-Schlusslicht am Samstagabend das Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Doppelpacker Janni Serra war der gefeierte Spieler.

Von Marc Kracht

Die pure Erleichterung: Janni Serra (rechts) hat Arminia zum Heimsieg gegen St. Pauli geführt. Foto: Thomas F. Starke

Die Überraschung des Abends hielt direkt Arminias Aufstellung bereit: Kapitän Fabian Klos kehrte nach längerer Verletzungspause - er spielte zuletzt am 7. Spieltag in Darmstadt - in die Startelf zurück. Auch die beiden Außenverteidiger Lukas Klünter und Bastian Oczipka konnten wieder von Beginn an ran. "Wir haben mit allen dreien auf dieses Spiel hingearbeitet. Wir versprechen uns von ihnen Erfahrung und Stressresistenz", sagte Daniel Scherning vor der Partie am Sport1-Mikrofon. Auch der DSC-Trainer meldete sich pünktlich zum Spieltag wieder fit, nachdem er am Freitag noch aufgrund eines Magen-Darm-Infekts beim Training gefehlt hatte. "Mir geht's heute schon deutlich besser als gestern und ich bin froh, dass ich die Mannschaft unterstützen kann", sagte Scherning.

Was von dessen Team am Samstagabend gefordert war, wurde schon vor dem Anpfiff deutlich. Mit der Banner-Aufschrift "Wer nicht kämpft, hat hier nichts zu suchen" sowie lautstarken "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Rufen wurden Klos und Co. schon beim Einlaufen begrüßt. Immerhin: Die Bielefelder Profis kamen dem Aufruf in der Anfangsphase nach. Sie waren griffig in den Zweikämpfen, liefen viel und die Körpersprache passte. Das hatte aber nur zehn Minuten lang Bestand.

Fraisl hält gegen Ex-Armine Hartel

Die Gäste aus Hamburg kamen immer besser ins Spiel, wurden mit jeder gelungenen Aktion sicherer. Bedeutete auch, dass das Arminia-Gebilde wieder ein wenig zu wackeln begann. Das beste Beispiel lieferte die Orientierungslosigkeit des Defensivverbundes bei einem Pauli-Konter, an dessen Ende der Ex-Armine Marcel Hartel frei an Torhüter Martin Fraisl scheiterte (19. Minute). St. Pauli hatte auch danach die besseren Möglichkeiten. Etienne Amenyido rutschte nach einer Hereingabe von Jackson Irvine knapp am Ball vorbei (32.) und Lukas Daschner schoss nach kapitalem Fehlpass von Ivan Lepinjica im Spielaufbau in Fraisls Arme (35.).

Arminia wirkte erneut häufig ideenlos auf dem Weg nach vorne. Nur der Plan, mit langen Bällen Fabian Klos in der Spitze zu suchen, damit dieser verlängert, ging in Ansätzen auf. Gefährlich wurde es dadurch aber zunächst nur selten. Mehr als einen Schuss von Bastian Oczipka (25.) hatte der DSC in Hälfte eins nicht zu bieten.

Mit mehr Schwung aus der Kabine

Aus der Kabine kamen die Gastgeber wieder mit mehr Schwung - ähnlich wie schon zu Beginn der Partie. Mit dem Unterschied, dass die Arminia den verbesserten Eindruck mit guter Zweikampfführung, die St. Pauli weiter vom Tor fernhielt, und spielerischen Elementen auch über einen etwas längeren Zeitraum transportieren konnte. Die besseren Strafraumszenen hatte nun auch Bielefeld: Nach Vorlage von Klos - er hielt 60 Minuten durch - zögerte Jomaine Consbruch beim Abschluss aber zu lange (54.), Robin Hack schoss nach schönem Doppelpass mit Marc Rzatkowski deutlich über das Tor (62.) und auch Masaya Okugawa zielte weit drüber (68.). St. Pauli, seit dem 26. Februar 2022 auswärts ohne Sieg, drängte sich auch in Bielefeld nicht mehr für einen Dreier auf.

Und so war es keine große Überraschung, dass sich der DSC belohnte: Ausgerechnet Bielefelds ehemaliger Aufstiegsheld Hartel leitete mit seinem Fehlpass Arminias Führung ein. Der für Klos eingewechselte Janni Serra leitete den Konter ein, über Hack und Okugawa landete der Ball wieder im Lauf des Angreifers, der gekonnt ins lange Eck vollstreckte (76.). Die Kollegen - allen voran die ausgewechselten Klos und Consbruch - stürmten vor der Südtribüne zum Torschützen. Die Schüco-Arena bebte.

Gebauer und Serra sorgen für Feier-Laune

Und die Feier-Laune hielt an. Denn Serra legte auch noch seinen zweiten Treffer nach. Der ebenfalls eingewechselte Christian Gebauer flankte zielgenau von der rechten Seite, Serra köpfte im Zentrum in die lange Ecke ein (84.) - wieder ein starker Abschluss. Arminia war der verdiente Sieger.

Es war das erste Pflichtspiel ohne Gegentor seit dem 1:0-Erfolg in der Bundesliga über Union Berlin (19. Februar 2022). 25 Partien - 23 in der Liga sowie zwei im Pokal - waren seitdem vergangen. 

Arminia Bielefeld: Fraisl - Klünter (68. Gebauer), Hüsing, Andrade, Oczipka - Lepinjica, Rzatkowski (90+1. Prietl) - Hack (90+1. Ramos), Consbruch (68. Lasme), Okugawa - Klos (60. Serra)

FC St. Pauli: Vasilj - Dzwigala (81. Ritzka), Smith, Fazliji - Saliakas, Irvine (88. Eggestein), Aremu (81. Metcalfe), Hartel, Paqarada - Amenyido (64. Otto), Daschner (81. Matanovic)

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)

Zuschauer: 22.626

Tore: 1:0 Serra (76.), 2:0 Serra (84.)

Gelbe Karten: Lepinjica / Irvine, Smith

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