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DSC verliert daheim mit 0:2 gegen den Hamburger SV - gellendes Pfeifkonzert

Viertes Spiel, vierte Pleite: Arminia am Boden

Bielefeld

Arminia Bielefelds freier Fall geht auch in der 2. Fußball-Bundesliga ungebremst weiter. Am Samstag verlor der Erstligaabsteiger in der heimischen Schüco-Arena vor 26.875 Zuschauern verdient mit 0:2 (0:1) gegen den Hamburger SV. 

Von Dirk Schuster

Stefanos Kapino im Arminia-Tor streckt sich vergebens. Ransford-Yeboah Königsdörffer trifft zum 1:0 für den HSV. Foto: Thomas F. Starke

Es war die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel. Der DSC steckt mit null Punkten tief im Tabellenkeller fest. Für den neuen Trainer Uli Forte wird die Luft damit immer dünner.

Forte gab exakt jener Startformation das Vertrauen, die er auch beim vorangegangenen 1:2 in Rostock auf den Rasen geschickt hatte. Das hieß: Die zuletzt verpflichteten Neuzugänge Lukas Klünter (Hertha BSC, Ersatzbank) und Ivan Lepinjica (HNK Rijeka, nicht im Kader) waren für Forte noch keine Optionen für die Anfangself.

DSC-Kapitän Fabian Klos hatte im Vorfeld der Partie unmissverständlich mehr Aktivität von seiner Mannschaft gefordert. Doch es waren die Hamburger, die von Beginn an die Initiative ergriffen. Der Aufstiegsfavorit, der mit sechs Punkten aus den ersten drei Partien in die Serie gestartet war, setzte den durch die drei Start-Niederlagen arg verunsicherten Gastgeber früh unter Druck. Wirklich zwingend waren die Angriffsbemühungen der Norddeutschen aber zunächst nicht. 

Arminia war bemüht, über Zweikämpfe in die Partie zu finden. Immerhin gelang es ihnen so, den Aufbau der Hamburger immer wieder zu stören.  

Bezeichnend für die aktuelle Arminia-Lage dann die Entstehung des Treffers zum 0:1: Keeper Stefanos Kapino und Verteidiger Oliver Hüsing sind sich am äußeren Strafraumeck uneins, wer den Ball spielen soll. Hüsing schießt die Kugel schließlich flach vor dem Sechzehner entlang in Richtung Mitspieler Frederik Jäkel. Doch HSV-Angreifer Sonny Kittel sprintet dazwischen, schnappt sich den Ball und legt  ab zu Ransford-Yeboah Königsdörffer. Mit einem überlegten Schuss über Kapino hinweg sorgt der Ex-Dresdner für das 0:1 (28.). Ein Gegentreffer Marke "Kacktor des Monats". 

"Mal wieder in Führung zu gehen, würde uns eine große Portion Sicherheit geben. Wir befinden uns in einer richtig schwierigen Phase", hatte DSC-Kapitän Klos vor der Partie geäußert. Doch dann das. Im vierten Saisonspiel war es der vierte 0:1-Rückstand, dem die Ostwestfalen hinterherhecheln mussten.

Und die Bielefelder mussten froh sein, dass das Spiel zur Pause nicht schon entschieden war. Denn erst musste Kapino in höchster Not gegen den auf ihn zustürmenden Königsdörffer klären (34.). Dann traf der aufgerückte HSV-Verteidiger Mario Vuskovic nur die Latte (43.). In der Nachspielzeit war es dann erneut Kapino, der einen Schuss von Robert Glatzel abwehren konnte (45.+2).

Bielefeld blieb im ersten Abschnitt ohne Tormöglichkeit. Das Publikum war bedient. Mit dem Halbzeitpfiff setzte ein gellendes Pfeifkonzert gegen das eigene Team ein, das die Passivität im ersten Abschnitt nie ablegen konnte.  

Der DSC kam mit etwas mehr Offensiv-Elan aus der Kabine. Erst blieb Klos mit einem Schussversuch hängen (46.), dann hoppelte Masaya Okugawas Heber am Kasten vorbei (48.). Wieder Klos war es dann, dessen Kopfball knapp das Ziel verfehlte (53.). 

Arminia war nun deutlich besser im Spiel, bot den stets gefährlichen Gästen aber auch vermehrt Räume an. 

Forte wechselte - und zwar nicht nur einzelne Spieler, sondern auch das System. Arminia agierte nun im 3-5-2.  Und hatte plötzlich die Riesenchance zum Ausgleich. Doch der aufgerückte Jäkel scheiterte mit einem Schuss aus kurzer Distanz am zum erste Mal geprüften HSV-Schlussmann Daniel Heuer-Fernandes (73.). 

Praktisch im Gegenzug dann die kalte Dusche: Der eingewechselte Laszlo Benes wird nicht angegriffen, zieht ab und versenkte die Kugel im Knick. Gänzlich unhaltbar wirkte der zweifelsfrei sehenswerte Fernschuss nicht (0:2, 74.). 

Bryan Lasme und Hüsing vergaben in der Schlussphase die größten Gelegenheiten zum 1:2. Zum Schluss gab es erneut Pfiffe. Die Zeiten in Bielefeld werden immer unruhiger. 

Bielefeld: Kapino - Sidler (62. Bello), Jäkel, Hüsing, Oczipka (78. Ramos) - Okugawa (67. Lasme), Rzatkowski (78. Krüger), Vasiliadis (62. Kanuric), Hack - Klos, Serra

Hamburg: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert, Rohr (62. Benes), Reis - Königsdörffer (89. David), Glatzel (89. Megeed), Kittel (77. Opoku)

Schiedstrichter: Fritz (Korb)

Zuschauer: 26.875

Tore: 0:1 Königsdörffer (28.), 0:2 Benes (74.)

Gelbe Karten: Vasiliadis, Hack, Bello / Heyer

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