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Enttäuschende Bielefelder verlieren in Berlin - Jovetic und Selke treffen

0:2 bei Hertha BSC: Harmlos, harmloser, Arminia

Berlin/Bielefeld

Arminia Bielefeld hat sich im Kellerduell der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Hertha BSC in der Offensive erneut nicht ansatzweise bundesligatauglich gezeigt. Bei der verdienten 0:2 (0:0)-Niederlage blieben die Gäste nahezu ohne echte Torchance und präsentierten sich über weite Strecken wie ein Absteiger.

Von Dirk Schuster

Patrick Wimmer und die Arminen blieben in Berlin ohne jede Durchschlagskraft.   Foto: Thomas F. Starke

Der Rückstand auf die Herthaner beträgt nun bereits acht Punkte. Der Kreis der Teams, die für den Tabellenvorletzten aus Ostwestfalen noch in Reichweite sind, wird immer kleiner. Die Diskussionen um DSC-Trainer Frank Kramer dürften nach dieser restlos enttäuschenden Darbietung nun wieder an Fahrt aufnehmen.

Nach dem 2:0-Erfolg von Kellerkonkurrent FC Augsburg am Vorabend in Köln standen beide Teams unter Druck, Arminia als Tabellenvorletzter allerdings noch ein bisschen mehr. Die Anfangsphase vor den pandemiebedingt nur 5000 Fans in der 75.000 Zuschauer fassenden Arena gehörte aber ausschließlich dem Gastgeber.

Joakim Nilsson rettet für Stefan Ortega auf der Linie

Nachdem sich die Berliner beim Heimdebüt ihres neuen Trainers Tayfun Korkut Stück für Stück an das Bielefelder Tor herangetastet hatten, wäre es in der 14. Minute um ein Haar so weit gewesen. Fabian Kunze verlor den Ball an Deyovaisio Zeefuik. Der Niederländer bediente Stevan Jovetic, mit der Hacke leitete der Stürmer sehenswert weiter auf Suat Serdar, dessen Schuss DSC-Verteidiger Joakim Nilsson für seinen geschlagenen Keeper Stefan Ortega Moreno auf der Linie rettete. Die Führung für die Hausherren wäre zu diesem Zeitpunkt bereits verdient gewesen. "Da haben wir das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite gehabt", sagte DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi in der Halbzeit im TV-Sender "Sky". 

200 Arminia-Anhänger machen sich bemerkbar

Die 200 Arminia-Anhänger, die sich in der monumentalen Arena verloren, sich aber immer mal wieder lautstark bemerkbar machten, mussten bis zur 22. Minute auf ein Angriffssignal ihres Teams warten. Fabian Kunze zog aus der Distanz ab, der Ball rauschte dann aber doch ein gutes Stück am Kasten von Hertha-Keeper Alexander Schwolow vorbei.

Dann stand wieder Jovetic, dem am Vorwochenende zwei Treffer beim 2:2 in Stuttgart gelungen waren, im Mittelpunkt. Erst versuchte er Ortega Moreno mit einem frechen flachen Freistoß aufs kurze Eck zu überlisten (28.), dann traf er tatsächlich. Doch bei der vermeintlichen Berliner Führung stand der montenegrinische Nationalspieler knapp im Abseits  (42.). Ganz klar: Die Arminia, die sich nach der wackligen Anfangsphase stabilisierte, offensiv aber harmlos blieb, musste mit dem torlosen Unentschieden zur Pause sehr zufrieden sein.  

Kurz nach Wiederbeginn holte die Hertha dann aber zuvor Versäumtes nach. Auf traumhafte Vorarbeit von Ishak Belfodil donnerte Jovetic den Ball selbstbewusst  zum 1:0 in den Winkel (53.). 

Kramer holt Kunze und Klos vom Feld

DSC-Coach Kramer reagierte, indem er Kunze und auch Fabian Klos vom Feld holte und in Bryan Lasme und Florian Krüger zwei neue Angreifer brachte. Krüger besaß dann auch die bis dahin beste weil einzige Bielefelder Gelegenheit, sein Schuss landete aber am Außennetz (65.). Später kamen dann auch noch die Offensivkräfte Janni Serra und Robin Hack in die Partie, sie blieben aber ebenfalls wirkungslos. 

Auf der anderen Seite bot sich nach einem Freistoß plötzlich Dedryck Boyata per Kopf  die Chance zum 2:0, der Ball flog aber hauchzart am Pfosten vorbei (73.). Sieben  Minuten vor dem Ende verhinderte Ortega Moreno gegen Krzysztof Piatek mit einer Fußabwehr das 0:2.  Dafür traf in der Nachspielzeit Davie Selke nach einem Fehlpass von Alessandro Schöpf sehenswert ins lange Eck (90.+5). Das 2:0 war auch der Endstand. 

Diskussionen um Kramer dürften wieder zunehmen

Nach dieser Pleite dürften die Diskussionen um Kramer nun wieder zunehmen. Nach 15 Saisonspielen hat der DSC unter dem 49-Jährigen nur einen einzigen Sieg geholt. In der Verfassung, in der sich das Team über weite Strecken in Berlin präsentierte, ist der Klassenerhalt reine Utopie.  

„Sechs Punkte müssen her, damit wir gut im Rennen bleiben“, hatte DSC-Verteidiger Cedric Brunner im Vorfeld der Begegnung in Berlin ein ambitioniertes Punkteziel für die letzten drei Partien des Jahres formuliert. Am Dienstag geht es daheim gegen den VfL Bochum (20.30 Uhr) weiter, am kommenden Samstag führt die Reise zu RB Leipzig (15.30 Uhr).

Berlin: Schwolow - Zeefuik, Boyata, N. Stark, Plattenhardt - Ascacibar, Serdar (69. Ekkelenkamp) - Marco Richter (69. K.-P. Boateng), Darida (88. Tousart) - Belfodil (78. Piatek), Jovetic (88. Selke)

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, J. Nilsson, Laursen (71. Andrade)  - Kunze (61. Krüger), Prietl - Wimmer (76. Serra), Schöpf, Okugawa (76. Hack) - Klos (61. Lasme)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 5000

Tore: 1:0 Jovetic (53.), 2:0 Selke (90.+5)

Gelbe Karten: Darida / Brunner

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