DSC spielt zwar nur 1:1 gegen Hoffenheim, zieht in der Tabelle aber an Werder vorbei auf Platz 15

Arminia hat alles in der Hand

Bielefeld

Was für ein Showdown: Arminia Bielefeld kann mit einem Sieg am letzten Spieltag am kommenden Samstag in Stuttgart aus eigener Kraft den direkten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga schaffen. Weil Werder Bremen am Samstag in Augsburg verlor, genügte dem DSC ein 1:1 (1:1) daheim gegen 1899 Hoffenheim, um an den Norddeutschen vorbeizuziehen. Arminia geht als Tabellen-15. in das Saisonfinale.

Dirk Schuster

Andreas Voglsammer feiert sein Tor zum 1:1-Endstand. Foto: Thomas F. Starke

Rund 1500 Fans bereiteten dem Gastgeber trotz des Regenwetters einen heißen Empfang. Die Unterstützung der Anhänger begleitete die Profis in die leere Schüco-Arena. Die Anfeuerung schien tatsächlich zu wirken.

Arminia begann furios, setzte die TSG sofort gehörig unter Druck - und fing sich prompt einen Konter. Anderson Lucoquis verunglückte Hereingabe landete bei den Gästen, dann ging es blitzschnell, ehe Andrej Kramaric den perfekt vorgetragenen Gegenangriff auf uneigennützige Vorlage von Sargis Adamyan vollendete (5. Minute). Es war das 19. Saisontor des kroatischen Vizeweltmeisters. „Das war ein halbes Eigentor“, kritisierte DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi in der Pause am Sky-Mikrofon.

Die Bielefelder mussten sich kurz schütteln, doch sie fanden zurück ins Spiel. Und wurden für ihr Engagement belohnt. Andreas Voglsammer schlenzte einen Freistoß aus 20 Metern traumhaft in den Winkel - 1:1 (23.). Masaya Okugawa war zuvor von Ryan Sessegnon gefoult worden. Für den DSC war es in der Bundesliga das erste direkt verwandelte Freistoßtor seit September 2008. Damals traf der Däne Jonas Kamper zum 1:0 gegen den 1. FC Köln (Endstand 2:0).

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison hatte der DSC damit einen Rückstand aufgeholt. Zuvor war ihnen das nur beim 1:1 in Mainz gelungen (27. Spieltag).

Voglsammer und Klos mit großen Chancen

Das Spiel war spannend. Die bereits geretteten Hoffenheimer, für die es um nichts mehr ging, bereiteten den Ostwestfalen erhebliche Probleme. Dass der TSG gleich neun Spieler fehlten, darunter wichtige Stammkräfte wie Torwart Oliver Baumann und Christoph Baumgartner, war dem Vortrag der spielfreudigen Gäste kaum anzumerken.

Sechs Minuten vor der Pause hätte Robert Skov um ein Haar für die erneute Hoffenheimer Führung gesorgt. Doch der Schuss des Dänen flog ans Außennetz (39.). Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß war zuvor fünf Mal in Folge ungeschlagen geblieben (zwei Siege, drei Unentschieden) und entsprechend selbstbewusst nach Bielefeld gekommen.

Kurz nach Wiederbeginn hätte Voglsammer dann zum umjubelten Helden werden können. Kevin Akpoguma übersah bei seiner Kopfballrückgabe den Arminia-Angreifer, der mit seinem Schuss freistehend an Gäste-Reservekeeper Philipp Pentke scheiterte (48.). Wenig später wurde Fabian Klos beim Abschluss in letzter Sekunde von Sessegnon gestört (57.).

Ortega Moreno rettet per Reflex

In der zweiten Halbzeit spielte zunächst nur noch Arminia nach vorne, Hoffenheim stand überwiegend hinten drin. So musste Pentke gegen einen Klos-Kopfball erneut sein ganzes Können aufbieten, um sein Team vor dem Rückstand zu bewahren (64.). 18:4 Torschüsse und 10:3 Ecken dokumentierten zu diesem Zeitpunkt die Überlegenheit des Teams von Trainer Frank Kramer.

Weil nun im Parallelspiel Augsburg gegen Bremen in Führung gegangen war, zog der DSC in der Live-Tabelle in diesem Moment sogar an Werder vorbei auf den rettenden 15. Platz.

Doch dann wäre es beinahe passiert: Nach einer Flanke von Pavel Kaderabek köpfte Kramaric aus kurzer Distanz freistehend aufs Tor. Stefan Ortega Moreno aber bewahrte den DSC mit einem Riesen-Reflex vor dem Rückstand - womöglich eine Millionen-Parade des wieder einmal herausragenden Schlussmannes (75.).

Bitter für Bielefeld: Lucoqui sah in der 85. Minute für ein Foulspiel die Gelbe Karte. Es war seine fünfte in dieser Saison, damit ist er für das Saisonfinale am kommenden Samstag beim VfB Stuttgart gesperrt.

In der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Cebio Soukou die letzte Riesenchance zum Sieg für Arminia (90.+1).

Das bedeutet: Nach diesem 1:1 sind für den DSC die direkte Rettung, die Relegation aber auch der direkte Abstieg noch möglich. Denn sowohl Bremen (31 Punkte, nun gegen Mönchengladbach) als auch Köln (30 Punkte, nun gegen Schalke) können noch an Bielefeld (32 Punkte) vorbeiziehen.

Statistik

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui - Okugawa (79. Hartel), Prietl, Maier (89. Kunze) - Doan (89. Schipplock), Klos, Voglsammer (79. Soukou)

Hoffenheim: Pentke - Kaderabek, Posch, Akpoguma (66. Vogt), R. Sessegnon (62. John) - Samassekou, Grillitsch, Skov (62. Gacinovic), Kramaric, Adamyan (83. Rutter) - Bebou

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Tore: 0:1 Kramaric (5.), 1:1 Voglsammer (23.)

Gelbe Karten: Lucoqui / Adamyan, Gacinovic

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