Geschichte soll sich wiederholen: 2008 feierte der DSC beim VfB den Klassenerhalt – Voglsammer kündigt für Samstag „hungrige“ Gäste an

Arminia in Stuttgart? Da war doch mal was...

Bielefeld

In Wochen wie diesen kann jeder Strohhalm der rettende sein. Am kommenden Samstag treten die Profis von Arminia Bielefeld beim VfB Stuttgart zu ihrem Endspiel um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga an. Vielleicht hilft es, sich daran zu erinnern, dass dem DSC schon einmal in Stuttgart die Rettung glückte.

Dirk Schuster

In der Mercedes-Benz-Arena kosten Markus Bollmann, Mathias Hain und Markus Schuler (von links) 2008 ihren Erfolg aus. Foto: Thomas F. Starke

Und das ist noch gar nicht mal so lange her. Vor dem Saisonfinale 2007/2008 war die Ausgangslage für Arminia ähnlich wie dieses Mal. Die Bielefelder reisten auch damals als Tabellen-15. nach Stuttgart. Es war klar: Mit einem Sieg beim VfB würden sie den Klassenerhalt aus eigener Kraft sichern. Im Falle eines Unentschiedens oder gar einer Niederlage wäre das Team des damaligen Trainers Michael Frontzeck auf Schützenhilfe angewiesen.

Während am Samstag Arminia, Werder Bremen (gegen Mönchengladbach) und der 1. FC Köln (gegen Schalke) einen finalen Dreikampf um die Rettung austragen, fiel damals die Entscheidung nur noch im Fernduell zwischen Bielefeld und Nürnberg.

Die Franken hatten zwei Zähler Rückstand aufzuholen und den FC Schalke zu Gast, der damals noch auf die direkte Qualifikation für die Champions League hoffte. Arminia-Gegner Stuttgart, immerhin amtierender Deutscher Meister, brauchte am letzten Spieltag derweil dringend noch Punkte, um sich für die Europa League zu qualifizieren.

Und auch dieses Mal lockt Europa. Stuttgart benötigt zwingend einen Sieg und nebenbei auch noch etwas Schützenhilfe, um den 1. FC Union Berlin noch von Platz sieben zu verdrängen. Jener Tabellenrang also, der zur Teilnahme an der neuen Conference League berechtigt.

„Das war gar nicht unser Ziel“, erklärte zuletzt zwar Sven Mislintat. Doch der VfB-Sportdirektor betonte auch: „Das wäre dann tatsächlich nicht nur die Kirsche, sondern auch noch das Sahnehäubchen auf die Kirsche oben drauf.“ Das heißt: Die Stuttgarter haben, genau wie 2008, gegen Arminia absolut nichts zu verschenken.

Doch auch der DSC ist gewillt, alles in diese letzten 90 Saisonminuten zu investieren. „Die Stuttgarter können auf jeden Fall mit hungrigen Bielefeldern rechnen, die gewinnen wollen“, schickte Arminia-Angreifer Andreas Voglsammer schon mal ein paar frische Fußballgrüße aus Bielefeld gen Süden.

Voglsammer kickte als damals 16-Jähriger in der Jugend des FC Bayern, als am 17. Mai 2008, also vor genau 13 Jahren, für seinen heutigen Arbeitgeber in der pickepackevollen Mercedes-Benz-Arena das große Saisonfinale stieg.

Die 55.500 Besucher sahen eine packende Partie. Robert Tesche, der in diesem Jahr mit dem VfL Bochum vor der Erstligarückkehr steht, brachte Bielefeld in Führung (10. Minute). In Erinnerung geblieben ist sein Flickflack, mit dem er den Treffer damals zelebrierte. Mario Gomez leitete mit einem verwandelten Elfmeter zum 1:1 (75.) dann die heiße Schlussphase ein. Manuel Fischer brachte den Gastgeber sogar in Führung (85.) Christian Eigler sorgte nur eine Minute später für das 2:2.

Dass Arminia sich damit nicht aus eigener Kraft gerettet hatte, sondern vielmehr vom zeitgleichen Schalker 2:0-Erfolg in Nürnberg profitierte, tat dem Jubel der Ostwestfalen nicht den geringsten Abbruch. Das Bier floss in Strömen, die Heimfahrt im ICE geriet zum Triumphzug. Der nächtliche Empfang durch tausende Fans am Bielefelder Bahnhof geriet zur Spontan-Party.

Und auch wenn Pandemie-bedingt die Feierlichkeiten diesmal gewiss etwas gedämpfter ausfallen würden – gegen eine Wiederholung hätte kein Armine etwas einzuwenden.

So spielten sie am 17. Mai 2008

Stuttgart: Ulreich - Beck, Osorio, Delpierre, Boka (57. Magnin) - Khedira - Hilbert (59. Hitzlsperger), Bastürk (72. Fischer), da Silva - Cacau, Gomez

Bielefeld: Fernandez - Bollmann, Mijatovic, Gabriel, Schuler - Kauf - Kirch, Marx (84. Halfar), Tesche - Wichniarek (32. Kamper), Eigler

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